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Infrastruktur

„Soziale Stadt“ stößt auf Zweifel

Die Verbesserungen im Stadtosten bleiben aus, klagen Anwohner. Die CSU diskutierte mit ihnen über das Projekt.
Von Daniel Steffen

Auch der zunehmende Lärm bereitet den Anwohnern im Stadtosten Sorgen. Foto: Koller
Auch der zunehmende Lärm bereitet den Anwohnern im Stadtosten Sorgen. Foto: Koller

Regensburg.Vielen Bürgern im Stadtosten ist nicht recht klar, inwiefern das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ langfristige Verbesserungen im Stadtteil bewirken kann. Es herrscht große Unsicherheit darüber, auf welchen Wegen Fortschritte erreicht werden können, und der Frust gegenüber Stadtverwaltung und Politik sitzt tief.

Dieses Stimmungsbild ergab sich am Montagnachmittag, als der CSU-Ortsverband Stadtosten zu einer Diskussionsveranstaltung in die gut besuchte Gaststätte „Alter Schlachthof“ eingeladen hatte. Groß war das Interesse daran, zu erfahren, wie Anregungen aus der Bürgerschaft Einfluss auf städtebauliche Veränderungen nehmen können. Mit der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner, die von ihrem Parteikollegen MdB Peter Aumer eingeladen wurde, zeichnete eine Expertin auf diesem Gebiet soziale Verbesserungen in ihrer oberfränkischen Heimat auf. Letztendlich brauche es „für alle Regionen gute Ideen“, sagte sie. Im Sommer 2016 hatte der Regensburger Stadtrat beschlossen, das „Untersuchungsgebiet Innerer Südosten“ in das Programm aufzunehmen.

Verbesserungen anstoßen

Der Stadtrat hofft, so dem Mangel an Grün- und Aufenthaltsflächen entgegenzuwirken, soziale Verbesserungen anzustoßen und neue Angebote zur Integrationsförderung zu schaffen. Auch hinsichtlich des Lärmschutzes und der Beseitigung von „Angsträumen“ sollten im Interesse der Anwohner Fortschritte gemacht werden.

Geschehen sei bis dato wenig, bemängelte CSU-Ortsvorsitzende Bernadette Dechant. „Von einer Gemeinschaft kann im Stadtsüdosten nicht mehr die Rede sein“, sagte sie. Dazu beigetragen habe auch der hohe Ausländeranteil, der sich am Hohen Kreuz mittlerweile auf 63 Prozent belaufe. So sehr sie das Programm „Soziale Stadt“ auch schätze, so skeptisch sei sie bei der Umsetzung in Regensburg.

MdB Zeulner war zu Gast. Foto: mds
MdB Zeulner war zu Gast. Foto: mds

Auch das städtische Vorhaben, mehrere Wohngebiete im Stadtosten zu einem „Stadtteil der Zukunft“ zusammenwachsen zu lassen, sei bislang nicht realisiert worden. Die „Insellage“ vom Hohen Kreuz bleibe weiter bestehen, bemängelte sie.

MdB Zeulner ermunterte die Anwesenden, sich verstärkt an das Quartiersmanagement zu wenden. Dieses wurde im Zuge des Projekts „Soziale Stadt“ im vergangenen Sommer von der Stadt initiiert. Das Quartiersbüro ist in der Daimlerstraße 27 ansässig und gilt als Anlaufstelle für die Anliegen der Bewohner im gesamten Projektgebiet.

Erste Ideen weitergegeben

Aus Sicht von Quartiersmanagerin Sarah Zimmermann konnten durch die neu geschaffene Kommunikationsmöglichkeit erste Vorschläge zusammengetragen werden, zum Beispiel bei Ideenwerkstätten, bei denen Anwohner ihre Vorschläge an die Einrichtung weitertrugen. Diese Anregungen sollen nun in ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept einfließen.

Da klar wurde, dass das Projekt „Soziale Stadt“ lediglich Fördermittel aus Bund und Ländern abgreift und entsprechende Entscheidungen auf kommunaler Ebene getroffen werden müssen, sieht Dechant nun den Spielball bei der Stadt. Sie appellierte an die Stadtplanung und die Lokalpolitik, „Mut zu mehr infrastrukturellen Verbesserungen“ zu zeigen. Allein mit sozialer Arbeit und Networking ließen sich die tiefen Wunden, die dem Stadtosten „jahrzehntelang zugefügt worden“ seien, nicht heilen.

Interesse an den Anliegen der Anwohner bekundete auch Peter Aumer, der sich als Ansprechpartner zur Verfügung stellte und unter anderem Ortsbegehungen durchführen will.

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