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Schieflage

Seniorenheim steht auf der Kippe

40 Menschen leben in der Residenz im Schloss Thurn und Taxis und im Haus Kaiser Friedrich. Jetzt wurde Insolvenz angemeldet.
Von Heike Haala

Sowohl die „Senioren-Residenz Schloss Thurn und Taxis“ als auch ihr Betreiber, die „Eustra Service GmbH“ haben Insolvenz angemeldet. Foto: Haala
Sowohl die „Senioren-Residenz Schloss Thurn und Taxis“ als auch ihr Betreiber, die „Eustra Service GmbH“ haben Insolvenz angemeldet. Foto: Haala

Regensburg.Schlechte Nachrichten erreichten die 40 Bewohner der „Senioren-Residenz Schloss Thurn und Taxis“ und Demenz-Wohngemeinschaft „Haus Kaiser-Friedrich“ und ihre Angehörigen am Freitagvormittag. Sowohl die Seniorenresidenz selbst als auch das Betreiberunternehmen – das ist die Eustra Service GmbH aus München – haben in dieser Woche Insolvenz angemeldet. Das bestätigte eine Sprecherin der Münchner Rechtsanwaltskanzlei „Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen“ auf Nachfrage der Mittelbayerischen.

Zwei Anwälte aus der Münchner Kanzlei, die sich auf Insolvenzverfahren spezialisiert hat, wurden als vorläufige Insolvenzverwalter berufen: Oliver Schartl am Dienstag für die Eustra Service GmbH und Dr. Stefan Debus am Mittwoch für die Seniorenresidenz. Das geht auch aus entsprechenenden Einträgen auf der Internetseite www.insolvenzbekanntmachungen.de hervor. Auf dieser Seite veröffentlichen die deutschen Insolvenzgerichte Bekanntmachungen über entsprechende Verfahren, sobald sie beantragt worden sind. Das Portal wird von den Bundesländern gemeinsam betrieben.

Zukunft der Einrichtungen ist offen

Die Kanzleisprecherin sagte, dass es in der Vergangenheit Probleme mit dem Betrieb der beiden Einrichtungen gegeben habe. Welcher Natur diese Probleme waren, konnte sie aber nicht sagen. Die Insolvenzverwalter würden sich gerade in die Fälle einarbeiten. Ob die beiden Unternehmen abgewickelt oder saniert werden, wird sich also erst noch herausstellen.

Wie es für die Bewohner und die Mitarbeiter in der „Senioren-Residenz Schloss Thurn und Taxis“ und im „Haus Kaiser-Friedrich“ weitergeht, ist deswegen im Moment noch unklar. Die Kanzleisprecherin sagte, dass der Betrieb und die Versorgung für die Bewohner vorläufig sichergestellt seien. Wie lange das so weitergehen kann, ist im Moment allerdings noch nicht bekannt.

In beiden Häusern arbeiten laut ihren Angaben zusammen 80 Mitarbeiter. In den vergangenen Tagen sei es gelungen, das Insolvenzgeld auf den Weg zu bringen. Deswegen hätten die Mitarbeiter ihre Gehälter für den Mai bekommen. Weiterhin seien ihre Einkommen für den Juni und den Juli gesichert. Nach ersten Gesprächen hätten sich alle Angestellten motiviert gezeigt. „Alle wollen mithelfen, damit es weitergeht“, sagt die Sprecherin. Das habe sich während zwei Mitarbeiter-Versammlungen herausgestellt, die bereits stattgefunden hätten.

Neben diesen Treffen und dem mit Bewohnern und Angehörigen am Freitagmorgen habe es auch bereits weitere Gespräche in Sachen Seniorenresidenz gegeben. Die Sprecherin erzählt von zwei Interessenten, die sich inzwischen gemeldet hätten. „Es könnten aber auch noch mehr werden“, sagt sie. Deswegen gebe es gute Aussichten, dass der Betrieb weitergeführt werden kann. Weitere Informationen zur Zukunft der Seniorenresidenz kündigte die Kanzleisprecherin für die kommende Woche an.

Auch der Saure Gockel stand auf der Kippe, konnte aber gerettet werden

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