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Kriminalität

Sexualstraftäter wurde gefasst

Die Polizei hat den 40-jährigen Christoph J. festgenommen. Vor rund einem Monat war der Forensik-Patient geflüchtet.
Von Peter Nicklas und Christine Straßer, MZ

Der Sexualstraftäter Christoph J. wurde in einem Stadtteil von Roding gefasst.
Der Sexualstraftäter Christoph J. wurde in einem Stadtteil von Roding gefasst. Foto: Nicklas

Regensburg.Nach der Festnahme eines entflohenen Sexualstraftäters aus Regensburg fehlt von einem zweiten Mann nach wie vor jede Spur. Wie die Polizei gestern bestätigte, ist der 68-Jährige weiterhin verschwunden. Er war zusammen mit einem 40-Jährigen vor rund einem Monat während eines Freigangs aus der Psychiatrie geflüchtet. Bei beiden Männern handelt es sich um verurteilte Sexualstraftäter, der jüngere war am Dienstagabend im Landkreis Cham festgenommen worden.

Nach MZ-Informationen ging der 40-Jährige den Fahndern im Haus seiner Mutter in einem Stadtteil von Roding ins Netz. Noch in der Nacht wurde er ins Bezirksklinikum zurückgebracht und dort einer Reihe von Untersuchungen unterzogen.

Es war die dritte Flucht

Christoph J. stammt aus dem Landkreis Cham und war bereits zum dritten Mal aus der psychiatrischen Klinik geflohen. In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Hinweise auf seinen Aufenthaltsort, denen die Polizei nachging. Mehrere Aktionen in Roding und Umgebung verliefen erfolglos. In den vergangenen Tagen verdichteten sich die Hinweise, dass J. sich bei nahen Verwandten in Mitterdorf aufhalten könnte. Dort erfolgte am Dienstagabend gegen 21 Uhr der Zugriff von Beamten der Kriminalpolizei Regensburg und der Polizeiinspektion Roding. „Keine große Sache“, sagte der Rodinger Polizeichef Arthur Stelzer. Es sei nicht davon auszugehen gewesen, dass der Gesuchte schwer bewaffnet sein würde. Trotzdem seien natürlich alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden.

Der 40-Jährige ließ sich dann ohne großen Widerstand festnehmen. Die Feuerwehr Mitterdorf, die zuvor die Straße abgesperrt hatte, sicherte anschließend die von der Polizei aufgebrochene Wohnungstür ab.

Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Regensburg hat die Flucht keine strafrechtlichen Konsequenzen für den Forensikpatienten. „Eigenflucht ist nicht strafbar“, so Sprecher Theo Ziegler. Über die Auswirkungen der Flucht hinsichtlich der Unterbringung im Maßregelvollzug entscheidet nun das Bezirksklinikum Regensburg. Dort wurde die bisherige Lockerungsstufe aufgehoben, wie Pressesprecherin Lissy Höller auf MZ-Nachfrage mitteilte. Bis auf weiteres erhält der 40-Jährige keine begleiteten Ausgänge mehr. Zu Arztbesuchen oder anderen Terminen werde er in Hand- und Fußfesseln geführt. Wie bisher auch, wird weiterhin mindestens einmal im Jahr geprüft, ob die Unterbringung im Maßregelvollzug bei Christoph J. weiterhin anzuwenden ist, also ob der Patient als gefährlich eingestuft wird.

15-Jährige sexuell missbraucht

MZ-Recherchen zufolge wurde J. in den 1990er Jahren zu einer Jugendstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt, weil er sich an einem 15-jährigen Mädchen vergangen hatte und zudem ein zwölfjähriges Mädchen überfiel und versuchte sexuell zu missbrauchen. Am 17. April nutzte er zusammen mit einem anderen Mann einen begleiteten Spaziergang in einem Einkaufscenter, um aus der Forensik zu entkommen.

Der weiterhin flüchtige Sexualstraftäter, der in Sindelfingen geboren wurde, war 1998 auf Anweisung des Landgerichtes Deggendorf in der Forensischen Abteilung des Bezirksklinikums Regensburg untergebracht worden. Nach Gutachten war der Maßregelvollzug für die Männer 2012 bzw. 2014 gelockert worden. Beide hatten seitdem mehrfach begleiteten Ausgang gehabt. Ende vergangener Woche hatte die Staatsanwaltschaft für Hinweise, die zur Ergreifung der Gesuchten führen, eine Belohnung von jeweils 2000 Euro ausgesetzt.

Kommentar

Zeit zum Nachbessern

Einer der beiden entflohenen Sexualstraftäter ist gefasst. Der Mann ist wieder in der geschlossenen Psychiatrie. Die Bevölkerung ist verständlicherweise...

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