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Studie: Keine Hinweise auf Durchseuchung

An der Hedwigsklinik Regensburg wurde nach einem Covid-19-Ausbruch Herdenimmunität geprüft. Die Ergebnisse sind ernüchternd.

Die Gesichtsmasken werden die Menschen noch länger begleiten. Eine Regensburger Studie zur Herdenimmunität lieferte ernüchternde Ergebnisse. Foto: Felix Kästle/dpa
Die Gesichtsmasken werden die Menschen noch länger begleiten. Eine Regensburger Studie zur Herdenimmunität lieferte ernüchternde Ergebnisse. Foto: Felix Kästle/dpa

Regensburg.Die Menschen gehen zunehmend lockerer mit dem Corona-Virus um. Jetzt warnt allerdings das Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg vor zu viel Sorglosigkeit. Dort hat eine Studie zur so genannten „stille Durchseuchung“ keine Hinweise auf eine bereits beginnende Herdenimmunität ergeben.

36 infizierte Mitarbeiter

Hintergrund der Untersuchung war ein Corona-Ausbruch unter Medizinern und Pflegepersonal mit 36 infizierten Mitarbeitern in der Klinik St. Hedwig. Die Krankheitsverläufe der Infizierten wurden in einer Studie genau dokumentiert, ihre Kontaktpersonen innerhalb der Klinik wurden in zwei Gruppen beobachtet und Klinikpersonal ohne nachweisbaren Kontakt gegenüber gestellt. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob und wie hoch die infizierten Mitarbeiter nach der Erkrankung Antikörper gebildet hatten – und inwieweit sich unter den Kontaktpersonen der Erkrankten eine Herdenimmunität entwickeln konnte.

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36 Mitarbeiter waren in der Regensburger Hedwigsklinik infiziert. Die Resultate einer Studie sind besorgniserregend.

Die Regensburger Studienergebnisse sind ernüchternd: „Schon bei den Covid-19-Erkrankten hat ein Viertel der Betroffenen keine nachweisbaren Antikörper gebildet“, so Professor Michael Kabesch. „Und in der Gruppe mit engem Kontakt zu den Infizierten konnten wir nur in einem einzigen Fall Antikörper im Blut feststellen.“

Weiter Vorsicht geboten

Deshalb raten die Leiter der Studie weiterhin zur Vorsicht. Auch wenn Antikörper nicht der einzige Mechanismus zur Immunität seien und die derzeitigen Tests noch Fragen aufwerfen, gäben sie generell doch gute Auskunft über ein Infektionsgeschehen. „Für uns ist durch diese Studie jedenfalls klar, dass wir bei Mitarbeitern unsere Schutzmaßnahmen auch nach einer durchgemachten Covid-19 Infektion aufrechterhalten“, so das Fazit von Kabesch. „Denn ohne nachweislicher Immunisierung können wir nach aktuellem Stand der Forschung keine Entwarnung geben.“

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