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Erziehung

Sind Smartphones eine Gefahr für Kinder?

Vier Medien- und Erziehungsexperten diskutierten in Regensburg über Auswirkungen von social media und Co. auf Jugendliche.
Von Aaron Graßl

Dr. Hermann Scheuerer-Englisch, Ester Christmann, Moderatorin Ulrike Hecht, Maximilian Seeberger und Kevin Goodin diskutierten gemeinsam mit Eltern über die Auswirkungen des Social-Media-Konsums. Foto: Graßl
Dr. Hermann Scheuerer-Englisch, Ester Christmann, Moderatorin Ulrike Hecht, Maximilian Seeberger und Kevin Goodin diskutierten gemeinsam mit Eltern über die Auswirkungen des Social-Media-Konsums. Foto: Graßl

Regensburg.Stellen Smartphone und soziale Medien eine Gefahr für Kinder und Jugendliche dar? Darüber diskutierten im Rahmen der Vortragsserie zum Thema Pubertät folgende Fachleute: Spieleentwickler Kevin Goodin, Medien- und Spielpädagoge Maximilian Seeberger, Ester Christmann von der Jugendschutzstelle beim Amt für Jugend und Familie der Stadt Regensburg und Dr. Hermann Scheuerer-Englisch, Leiter der Erziehungsberatungsstelle der Katholischen Jugendfürsorge, traten in regen Austausch mit Eltern, moderiert von Ulrike Hecht vom den Regensburger Eltern e.V.

Laut einer DAK-Studie sind in Deutschland etwa 100 000 Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren abhängig von Social Media. Sucht, so Christmann, bedeute, wenn die Leidenschaft zur Belastung werde. Diese sei jedoch schwer festzustellen, da das Smartphone an sich nur ein Gerät sei, das für vielerlei Beschäftigungen genutzt werden könne. Somit müsse die Tätigkeit am Smartphone analysiert werden, bevor von Abhängigkeit gesprochen werden könne. Die Nutzungszeit sage noch nicht zwingend etwas über eine Suchterkrankung aus.

Dennoch, so waren sich die Experten einig, ginge mit den digitalen Medien eine signifikante Veränderung des Kommunikationsverhaltens einher. Die Angst, etwas zu verpassen, wenn man für längere Zeit nicht auf sein Handy schaut, belaste viele Smartphonenutzer. Zudem bestehe die Gefahr, dass Kinder und Jugendliche ihr Interesse an Hobbys oder anderen Beschäftigungen verlieren würden. Der soziale Kontakt finde oftmals nur über Social Media statt. Scheuerer-Englisch warnte auch vor negativen Auswirkungen auf das Langzeitgedächtnis. Daher sollte das Handy während Lern- und Hausaufgabenzeiten ausgeschaltet werden. Außerdem sollten Kinder nicht zu früh, etwa in der Grundschule, mit digitalen Medien in Kontakt kommen.

Die Diskussionspartner waren sich einig, dass der Diskurs mit den Kindern notwendig sei. Verbote oder gar ein Machtkampf mit den Heranwachsenden seien wenig zielführend.

Studie

  • Veranstalter:

    Organisiert wurde der Abend von der Buchhandlung Dombrowsky, dem Verein Regensburger Eltern, Montessori Regensburg, der KJF und der VHS.

  • Studie:

    Thema des Abends war auch eine Studie, bei der die Social-Media-Abhängigkeit bei 12- bis 17-Jährigen untersucht wurde. Demnach wird das Smartphone oft als Ablenkung benutzt. Schlafstörungen, Streitigkeiten und Desinteresse an sozialen Aktivitäten seien häufige Folgen.

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