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Luftbelastung

Silvester-Feuerwerk: Verbot gefordert

Die Deutsche Umwelthilfe beantragt in 31 Städten die Beschränkung der privaten Böllerei: Unter anderem auch in Regensburg.

Beim Silvester-Feuerwerk zum Jahreswechsel 2019 explodierten auch die Feinstaub-Werte in Regensburg. Foto: Daniel Steffen
Beim Silvester-Feuerwerk zum Jahreswechsel 2019 explodierten auch die Feinstaub-Werte in Regensburg. Foto: Daniel Steffen

Regensburg.Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) stellt bei 31 Städten formelle Anträge zum Verbot beziehungsweise zur Beschränkung der Silvester-Böllerei als wichtige Einzelmaßnahme für die Luftreinhaltung. Darüber informiert die DUH in einer Pressemitteilung. Die formellen Anträge richten sich an die Städte, in denen die DUH Rechtsverfahren zur „Sauberen Luft“ führt und deren innerstädtische Luft mit einer Feinstaubbelastung von mindestens 20 µg/m3 belastet ist. Diesen Grenzwert hat bereits vor Jahren die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen. Unter den 31 Städten ist auch Regensburg mit einem Wert von 20 µg PM10/m3.

Anpassung der Luftreinhaltepläne

Die DUH beantragt von den betroffenen Städten eine Anpassung der Luftreinhaltepläne, beziehungsweise kommunale Entscheidungen zur Silvester-Böllerei. Die DUH befürwortet ausdrücklich die Durchführung professionell und zentral organisierter, vor allem die Luftqualität nicht beeinträchtigender Silvester-Feuerwerke außerhalb der belasteten Innenstadtbereiche.

Berlin und München kommen der Forderung nach und wollen Pyrotechnik in den Innenstädten beschränken.

Lesen Sie auch: Grenzwerte an fünf Tagen überschritten

Silvester

Feinstaub lässt Huber in Regensburg kalt

Der Bürgermeister ist gegen ein Feuerwerksverbot. Das Sprengstoffgesetz sei nicht auf seiner Seite. In Straubing geht es.

5000 Tonnen Feinstaub

Innerhalb weniger Stunden setzen die Feuerwerksböller zum Jahreswechsel circa 5000 Tonnen besonders giftigen Feinstaubs frei, heißt es in der Pressemitteilung der DUH. Der aus Feuerwerkskörpern stammende Feinstaub sei besonders hoch mit giftigen Stoffen belastet, sodass seine negativen gesundheitlichen Auswirkungen deutlich höher seien als bei den sonstigen Feinstaubquellen.

Die Menge des in diesen wenigen Stunden um den Jahreswechsel freigesetzten Feinstaubs entspreche etwa 16 Prozent der jährlich im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge.

Hintergründe

  • Feinstaub:

    Feinstaub (PM10) ist ein Luftschadstoff, der insbesondere gesundheitlich vorbelasteten Menschen mit Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen sowie Schwangeren und Kindern schaden kann. Da es keine Unbedenklichkeitsgrenze für Feinstaub gibt, also jeder Anstieg der Konzentration in der Atemluft zu erhöhter gesundheitlicher Belastung führt, muss diese möglichst weitgehend reduziert werden.

  • Jahresmittelwert:

    Die WHO hat daher einen Jahresmittelwert von 20 µg/m3 festgelegt und fordert die Herabsetzung der derzeit 35 erlaubten Überschreitungstage auf 3 Tage. Die DUH ist mit ihrer langjährigen Forderung nach einer Angleichung der Partikel-Grenzwerte auf WHO-Niveau nicht allein, auch das Umweltbundesamt fordert eine Verschärfung der Grenzwerte für Feinstaub.

  • Betroffene Städte:

    Besonders hoch ist die Belastung in Stuttgart, Berlin und Gelsenkirchen mit jeweils 29 µg PM10/m3 im Jahr 2018. Aber auch in Hagen (28 µg PM10/m3), Köln (27 µg PM10/m3), Halle (27 µg PM10/m3), Nürnberg (26 µg PM10/m3), Essen (26 µg PM10/m3), Esslingen (25 µg PM10/m3), Heilbronn (25 µg PM10/m3), Ludwigsburg (25 µg PM10/m3), München (25 µg PM10/m3), Frankfurt (25 µg PM10/m3), Dortmund (25 µg PM10/m3), Düsseldorf (25 µg PM10/m3), Oberhausen (25 µg PM10/m3), Hamburg (24 µg/m3; hier hatte der BUND geklagt), Limburg (24 µg PM10/m3), Bielefeld (24 µg PM10/m3), Mainz (24 µg PM10/m3), Reutlingen (23 µg PM10/m3), Offenbach (23 µg PM10/m3), Kiel (22 µg PM10/m3), Würzburg (22 µg PM10/m3), Hannover (22 µg PM10/m3), Oldenburg (22 µg PM10/m3), Wuppertal (21 µg PM10/m3), Aachen (20 µg PM10/m3), Darmstadt (20 µg PM10/m3), Regensburg (20 µg PM10/m3) und Passau (20 µg PM10/m3) wurde der WHO-Grenzwert im Jahresmittel 2018 überschritten.

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