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Engpass

Soziale Futterstelle bangt um Zukunft

Die Einrichtung in der Drehergasse hilft Tier und Mensch aus der Not. Nun sucht der Verein einen neuen Vorstand.
Von daniel Steffen, Mz

Gudrun Wilke (l.) scheidet aus dem Vorstand, als Nachfolgerin stünde eventuell Helga Graef bereit. Foto: Steffen
Gudrun Wilke (l.) scheidet aus dem Vorstand, als Nachfolgerin stünde eventuell Helga Graef bereit. Foto: Steffen

REGENSBURG.Seit 2013 hilft sie Menschen in der Not, nun ist sie selbst in Not geraten. Die Soziale Futterstelle in der Drehergasse bangt um ihre Zukunft. „Sollten sich keine neuen Vorstandsmitglieder finden, müssen wir unsere Pforten schließen“, sagt die bisherige Vorsitzende Gudrun Wilke. Sie stelle sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung und zieht zurück in ihre alte Heimat nach Schleswig-Holstein. „Ich war jetzt 40 Jahre in Regensburg und gehe in drei Monaten in Rente“, sagt Wilke. Mit nach Lübeck nimmt sie ihre vier Katzen. Und baut auf ihre Familie, die nach wie vor im Raum Lübeck wohnt. „Wenn mal was mit mir ist, weiß ich, dass dort meine Katzen gut versorgt sind.“

Auch die zweite Vorsitzende Julia Scheitterer scheidet aus ihrem Amt – aus beruflichen Gründen. „Eine Vereinsauflösung wäre natürlich eine Katastrophe“, sagt Wilke. Schließlich habe die Soziale Futterstelle eine Verantwortung gegenüber bedürftigen Menschen in der Stadt und im Landkreis Regensburg. „Viele unsere Kunden könnten ohne unsere Hilfe ihre vierbeinigen Lieblinge nicht behalten“, erklärt sie den Ernst der Lage. Hauptaufgabe der Sozialen Futterstelle sei schließlich, bedürftige Tierhalter mit Futter für ihre vierbeinigen oder gefiederten Lieblinge auszustatten.

Einmal im Monat, bei der Ausgabe, können die Halter das benötige Futter in der DrehDie Armut lässt Tierfreunde verzweifelnergasse abholen. „Insgesamt haben wir 320 Tiere von 143 Haltern in der Kartei“, sagt Gudrun Wilke. Ein Großteil der versorgten Tiere sind Katzen (213) und Hunde (107). Ihre Besitzer stammen zumeist aus der Stadt (75 Prozent) sowie aus dem Landkreis Regensburg. Vereinzelt gebe es auch Klienten aus den Landkreisen Kelheim und Cham. Wie Wilke betont, seien fast zwei Drittel der bedürftigen Halter Rentner, ein knappes Drittel der Klienten beziehe Stützen wie Sozialhilfe oder Hartz 4. Der Klienten-Anteil an Geringverdienern liege bei rund sechs Prozent.

Auch übernimmt die Soziale Futterstelle die Tierarztkosten ihrer Klienten. Der Posten belief sich Wilke zufolge auf rund 29 000 Euro im vergangenen Jahr. Ferner gebe es einen Sozialdienst für mobil eingeschränkte Menschen, denen das Tierfutter nach Hause gebracht wird. Nicht zuletzt müssen auch chronisch kranke und alte Haustiere versorgt werden.

Sollten alle Stricke reißen, springt Helga Graef als neue Vorsitzende in die Bresche. Die Büroangestellte ist Gründungsmitglied des Vereins und war die ersten zwei Jahre dessen Schatzmeisterin. In jedem Fall würden die Bewerber in die Arbeit eingewiesen werden, sagen Gudrun Wilke und Helga Graef, die nun auf rasche Abhilfe hoffen.


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