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Bühne

Stabwechsel im Regensburger Turmtheater

Undine Schneider übernimmt die Führung von Martin Hofer. Die neue Chefin will neue Einnahmequellen für das Haus erschließen.
Von Wolfgang Spornraft

Undine Schneider leitet künftig das Turmtheater. Martin Hofer bleibt dem Haus als zweiter Vorsitzender erhalten. Foto: Alba Falchi
Undine Schneider leitet künftig das Turmtheater. Martin Hofer bleibt dem Haus als zweiter Vorsitzender erhalten. Foto: Alba Falchi

Regensburg.„63 Leute müssen immer drin sein, dass es sich trägt.“ Das ist die entscheidende Zahl im Regensburger Turmtheater, für die jetzt Undine Schneider als neue Leiterin und erste Vorsitzende verantwortlich zeichnet. Martin Hofer geht. „Aber noch nicht in Pension“, schickte der einstige Chef am Freitag bei der Bekanntmachung des Führungswechsels gleich hinterher. Er übernimmt die Stelle des zweiten Vorsitzenden.

Vor zehn Jahren tat Hofer den Schritt herunter von der großen Bühne am Bismarckplatz und belebte das Turmtheater neu. Die 80 Sperrsitze erinnern an das vorausgegangene Kino, das zwischenzeitlich den Spielort im Herzen der Altstadt nutzte. Eine „tolle, schwierige Zeit“ sei das gewesen. „Es hat immer sehr viel Spaß gemacht.“ Im Blick zurück schwingt ein bisschen Wehmut mit, wie er das sagt. Dabei wird er auch weiter mit Spiel und Regie im Haus präsent sein. Und „vielleicht auch mal wo anders.“

Ich will den Workflow verbessern. Bei mir sind die Besucher Kunden.“

Undine Schneider, neue Turmtheater-Chefin

Der neuen Leiterin attestiert Hofer, sie habe längst „mitgekriegt, wie das Theater tickt“. Und da wird es keine große Veränderung geben. „Wir werden unsere Nische voll bedienen“, bekennt sich Schneider zum Geist des Hauses. „Gehobene Komödie“, heißt bei ihr der Markenkern. Aber in Ihrer Sprache stecken dann doch Begriffe, die – wie sie selbst – aus der Wirtschaft hinein ins Theater kommen. Den „Workflow“ wolle sie verbessern. Bei ihr sind die Besucher „Kunden“.

Neue Probebühne in Lappersdorf

Druckprodukte und Internetauftritt bekommen einen neuen Anstrich. Das neue Logo, „das ist ganz wesentlich“. Und dann fällt da das eine Wort, das man immer hört, wenn einem Unternehmen, das ein freies Theater nun einmal auch ist, der Wind ins Gesicht bläst: „Umstrukturierung“. Um angesichts öffentlicher Gelder seiner Verantwortung gerecht zu werden, müsse man zeigen, dass das Haus auch selbst „Verschlankungen“ vornehme. Gastspiele werden darum nicht mehr per se im Rahmen des Programms laufen. „Neue Leute werden wir auf Vermietung machen“, erklärt Schneider.

Theater

Zehn Jahre Spektakel im Turm

Das Regensburger Turmtheater feiert Jubiläum. Die Bühne begeistert mit Eigenproduktionen und erfindet sich immer wieder neu.

Vermietung soll auch abseits des Spiels auf der Bühne eine Einnahmequelle werden. „Das wollen wir ein bisschen pushen.“ Man kann sich gut vorstellen, dass Schneiders Plan hier aufgeht. Das Haus ist ein Rahmen, wie man ihn sich für ein Firmen-Event gut vorstellen kann: inmitten der Altstadt, mit Bühne und Bartresen, ein Balkon mit Postkartenblick auf Dom und Steinerne Brücke.

Wenn so das Turmtheater gewinnbringend belegt ist, wird die neue Probebühne in Lappersdorf sehr hilfreich sein. Lagermöglichkeiten dort eröffnen auch die Möglichkeit, dass Bewährtes länger auf dem Spielplan bleibt. Jetzt ist Platz vorhanden für gerade nicht genutztes Kostüm und Bühnenbild.

Zwei Premieren im Herbst

Dabei bleibt das Niveau der Eintrittspreise „so wie vorher auch“, sagt Schneider. Und der neue Spielplan hat mit der Eigenproduktion „Mei Fähr Lady“ einen hauseigenen Klassiker vorzuweisen.

Zwei Premieren gibt es im Herbst. Am Donnerstag, 10. Oktober, zeigt das Turmtheater „Die Niere“. „Was würde man für einen Partner tun? Was ist man bereit zu geben?“, nennt Schneider die zentralen Fragen der Beziehungskomödie.

Bei „Sonny Boys“ stehen ab Freitag, 25. Oktober, Peter Nüesch und Werner Steinmassl auf der Bühne. Ganz im neuen und alten Stil des Turmtheaters ist das eine Komödie des amerikanischen Dramatikers Neil Simon aus dem Jahre 1975. So geht das Turmtheater unter neuer Leitung geradeaus in die neue Spielzeit. Und bleibt dabei, was es immer ist: Eine feste Größe bei der leichten Unterhaltung im bunten Regensburger Kulturbetrieb.

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