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Gefahr

Sturm fällt Bäume und gefährdet Fahrer

Der Sturm hält die Einsatzkräfte in der Oberpfalz auf Trab. Bäume und Ampeln stürzen auf Straßen. Viele Unfälle passieren.
Von Marion Koller

So schlimm wie in Franken war es in der Oberpfalz nicht, aber auch in unserer Region wurden viele Autos beschädigt. Foto: NEWS5/Maurer
So schlimm wie in Franken war es in der Oberpfalz nicht, aber auch in unserer Region wurden viele Autos beschädigt. Foto: NEWS5/Maurer

Regensburg.Zu rund 100 Sturm-Einsätzen sind die Polizei und Feuerwehren in der Oberpfalz am Sonntag gerufen worden. In fast allen Oberpfälzer Landkreisen sind Bäume auf Fahrbahnen gestürzt, Ampeln zerstört worden und Schilder umgefallen. Es kam wegen plötzlicher Hagelschauer oder wegen der geknickten Bäume zu vielen Unfällen. Zum Glück gingen bislang laut Polizeipräsidium Oberpfalz alle glimpflich aus.

In Regensburg fielen Dachziegeln von einem Wohngebäude in der Brückstraße. In der Franz-Josef-Strauß-Allee wurde eine Baustellen-Ampel umgeweht und eine Ampel geknickt. Ein Dachlukenfenster riss der Sturm in der Prinz-Rupprecht-Straße aus der Verankerung. Es landete auf der Fahrbahn. In der Innenstadt schlug der Wind eine Haustür auf und dann gegen einen parkenden Wagen. In Steinweg stand eine Fahrspur unter Wasser.

Wind räumt A3-Baustelle ab

„Der Wind räumt die komplette Autobahn-Baustelle an der A3 ab“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz in Regensburg am späten Nachmittag. Absperrungen und Umleitungsschilder wurden fortgeweht. Die A3 ist zwar weiterhin befahrbar, aber nur einspurig. Im Landkreis Regensburg kam es zu einigen Unfällen. Eine Windböe erfasste auf der B15 zwischen Obertraubling und Köfering ein Auto mit Anhänger und drückte es gegen die Leitplanke. In Pentling prallte ein Autofahrer mit seinem Wagen gegen einen umgestürzten Baum. In Hemau, Pentling und Pielenhofen im Landkreis Regensburg landeten umgestürzte Bäume und große Äste auf Straßen.

Im Landkreis Schwandorf fielen sechs Mal Bäume auf Fahrbahnen, im Bereich Neumarkt vier Mal und in der Region Amberg-Sulzbach sechs Mal. Teile einer Photovoltaikanlage stülpte Sturmtief „Eberhard“ im Landkreis Amberg-Sulzbach um. In Freystadt wurde auf der Staatsstraße 2237 ein Auto mit Anhänger umgeworfen. Der Fahrer erlitt leichte Verletzungen. Bei Fuchsmühl im Kreis Tirschenreuth geriet ein Autofahrer in einem Hagelschauer mit seinem Pkw in den Gegenverkehr. Zwei Menschen wurden leicht verletzt.

Im Sauerland stirbt ein Mann

Im übrigen Deutschland hatte der Sturm zum Teil viel drastischere Auswirkungen. Mit Orkanböen bis Windstärke 12 ist am Sonntag das Tief „Eberhard“ über den Westen und die Südhälfte Deutschlands gezogen, schreibt dpa. Ein Autofahrer starb bei Bestwig im Sauerland, als ein entwurzelter Baum während der Fahrt auf sein Auto fiel. Für den 47-Jährigen kam jede Hilfe zu spät, wie die Polizei mitteilte. Die Deutsche Bahn stoppte am Sonntagnachmittag im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen ihren Betrieb, mit weitreichenden Folgen für die ganze Republik. Sie empfahl Reisenden im Fernverkehr, keine Reise mehr am Sonntag anzutreten.

Auch an Flughäfen, etwa in Frankfurt am Main, kam es zu Ausfällen. Am Flughafen Köln/Bonn mussten zwei Maschinen wegen der heftigen Böen auf andere Airports umgeleitet werden. Einige Flugzeuge seien beim Anflug durchgestartet und später sicher gelandet.

In der Nacht zum Montag erwartete der Deutsche Wetterdienst in Teilen des Nordens Deutschlands bis ins Flachland Schneefall, der bereits am Sonntag lokal einsetzte.

Für Bahnreisende stehen Übernachtungszüge bereit

Für zahlreiche Bahnreisende schwand am Abend die letzte Hoffnung, trotz des Sturms noch ans Ziel zu kommen. Die Deutsche Bahn wollte den Zugverkehr bei S-Bahnen und im Regionalverkehr in NRW am Sonntag nicht wieder aufnehmen. Auch im Fernverkehr seien lediglich einzelne Fahrten möglich, sagte ein Bahnsprecher am Sonntag.

Die Bahn hatte alle Züge am Sonntagnachmittag an den Bahnhöfen gestoppt. Zuvor waren zwei wichtige Stellwerke in Essen und Wuppertal ausgefallen, in Essen war der gesamte Bahnhof zeitweise ohne Strom. In weiten Teilen von NRW kämpfte die Feuerwehr mit umgestürzten Bäumen und abgedeckten Hausdächern.

Auch nahezu alle Nachtzüge, die die Österreichische Bundesbahn in Deutschland betreibt, wurden annulliert. Für den Fall, dass Reisende an den Bahnhöfen stranden, bereitete die Bahn Übernachtungszüge vor, sagte ein Sprecher.

Auch in Hessen und Rheinland-Pfalz hielt die Bahn nach eigenen Angaben Züge an Bahnhöfen zurück. In Bayern fiel die Partie der Fußball-Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth und Dynamo Dresden wegen des Sturms aus.

In NRW rückten Polizei und Feuerwehr am Wochenende zu Tausenden Einsätzen aus. In Duisburg wurde am Sonntag ein tonnenschwerer Verladekran umgeweht und landete zur Hälfte im Rhein. Das Führerhaus sei glücklicherweise unbesetzt gewesen. Der Schiffsverkehr wurde um die Gefahrenstelle herumgeleitet.

In Rheinland-Pfalz beschädigte das Unwetter die Stadthalle in Bitburg. In Trier stürzte ein Baum auf ein Auto während der Fahrt. Der Fahrer sei unverletzt, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Auch in Niedersachsen und Hessen waren Bahnstrecken und Straßen am Wochenende wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Sonntagabend waren vorübergehend auch wichtige Bahn-Schnellfahrstrecken wie Kassel-Göttingen und Frankfurt-Mannheim gesperrt. In Frankfurt am Main löste sich das Blechdach eines Kirchturms im Stadtteil Gallus.

Für Baden-Württemberg und Teile von Bayern sowie auch Sachsen warnte der Deutsche Wetterdienst vor orkanartigen Böen. Auf dem Feldberg im Schwarzwald wurden demnach sogar Geschwindigkeiten bis 150 Stundenkilometer gemessen. Im Schwarzwald stellten mehrere Skilifte den Betrieb ein, wie ein Sprecher der Liftbetreiber sagte. In ganz Bayern kam es am Sonntag zu rund 900 sturmbedingten Einsätzen, wie die Polizeipräsidien am Abend mitteilten.

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