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Politik

SPD-Chef Koch demontiert Wolbergs

Der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Regensburg spricht von „Personenkult“ rund um den suspendierten Oberbürgermeister.

Sebastian Koch, Vorsitzender des SPD Unterbezirks, will ein Ende des „Personenkults“ in der SPD. Foto: Archiv/tk
Sebastian Koch, Vorsitzender des SPD Unterbezirks, will ein Ende des „Personenkults“ in der SPD. Foto: Archiv/tk

Regensburg.Seit Dienstagfrüh kursiert eine Pressemitteilung des SPD-Unterbezirksvorsitzenden Sebastian Koch (Wenzenbach). Darin thematisiert er die Absicht seines Amtsvorgängers Joachim Wolbergs, sich nicht mehr wie 2014 für die SPD um das Amt des Regensburger Oberbürgermeisters zu bewerben, sondern über eine eigene Liste, für die am Mittwoch, 10. April, zunächst ein Verein gegründet werden soll.

„Dies wirft natürlich verschiedene Parteiordnungsfragen auf“, zu deren Beantwortung er beitragen möchte, so Koch. „Eine Mitgliedschaft in diesem Verein oder gar eine Kandidatur für diesen ist gemäß Paragraf 6 Organisationsstatut mit einer Mitgliedschaft in der SPD unvereinbar. Wer sich dort dennoch engagiert, wird gemäß Paragraf 20 unserer Schiedsordnung seine Mitgliedschaft in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands verlieren“, verweist der SPD-Chef in Stadt und Land auf Konsequenzen.

Joachim Wolbergs will offenbar wieder zum Oberbürgermeister von Regensburg gewählt werden. Archivfoto: Schönberger
Joachim Wolbergs will offenbar wieder zum Oberbürgermeister von Regensburg gewählt werden. Archivfoto: Schönberger

„Joachim Wolbergs hat über drei Jahrzehnte hinweg Verantwortung für die SPD übernommen und ihr 2014 ein hervorragendes Kommunalwahlergebnis in Regensburg beschert. Hierfür sind wir ihm dankbar.“ Was zunächst fast wie eine Laudatio klingt, wird im Ton schnell schärfer. „Gleichwohl hat sich bereits klar abgezeichnet, dass die SPD in Regensburg nicht mehr bereit ist, einen unreflektierten Personenkult, wie ihn sich Joachim Wolbergs seit geraumer Zeit erbeten hat, zu betreiben“, stellt Koch fest, und er legt nach: „Die Gründung eines Fanclubs, der dem suspendierten Oberbürgermeister bedingungslos folgt, erscheint mir also nur folgerichtig. Durch diesen Schritt erspart Joachim Wolbergs der SPD unnötige Personalquerelen, so dass sie sich früher als erhofft auf die deutlich bedeutsamere inhaltliche Vorbereitung des Kommunalwahlkampfs konzentrieren kann.“

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Koch macht kein Hehl daraus, dass aus Sicht des Unterbezirks Joachim Wolbergs ohnehin keine tragende Rolle in der SPD mehr gespielt hätte. „Natürlich braucht eine derzeit stark geschwächte SPD möglichst jedes Mitglied, das bereit ist, für die sozialdemokratische Idee engagiert einzutreten, sie braucht aber vor allem auch Geschlossenheit“, verweist Koch auf das innerparteiliche Spaltungspotenzial der Causa Wolbergs.

Dem Wahlsieger von 2014 spricht er die Eignung für einen neuen Anlauf ab – um gleichzeitig ein mögliches neues Zugpferd ins Spiel zu bringen. „Im Übrigen bin ich der Auffassung, dass Joachim Wolbergs unabhängig vom Ausgang des laufenden Gerichtsverfahrens nicht mehr glaubhaft für eine sozialdemokratische und seriöse Kommunalpolitik eintreten kann. Gertrud Maltz-Schwarzfischer hat die Stadt Regensburg mit einem kühlen Kopf und enormen Fleiß durch stürmische Zeiten manövriert. Ich bin zuversichtlich, dass sie sich damit gegenüber den OB-Kandidatinnen/-Kandidaten anderer Parteien und Wählervereinigungen behaupten können wird.“ (nl)

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