MyMz
Anzeige

Kriminalität

Sicherheitsbeirat bekämpft Raddiebstahl

Das Gremium plant eine Informationskampagne in Regensburg. Die Arbeit der Spezial-Ermittler der Polizei zeigt Erfolge.
Von Julia Ried, MZ

Fahrraddiebe arbeiten oft mit Bolzenschneidern. Doch es gibt auch Schlösser, die sich damit nur schwer knacken lassen.Foto: dpa/Polizei
Fahrraddiebe arbeiten oft mit Bolzenschneidern. Doch es gibt auch Schlösser, die sich damit nur schwer knacken lassen.Foto: dpa/Polizei

Regensburg.In Regensburg sind relativ viele Menschen mit dem Rad unterwegs. Doch weit vorn im Vergleich mit anderen Städten ist die Domstadt auch, was die Zahl der Fahrraddiebstähle im Verhältnis zur Einwohnerzahl betrifft. 2016 gab die Polizei 1147 Fälle an die Staatsanwaltschaft weiter. Der Sicherheitsbeirat der Stadt plant nun eine Öffentlichkeits-Offensive, die die Polizei bei ihrem Kampf gegen Radldiebe unterstützen soll, wie Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer in der Sitzung des Gremiums vergangene Woche sagte.

Die Kampagne soll Diebstählen vorbeugen und der Polizei die Arbeit erleichtern. „Man kann das zum Beispiel tun, in dem man einfach aufklärt, mit Flyern, mit Give-aways, mit Infoständen“, erläuterte Maltz-Schwarzfischer. Denkbar sei auch eine Zusammenarbeit mit Fahrradhändlern, die beim Verkauf Informationen weitergeben könnten. Konkrete Vorschläge zu dem „Jahresthema“ Fahrraddiebstähle soll ab Frühjahr 2018 eine Arbeitsgruppe entwickeln. Bereits ab diesem Herbst befasst sich eine weitere Arbeitsgruppe mit dem ersten „Jahresthema“, Wohnungseinbrüche.

Der Beirat berät die Stadt

Aufgabe des Sicherheitsbeirats ist es nach Angaben der Stadt, „den Stadtrat und die Stadtverwaltung in kriminalpräventiven Angelegenheiten der öffentlichen Sicherheit zu beraten“. Ihm gehören neben dem OB beziehungsweise seiner aktuellen Vertreterin Maltz-Schwarzfischer zwölf Vertreter aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft, etwa aus Sozialarbeit, aber auch Hotellerie und Gastronomie, an. Er tagt zweimal im Jahr.

Die Bürgermeisterin schlug Fahrraddiebstähle unter anderem deshalb als Jahresthema vor, weil sie mit circa 40 Prozent den größten Anteil an allen Delikten in der Stadt stellen. Zwar meldet die Polizei, die im März 2016 eine Spezial-Ermittlungsgruppe „Fahrraddiebstähle“ einrichtete, Erfolge. Die Zahl der Fälle sei seit 2016 rückläufig, sagte der Leiter der Polizeiinspektion Regensburg-Süd, Thomas Schöniger, am Donnerstag im Sicherheitsbeirat. Doch sie soll weiter sinken. Die in der Stadtverwaltung angesiedelte Geschäftsstelle des Sicherheitsbeirats präsentierte deshalb Präventionsmaßnahmen, die in anderen Städten praktiziert werden: Dazu zählen etwa das Aufstellen von Fahrradboxen und die Einrichtung von überdachten und bewachten „Radstationen“ – eine solche gibt es etwa in Augsburg. Thomas Großmüller, im Regensburger Rathaus für den Radverkehr zuständig, sagte: „Da hinkt zugegebenermaßen Bayern noch ein bisschen hinterher.“ Dabei sei der Radverkehrsanteil in Regensburg mit 19 Prozent deutlich überdurchschnittlich, wenn auch nicht spitze. Die Stadt sei dabei, die Altstadt mit mehr „Anlehnbügeln“ auszustatten.

Wolfgang Bogie, Vorsitzender des Kreisverbands Regensburg des ökologisch orientierten Verkehrsclubs Deutschlands (VCD), sagte unserem Medienhaus, noch gebe es deutlich zu wenige Abstellmöglichkeiten für Räder. Bogie beklagte: „Die Leute, die im Geschosswohnungsbau wohnen oder in Studentenwohnheimen, haben oft keine Möglichkeit, ihr Fahrrad vernünftig und sicher unterzustellen.“ Auch in der Altstadt stünden zu wenige Fahrradbügel für Anwohner. Oliver Skinkat, Leiter der Ermittlungsgruppe Fahrraddiebstahl, bestätigte: „Es wäre wünschenswert, dass mehr Radständer vorhanden wären, an denen man sein Fahrrad sicher anschließen könnte.“ Das Diebstahlrisiko sinkt erheblich, wenn Radler den Rahmen ihres Fahrzeugs mit einem vernünftigen Schloss an einen fest im Boden verankerten Bügel anschließen, sagte Skinkat. „Man sagt: Wenn der Dieb länger als drei oder vier Minuten braucht, um das Schloss zu knacken, lässt er meistens davon ab, weil dann auch das Entdeckungsrisiko größer wird, Das Diebstahlrisiko sinkt erheblich, wenn Radler den Rahmen ihres Fahrzeugs mit einem vernünftigen Schloss an einen fest im Boden verankerten Bügel befestigen. „Man sagt: Wenn der Dieb länger als drei oder vier Minuten braucht, um das Schloss zu knacken, lässt er meistens davon ab, weil dann auch das Entdeckungsrisiko größer wird“, erläuterte Skinkat.

Zwar steigt in Regensburg die Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen. 2016 lag sie bei 13,7 Prozent. Dass so viele Fälle unaufgeklärt bleiben, liegt auch daran, dass einige Radler, die bei der Polizei Anzeige erstatten, ihre Fahrzeuge nur vage beschreiben können, viele die Rahmennummer nicht kennen. Der dringende Appell von Polizeichef Schöniger lautet deshalb: „Uns als Polizei wäre schon viel geholfen, wenn jeder Fahrradbesitzer ganz einfach seine Rahmennummer aufschreiben würde, und vielleicht noch mit seinem Smartphone ein Bild von dem Fahrrad machen würde.“

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht