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Strohhalm dankt den Gastronomen

Zahlreiche Wirte und Helfer haben wochenlang für warme Bäuche bei Bedürftigen gesorgt. Sie gaben 5000 Essen aus.
Von Sarah Höger

Alexandra Zeiml-Hippeli, Josef Troidl, Beatrix Szabo und Antette Ebmeier (von links) sagen Danke.
Alexandra Zeiml-Hippeli, Josef Troidl, Beatrix Szabo und Antette Ebmeier (von links) sagen Danke. Foto: Sarah Höger

Regensburg.Als Mitte März das öffentliche Leben wegen Corona heruntergefahren wurde, waren diejenigen, die eh schon wenig haben, mit am stärksten betroffen. Auch weil manche Bürger hamsterten, gingen den Tafeln die Lebensmittel aus, auch in Regensburg.

Vom plötzlichen Lockdown betroffen war auch die Küche im Strohhalm, wo sich ansonsten rund 60 bedürftige Menschen ein warmes Mittagessen abholen konnten. Für diese Menschen brach durch Corona nicht nur eine Mahlzeit weg, sondern auch eine Begegnungsstätte, ein Ort, an dem man weniger einsam ist.

Großer Teil der Gastroszene packte mit an

Damit Bedürftige trotz Corona eine warme Mahlzeit bekommen konnten, initiierte eine Gruppe engagierter Regensburger eine neue Essensausgabe, die trotz strenger Hygieneauflagen umsetzbar war und bereits am 2. April an den Start ging. Unter dem Namen „Gastfreundschaft hilft“ wurden im Restaurant Marple and Stringer am Bismarckplatz die ersten Mahlzeiten an Bedürftige ausgegeben. Möglich war das, weil große Teile der Regensburger Gastroszene, die selbst vom Corona-Lockdown betroffen war, mit angepackt haben.

Strohhalm dankt

    Sechs Wochen lang wurden jeweils donnerstags bis samstags insgesamt über 5000 Essen ausgegeben. Strohhalm-Gründer Josef Troidl und sein Team sind dankbar: „Wir wollen uns herzlich bei allen Gastronomen und Helfern bedanken und wünschen allen Beteiligten in dieser schwierigen Zeit für die Zukunft geschäftlich und privat alles Gute.“ Ganz besonders wolle sich der Strohhalm bei Annette Ebmeier, Hotelmanagerin im Orphée, bei Eventkoch Christoph Hauser und bei Merlin Szabo, Inhaber des Café Freiraum und des Marple and Stringer, dafür bedanken, dass sie das Ganze in die Wege geleitet haben, so Troidl weiter.

    „Dies war nicht selbstverständlich, weil gerade in dieser Zeit die Wirte selbst mit der Existenz zu kämpfen hatten.“ Die Gruppe sei wahnsinnig schnell gewachsen, auch junge Menschen meldeten sich, um mitzuhelfen. „Selbst Schülerinnen und Schüler, die coronafrei hatten, haben mit angepackt“, erzählt Alexandra Zeiml-Hippeli vom Strohhalm.

    Strohhalm läuft wieder

    Am 9. Mai wurde dann zum letzten Mal Essen am Bismarckplatz ausgegeben, seit dem 11. Mai wird wieder im Strohhalm verteilt. Während der Aktion stieg die Zahl der Bedürftigen, die auf eine Mahlzeit angewiesen waren, teilweise auf 300: „Für viele sind Nebenjobs weggefallen, selbst die Flaschensammler hatten es schwer“, erklärt Beatrix Szabo, die ebenfalls mithalf.

    Ebmeier ergänzt: „Die Hemmschwelle bei der Ausgabe am Marple and Stringer war einfach niedriger, das hat vielen Bedürftigen geholfen, sich zu überwinden.“

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