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Kultur

So bespielt das Theater das Antoniushaus

Jetzt ist es offiziell: Während der Sanierung des Regensburger Velodroms wird das Veranstaltungszentrum Ersatzbühne.
Von Julia Ried

Am Antoniushaus wird gerade gebaut, das Veranstaltungszentrum selbst wird in diesem Jahr saniert. Foto: Tino Lex
Am Antoniushaus wird gerade gebaut, das Veranstaltungszentrum selbst wird in diesem Jahr saniert. Foto: Tino Lex

Regensburg.Jetzt bekennt die Stadt Farbe: Das Theater Regensburg soll während der Sanierung des Velodroms zwischen 2021 und 2025 das Antoniushaus im Kasernenviertel als Ausweichspielstätte nutzen. Diese bisher noch nicht offiziell bestätigte Lösung schlägt die Stadtverwaltung den zuständigen Ausschüssen des Stadtrats vor. „Die relativ zentrale Lage und die im Vergleich zu den anderen Ausweichvarianten sehr günstigen Kosten waren ein gewichtiger Grund für die Entscheidungsfindung“, begründet dies die Verwaltung.

Hinzukomme, dass das das Antoniushaus „in einem bis dato wenig kulturell erschlossenen Stadtteil von Regensburg liegt“. Zusätzlich zum Spielbetrieb im Gebäude selbst plane das Theater daher, „die gesamte Peripherie des Antoniushauses theatralisch kreativ zu bespielen und damit auch als kultureller Brückenbauer zu fungieren“. Auch sei die Spielstätte gut ans Busnetz angebunden. Die Stadt prüfe, ob die abendlichen Besucher die Parkplätze der Berufsschule nutzen können oder im Rahmen eines speziellen Rabattsystems die in den Arcaden.

Schauspiel und Junges Theater ziehen ein

Das Theater werde in der Umbauphase die Spielstätte im Osten bevorzugt für Schauspielproduktionen sowie für das „Junge Theater“ nutzen. Ob die Größe der Bühne ausreichend für Tanzproduktionen sei, werde gegenwärtig geprüft. Für Musiktheater sei das Antoniushaus wegen des fehlenden Orchestergrabens und der begrenzten Künstlergarderoben nicht geeignet, so dass der Spielbetrieb im Theater am Bismarckplatz umstrukturiert werden müsse.

Das Antoniushaus

  • Geschichte:

    Das Antoniushaus im Mühlweg im Kasernenviertel ist das alte Pfarrzentrum der Pfarrei St. Anton. 1954 wurde der Bau südlich der Kirche fertiggestellt. Der namhafte Regensburger Architekt Karl Schmid hatte es entworfen. Der Komplex mit Gaststätte, Festsaal und weiteren Räumen ist ein asymmetrisch angelegter Bau mit Pultdach.

  • Sanierung:

    Das Veranstaltungszentrum wird 2020 saniert, deshalb ist es schon seit April 2018 geschlossen. 2021 erwartet die Besucher wohl ein Saal in der Original-Optik der 50er-Jahre, die für viel Aufsehen sorgte. Der Chef-Denkmalpfleger der Stadt, Dr. Eugen Trapp, beschreibt die Farbgebung als Zusammenspiel von Orange-, Grün- und Blautönen.

Das Theater will das Antoniushaus Mitte Juli 2021 beziehen, um dort zur Eröffnung der Saison 2021/22 spielen zu können. Nach einem ersten aktuellem Sanierungsplan solle der Umzug zurück in das Velodrom ab Juli 2025 möglich sein. Die jährliche Produktion der Theatergruppe St. Anton will das Theater Regensburg ermöglichen. Ob weitere externe Veranstaltungen möglich sein werden, ist Intendant Jens Neundorff von Enzberg zufolge noch unklar. Er sagt: Das Theater arbeite aktuell noch an der Disposition für die Spielzeit 2021/22. „Derzeit können wir deshalb leider noch keine Aussagen treffen, in welchem Umfang Gastspiele beziehungsweise Vermietungen möglich sind. Grundsätzlich sind wir daran interessiert.“

Vor der sanierungsbedingten Schließung Ende März 2018 war das Antoniushaus eine äußerst beliebte Örtlichkeit für verschiedenste Veranstaltungen, von Boxkämpfen über zahlreiche Kulturveranstaltungen, ob Konzert oder Kabarett, bis zu großen Vereinstreffen. Der Saal hatte mit circa 600 Sitz- und etwa 800 Stehplätzen die richtige Größe für viele und war auch günstiger als die Alternativen. Noch im September 2019, als die Nachricht von der Verzögerung der Sanierung die Runde machte, hieß es von der Alten Mälzerei dazu: „Für uns ist es natürlich sehr schlecht.“ Kulturveranstalter Alex Bolland allerdings sagt zu der Nachricht, dass das Antoniushaus nun möglicherweise noch länger nicht als Veranstaltungsort zur Verfügung steht: „Ich seh das völlig entspannt.“ Inzwischen gebe es mit dem Regensburger Marina-Forum und dem Lappersdorfer Aurelium auch Alternativen.

Etwas weniger Sitzplätze

Im Antoniushaus werden für die Theaterzuschauer 480 Sitzplätze auf einer ansteigenden Zuschauertribüne zur Verfügung stehen. Das Velodrom hat 600 Plätze. Würde die Zahl der Vorstellungen gleichbleiben, müssten an 130 Termin insgesamt circa 6300 Besucher abgewiesen werde, was Einkommenseinbußen von rund 95000 Euro bedeute, heißt es in der Beschlussvorlage. Falls dadurch keine Mehrkosten entstehen, sind daher mehr Vorstellungen das Ziel. Insgesamt ergäben sich während der Sanierungsdauer Mehraufwendungen von insgesamt 2,2 Millionen Euro, unter anderem für Umzugskosten und Ersatzbüros.

Einen finalen Preis für die Vermietung des Antoniushauses an das Theater gibt es Erbpächter Karl Kotz zufolge noch nicht. Erst wenn der Stadtratsbeschluss vorliege, könnten die Gespräche abgeschlossen werden. Am 31. Januar steht das Thema auf der Tagesordnung des Stadtrats.

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