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Beschluss

Stadträte wollen Birnbaum opfern

Eindeutige Abwägung für mehr Sicherheit: Das Stück Radweg an der D.-Martin-Luther-Straße in Regensburg wird gebaut.
Von Norbert Lösch, MZ

  • Der Birnbaum fällt – zugunsten von mehr Sicherheit für die Radfahrer. Foto: Klein

Regensburg.Der Kampf um den alten Birnbaum in der D.-Martin-Luther-Straße ist verloren, bevor er richtig begonnen hat. Nach einem durchaus schmerzhaften Abwägungsprozess hat der Verkehrsausschuss des Stadtrats jetzt entschieden, den prägnanten Obstlieferanten zugunsten eines 100 Meter langen neuen Radwegs zwischen Luitpoldstraße und Landshuter Straße zu opfern (wir berichteten). Die Initiative des Bund Naturschutz, der den Baum als Naturdenkmal ausweisen und damit schützen wollte, fand keine Unterstützung.

„Technisch machbar ist der neue Radweg nur, wenn der Baum fällt.“ Diesem „Todesurteil“ von OB Joachim Wolbergs wollte niemand widersprechen. Denn das Problem, das sich auch bei einer aktuellen Ortsbegehung mit den städtischen Fachstellen bestätigte, ist das tragende Wurzelwerk der Birne. Für den neuen Radweg müsse laut dem OB das Niveau des bisherigen Gehsteigs abgesenkt werden, was einen irreparablen Schaden für den Baum zur Folge hätte. Er sei also so oder so nicht zu retten, was „wirklich schade“ sei.

Selbst Margit Kunc von den Grünen entschied sich gegen den Baum. Sie habe erfahren, dass dieser ohnehin bereits „Ausfallerscheinungen“ zeige. Die Stadt wolle als fahrradfreundliche Kommune anerkannt werden, „dazu braucht es dann aber auch Taten wie die Verbesserung der Situation an Gefahrenstellen“.

Als Stückwerk bezeichnete Benedikt Suttner (ÖDP) den Radwegebau an dieser Stelle. Die komplette D.-Martin-Luther-Straße sei für Radfahrer gefährlich, ein Gesamtkonzept fehle aber nach wie vor. Suttner lehnte den Beschluss, den Radweg zu bauen und den Baum zu opfern, als Einziger ab.

Schutzverordnung greift nicht

  • Obstbäume sind außen vor

    Die Baumschutzverordnung der Stadt gilt nicht für Obstbäume, auch nicht für den alten Birnbaum in der D.-Martin-Luther-Straße.

  • Ein Naturdenkmal?

    Ob der Baum die Kriterien für ein Naturdenkmal erfüllt hätte, erscheint fraglich. In Bayern ist nur ein einziger Birnbaum als solches geschützt. Er steht in der Nähe von Schweinfurt.

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