MyMz
Anzeige

Musical

Sie beleben Pünktchen und Anton neu

Am 30. Mai bringt der Cantemus-Chor den Klassiker nach Regensburg. Eine besondere Herausforderung wird das Audimax.
Von Angelika Lukesch

Das Cantemus-Chor-Musical „Pünktchen und Anton“ kommt nach Regensburg. Clara Kneip (11) und Paul Neppl (12) spielen die Hauptrollen. Foto: Altrofoto.de
Das Cantemus-Chor-Musical „Pünktchen und Anton“ kommt nach Regensburg. Clara Kneip (11) und Paul Neppl (12) spielen die Hauptrollen. Foto: Altrofoto.de

Regensburg.Wenn es jemals ein lebendiges Pünktchen gab, dann muss es Clara Kneip sein. Und wenn Anton jemals als Mensch existieren würde, dann müsste er so aussehen wie Paul Neppl. Clara und Paul sind die Hauptdarsteller der neuesten Cantemus-Inszenierung „Pünktchen und Anton“, die am 30. Mai im Audimax Premiere feiern wird. Von den beiden Hauptdarstellern sind alle begeistert, so sehr sind sie die Verkörperung dessen, was Erich Kästner in seinem 1931 erschienenen Kinderbuch erfunden hat.

Schon bei der Probe im Haus der Musik im großen Chorsaal wird deutlich, in welch positiver Stimmung sich die Inszenierung dieses neuesten Cantemus-Projekts abspielt. Im Mittelpunkt steht der musikalische Gesamtleiter Matthias Schlier, der auch die Regie im neuen Stück innehat. „Wir spielen das Musical Pünktchen und Anton nicht in einer modernen Fassung, sondern in der klassischen Fassung“, sagt er.

„Das bedeutet, wir haben eine tolle Musik der zwanziger und dreißiger Jahre, die Kleidung der Protagonisten und die Kulissen sind auch im Stil dieser Zeit gestaltet“, sagt Schlier. Die Musik des Musicals ist von Marc Schubring, der auch schon das Erich Kästner Buch „Emil und die Detektive“ musikalisch auf die Bühne gebracht hat. Die Texte stammen von Wolfgang Adenberg. Ein wenig musste das Musical gekürzt werden. Die Kerntruppe bei dieser Inszenierung besteht aus zehn bis zwölf Personen (Kinder und Erwachsene), die die Soli singen werden. Der Chor A, also Jungen und Mädchen der ersten bis dritten Grundschulklasse ist für die übrigen Gesangseinlagen zuständig. Insgesamt werden zwischen 120 und 140 Kinder aus sieben verschiedenen Regensburger Schulen in den vier geplanten Aufführungen auf der Bühne des Audimax stehen. Mit von der Partie sind auch die Sing- und Blockflötenklassen der Regensburger Grundschulen und die Piu Piu Band.

Zum Schutz ins Audimax

Auch auf die Ausstattung wird großer Wert gelegt. Tanja Jackwerth, die auch mit ihren kreativen Künsten bei der Inszenierung der „Addams Family“ brillierte, zeigt auch bei dieser Aufführung großes Fingerspitzengefühl. Eine Herausforderung sei es, die Aufführungen im Audimax auf die Beine zu stellen: „Das Audimax ist offen, es gibt keine Seitenbühne, es ist eine komplett andere Voraussetzung als im Velodrom.“

Bei den Proben geben die Schauspieler alles. Foto: Angelika Lukesch
Bei den Proben geben die Schauspieler alles. Foto: Angelika Lukesch

Die Chorproduktionen für den Chor A, erklärt Jackwerth, finden immer aus brandschutztechnischen Gründen im Audimax statt, da hier jedes Mal sehr viele Kinder beteiligt seien und es im Velodrom eine personenmäßige Begrenzung gebe. Aufgrund der Gegebenheiten des Audimax müsse ein Grundbild erstellt werden, das für alle Szenen verwendbar sei. „Wir bauen die Dächer Berlins auf. Die Chorkinder werden sozusagen auf den Dächern Berlins spielen und auch die Piu Piu Band werden in dieses Bild mit integriert“, sagt Jackwerth. Sie ist vom Musical „Pünktchen und Anton“ begeistert.

