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Musik

Sieben Alternativen zur Regensburg-Hymne

In der Kneipe Heimat gab es am Mittwoch einen offenen Band-Contest, bei dem heimische Musiker ihre eigenen Songs vorstellten.
Von Curd Wunderlich, MZ

„Ganz Egal“ rissen das Publikum mit ihrer Hymnen-Idee „Am selben Fleck“ mit.
„Ganz Egal“ rissen das Publikum mit ihrer Hymnen-Idee „Am selben Fleck“ mit. Foto: Wunderlich

Regensburg.Noch nicht einmal drei Wochen ist es her, dass Bad Abbachs stellvertretender Bürgermeister Christian Hanika seine Stadthymne „Rengschbuag“ veröffentlichte, da stehen potentielle Nachfolger schon Schlange. Hanikas Musikvideo, das bei Youtube mittlerweile auf über 50 000 Klicks kommt, rief und ruft reichlich Reaktionen hervor: Zum Fremdschämen und Ohrenkrebs verursachend finden es die einen, die anderen haben „a echt schön’s Lied“ gehört.

In der „Heimat“, einer Kneipe Am Römling, wo es oft Live-Musik zu hören gibt, war man sich einig: „Das kann man so nicht stehen lassen!“ Und so gab es am Mittwochabend einen offenen Band-Contest, bei dem heimische Musiker alternative Regensburg-Hymnen vor großem Publikum zum Besten geben konnten. Insgesamt sieben Gruppen ganz unterschiedlicher Stilrichtungen traten auf die Bühne. Am Wochenende sollen die Songs auf der Facebook-Seite der „Heimat“ und auf der Website www.heimat-regensburg.de veröffentlicht werden. Dann sollen die Regensburger abstimmen, welches Lied ihre neue Hymne werden soll.

Sieben Alternativen zur Regensburg-Hymne

Den Anfang machten die „3 falschen Töne“, die schon vor einigen Jahren ihr „Rengschburg-Lied“ geschrieben haben. Schon damals sei ihre Intention gewesen, „ein g’scheids Lied“ über die Welterbestadt zu schreiben, das es bis dahin noch nicht gegeben habe. Die drei Herren wollen ihr Lied aber gar nicht als „Hymne“ verstanden wissen, sondern als Liebeslied „an eine 2000 Jahre alte Geliebte“. Die überwiegend jungen Leute in der „Heimat“ waren begeistert von den drei betagteren Musikern, sangen und klatschten mit.

Die „Ratisbone Rhythmical“ gaben dem Publikum gleich zu verstehen, wo die Reise mit ihnen hingeht: „Unser Lied ist ein echter Schmarrn.“ Eine Gruppe aus Schülern und einem Lehrer des Von-Müller-Gymnasiums provozierte mit ihrem rhythmischen Sprachgesang über die Donau und das Schloss der Adelsfamilie Thurn und Taxis aber zumindest viele Lacher.

Ro Anker sang über die „Sonne über Regensburg“ und wollte damit die verliebte Stimmung in der Stadt wiedergeben. Den eingängigen Refrain „Hast du schon mal die Sonne gesehen, hast du schon mal geliebt?“ sang das Publikum schon beim zweiten Mal mit. Wie weit das schlagerartig anmutende Lied von Hanikas „Original-Hymne“ entfernt war, fragte sich aber doch der ein oder andere Zuhörer.

Das Youtube-Video zu Hanikas Hymne sehen Sie hier:

Mit am meisten Jubel staubten „Ganz Egal“ mit ihrer Hymnen-Idee „Am selben Fleck“ ab. Dafür, dass der Song in kürzester Zeit entstehen musste, gefiel er mit durchdachten Textpassagen und der passenden musikalischen Untermalung. „Ganz Egal“ besingen Regensburg als Stadt ihrer jungen Einwohner. Ihre Intention eine Alternative zu Christian Hanikas „Rengschbuag“ vorzulegen? „Die Hymne war nicht ganz geil, deswegen sind wir heute „Ganz egal“.“

Die „Hippen Herren“ reisten extra aus München an und begeisterten das Publikum mit „Zwei Schlüssel“.
Die „Hippen Herren“ reisten extra aus München an und begeisterten das Publikum mit „Zwei Schlüssel“. Foto: Wunderlich

„Regensburg ist nicht Bad Abbach“ war die Hauptaussage des Songs von Park Punk mit dem gleichlautenden Titel. Mit Textzeilen wie „Regensburg ist cool, aber eine Hymne kann nur peinlich sein“, sorgte die Band für Lacher und Jubel.

Als vorletzte Band traten „Hippe Herren“ mit „Zwei Schlüssel“ auf die Bühne. Die extra aus München angereisten Regensburger Rapper begeisterten mit ihren Texten das Publikum. Dabei hätten sie sich erst am Sonntag ganz spontan entschieden, mitzumachen und schrieben dann schnell ihren Text. Heraus kam dabei der Refrain: „Regensburg, du geile Stod, du hast a Antlitz, das keine and’re Stadt ned hod.“ Den Nerv der Zuhörer in der „Heimat“ trafen sie damit voll und ganz.

Hymne von Hanika

  • Die Original-Hymne:

    „Rengschbuag“ von Christian Hanika ist auf Youtube abrufbar. Auf Youtube hat Hanika mittlerweile auch eine fast neunminütige „Klarstellung zur Stadthymne“ veröffentlicht.

  • Die Alternativen:

    Die Alternativen sollen ab dem Wochenende auf der Facebookseite der „Heimat“ und unter www.heimat-regensburg.de zur Abstimmung bereitstehen.

  • Die „Heimat“:

    In der Bar Am Römling 9 treten regelmäßig lokale, aber auch internationale Künstler auf. Das aktuelle Programm ist auf der Facebook-Se

Als letzter gab Heido, ein Solosänger mit Gitarre, seinen Hymnen-Vorschlag zum Besten. Er hatte ihn einfach „Regensburg“ getauft und ist wenn er an die Donaustadt denkt, überzeugt: „Du lebst seit langer Zeit in Bayern, drum ist auch was aus dir wor’n.“ Dem eher bedächtigen Lied lauschte das Publikum schweigend, der Jubel danach war dafür umso lauter.

Es gibt noch weitere Songs für Regensburg. Wir haben die besten (und skurrilsten) herausgesucht.

Tobias Maier, der das Event in der „Heimat“ hauptverantwortlich organisiert hat, war am Ende überzeugt: „Wir haben ein paar ganz gute alternative Hymnen gefunden!“ Christian Hanika, der eigentlich zuhören wollte, schaute zwar in der Bar vorbei, kam aber erst an, als alle Auftritte schon vorbei waren. Im Gespräch mit unserem Medienhaus meinte er: „Schön, dass jetzt mehr Musiker über Regensburg singen. Was da gut oder schlecht ist, soll doch jeder selber entscheiden.“ Er jedenfalls freue sich, dass er mit seinem Song eine solche Flut an Liebeserklärungen an Regensburg losgetreten habe.

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