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Training

So meistern Sie den Haushalt

Expertinnen gaben in Regensburg Tipps zum Sparen, Kochen und Putzen. Die Mittelbayerische hat sie gesammelt.
Von Curd Wunderlich

Elisabeth Hein (links) referierte zum Thema Kochen. Foto: Wunderlich
Elisabeth Hein (links) referierte zum Thema Kochen. Foto: Wunderlich

Auskommen mit dem Einkommen: Wie reicht das eigene Budget?


Viele deutsche Haushalte stecken so tief in den Schulden, dass sie ihre Finanzen alleine nicht mehr in den Griff bekommen. Der Verbraucherservice Bayern will mit dem Baustein Finanzen in seinem Haushaltstraining dafür sorgen, dass es bei den Teilnehmern soweit erst gar nicht kommt. Andrea Grittner übernahm beim Kurs in Regensburg, der dort zweimal jährlich stattfindet, die Erklärungen dazu. Sie sagte: Jeder Haushalt sollte sich regelmäßig einen Überblick über seine finanzielle Situation verschaffen. Teilnehmerinnen des Kurses am vergangenen Wochenende lernten dazu unter anderem, Kassenbelege künftig aufzubewahren.

Der richtige Umgang mit Geld sei zum großen Teil Kopfsache, betonte Grittner. Psychologie und Geld seien eng miteinander verknüpft. Wichtig sei, ein Gefühl für Zinsen zu bekommen: Wer sich mit den Zinssätzen aus dem Spar- und Kreditbereich auseinandersetzt, merke nämlich schnell, dass es wirtschaftlicher ist, möglichst wenig Kredite aufzunehmen – oder noch besser: gar keine. Nur wer sparsam wirtschafte, habe langfristig die Chance, auch Rücklagen zu bilden, betonte Grittner. Das entspreche dann auch der eigentlichen Bedeutung des Wortes „haushalten“, nämlich: mit einem begrenztem Budget auskommen und eben sparsam wirtschaften.

Regional und saisonal kochen – ohne ewig in der Küche zu stehen

Elisabeth Hein referierte zum Thema Kochen. Sie kocht leidenschaftlich gerne: „Aber ewig in der Küche stehen will ich auch nicht.“ Ihr war es deshalb ein Anliegen, zu vermitteln, dass auch regionale und saisonale Küche schnell gehen kann.

Zunächst vermittelte Hein alltagstaugliche Praxistipps: So sind bei Getreideprodukten wie Brot oder Nudeln die Vollkornvarianten die beste Wahl für die Gesundheit, denn: Solche sättigen länger und enthalten mehr Nährstoffe als Weißmehlprodukte. Ballaststoffe aus Vollkorn senken das Risiko für Diabetes mellitus Typ 2, Fettstoffwechselstörungen, Dickdarmkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Zum Thema Trinken erklärte Hein, dass Wasser immer die beste Wahl ist. Eine Mutter, die am Kurs teilnahm, fragte dazu nach, wie sie das bei ihrem fünfjährigen Kind händeln könne: Das trinke einfach ungern und deshalb zu wenig Wasser und bekomme deshalb häufig Saftschorlen mit einer Mischung aus einer Hälfte Saft und einer Hälfte Wasser. Hein empfahl, die Mixtur auf ein Drittel Saft und zwei Drittel Wasser zu ändern. „Das kann man nach und nach reduzieren, dann stört Kinder das gar nicht so.“

Als die Teilnehmerinnen selbst am Herd standen, zauberten sie innerhalb kurzer Zeit einfache, günstige Gerichte unter Heins Anleitung, zum Beispiel Kartoffelsuppe und Putengeschnetzeltes. Heins Tipps: Alle Vorbereitungen sollten erledigt sein, bevor der Herd angeschaltet wird. Und gleiche Arbeitsschritte – wie Obst schälen – sollten in einem Zug erledigt werden. Viele Gerichte könne man zudem durch minimale Veränderungen entscheidend verändern – eine einfache Kartoffelsuppe schmeckt zum Beispiel mit Wiener Würstchen gleich ganz anders.

Sauber waschen und putzen und dabei die Umwelt schonen


Unter Anleitung von Michaela Tschuschner konnten die Kursteilnehmerinnen in Regensburg im Baustein Reinigung und Wäschepflege genau nachwiegen, wie viel Wäsche eine Standard-Waschmaschine aufnehmen kann und ihre Bügelfertigkeiten perfektionieren. Tschuschner stellte zudem klar, dass es die kaum noch überschaubare Vielfalt an Reinigungsmitteln auf dem Markt aus ihrer Sicht eigentlich gar nicht brauche: Letztlich sei ein Haushalt bereits ausreichend ausgestattet, wenn Neutralreiniger, Glasreiniger, Spülmittel, Zitronensäure und ein Badreiniger immer griffbereit sind. Das sei auch eine finanzielle Frage: Die Industrie entwickle seit 50 Jahren immer neue Produkte, um damit in erster Linie Geld zu verdienen.

Ausführlich erläuterte die Referentin den „Sinnerschen Kreis“, der fünf Reinigungsfaktoren umfasst, nämlich: Wasser, Zeit, Mechanik, Chemie und Temperatur. Wenn bei einem Reinigungsprozess einer dieser Faktoren reduziert werde, müsse ein anderer verstärkt werden, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Beispielhaft könne man an der Waschmaschine ein Programm wählen, dass zwar Wasser spare und mit niedriger Temperatur arbeite, dafür dauere es dann eben länger, bis die Wäsche fertig ist.

Um genau zu wissen, für welche Wäsche welches Programm am geeignetsten ist, riet Tschuschner dazu, Bedienungsanleitungen genau zu lesen. Das sei zwar mühselig, helfe aber am Ende Wasser und Energie (und damit Geld) zu sparen.

Einen Artikel zum Thema „Hauswirtschaft als berufliche Chance“ lesen Sie hier.

Das sagen Teilnehmerinnen

  • Philippine Bierlmeier (68): „Ich bin im Internat aufgewachsen und habe später immer auswärts gegessen. Kochen habe ich nie gelernt und mache es selbst auch erst seit zwei Jahren. Das ist leider oft noch ziemlich eintönig. Heute habe ich viel dazugelernt, wie man variieren kann und wie man Gerichte mit den gleichen Grundzutaten leicht abändern kann.“

  • Katrin (21) und Michaela (27) Reithner:

    „Unsere Eltern haben uns den Kurs zu Weihnachten geschenkt. Bei den Finanzen war es spannend, zu sehen, auf was man bei den Zinsen alles aufpassen muss. Beim Kochen haben wir auch viel Neues gelernt. Wir wohnen zwar beide noch zu Hause. Aber nicht mehr lange und dazu ist es dann schon gut, noch mehr zu wissen.“

  • Magdalena Griesbauer (23):

    „Einen eigenen Haushalt habe ich schon seit fünf Jahren, man kann aber trotzdem noch viel lernen. Ich nehme vor allem mit, dass man die Lebensmittel, die man so hat, auf unterschiedlichste Weise zubereiten kann. Bei den Finanzen merke ich mir, dass es besser ist, bar zu zahlen – weil man dann einen besseren Überblick behält.“

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