Vor allem lobt sie die beiden Hauptdarsteller Clara Kneip (11) und Paul Neppl (12): „Es ist eine Riesenfreude, der Spiellust der beiden Kinder zuzuschauen.“ Auch die zwei Hauptdarsteller leben für ihre Rolle. „Das Buch Pünktchen und Anton war eines meiner Lieblingsbücher“, sagt Clara. Die Rolle des Pünktchen würde auch sehr zu ihr passen, sagt die Cantemus-Sängerin, denn Pünktchen sei sehr fantasievoll, würde sehr viele Wörter erfinden, die es gar nicht gibt, sei sehr mutig und würde immer zu ihren Freunden halten, so wie sie selbst. „Eine für alle, alle für einen“, sagt die Schülerin des Goethegymnasiums.

Erich Kästner – Der Autor

  • Leben:

    Erich Kästner wurde am 23. Februar 1899 in Dresden geboren. Er arbeitete als Schriftsteller, Drehbuchautor, Publizist und Kabarettdichter. Während des NS-Regimes veröffentlichte er gesellschaftskritische Schriften. Er war einer der Intellektuellen, die öffentlich gegen den Nationalsozialismus auftraten. Seine Werkewurden auf die Liste der als „undeutsch“ diffamierten verbrannten Bücher gesetzt.

  • Das Buch:

    „Pünktchen und Anton“ ist sein zweites Kinderbuch. Es erschien 1931. Die Geschichte erzählt vom kleinen Mädchen Pünktchen aus wohlsituiertem Haus, das in einem lieblosen Elternhaus aufwächst. Sie schließt Freundschaft mit dem Jungen Anton, der arm ist und für seine Mutter Geld verdienen muss. Eine Rolle spielt auch Pünktchens Kinderfräulein, das von ihrem Verlobten erpresst wird.

Paul besucht die Bischof Manfred Müller Schule. „Ich fand es cool, dass mir hier Schlier die Rolle des Anton zugetraut hat,“ sagt Paul. Die Proben, die erst vor drei Wochen begonnen haben, seien schon anstrengend, „aber wenn man bedenkt, dass man dann vor so vielen Menschen auftritt und das gut kann, dann freut man sich schon, vor allem, wenn dann die komplette Family dabei ist“, sagt der Anton-Darsteller.

Das erste Mal Solo

Beide Kinder singen zum ersten Mal eine Solo-Rolle. Ester Baars Platz im Probenraum ist an einem Tisch nahe beim Klavier, an dem Matthias Schlier setzt. Vor ihr liegen mehrere Hefte, handbeschriebene Zettel und Notizblöcke. Wofür sie genau da ist? „Für alles“, sagt sie. Eigentlich ist sie als Stimmbildnerin hier angestellt, aber sie spielt in diesem Stück selber mit – als Köchin Berta. Gleichzeitig hilft sie bei der musikalischen Einstudierung tätig oder korrepetiert, wenn Schlier nicht kann.

Musical

Aus lauter Träumen erwachsen

Bei der Premiere von „Die Schöne und das Biest“ lässt sich das Publikum verzaubern. 200 Kinder des Cantemus-Chors sind dabei.

Außerdem erfüllt sie die Aufgabe eines Regieassistenten, „aber da helfen eigentlich alle mit“, sagt Baar. An der Cantemus-Inszenierung von „Pünktchen und Anton“ mag Baar vor allem die Besetzung der Rollen. „Es ist eine Freude, den Kindern zuzuschauen und auch die verschiedenen Altersgruppen zu sehen, wie sie miteinander spielen. Das ist superschön.“

Weitere Nachrichten aus Regensburg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht