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Kommentar

Tabula rasa

Ein Kommentar von Heike Haala, MZ

Die SPD mag den Stil Tonio Walters kritisieren. Er diskutiert auf Facebook, aber nicht mit seinen Parteigenossen, taucht nach Jahren aus der Versenkung auf und gibt Empfehlungen. Trotzdem wäre es ein Fehler, sie alleine deswegen zu ignorieren. Denn mit Walters Forderungen kommt zum ersten Mal aus der Partei selbst ein Vorschlag, wie ein radikaler Neuanfang aussehen kann.

So hätte die von Walter vorgeschlagene Urwahl des OB-Kandidaten Signalwirkung für die Parteimitglieder und ist Basisdemokratie pur: Jeder kann seine Stimme abgeben. Auf diese Weise könnte die Partei viel Vertrauen zurückgewinnen. Zudem fordert Walter, dass künftige OB-Kandidaten ankündigen, weitere Parteiposten aufzugeben. Das würde mehr Transparenz bedeuten, denn viele Verflechtungen, die im Laufe des Korruptionsskandals bekannt wurden, könnten so gar nicht mehr zustande kommen. Das deutlichste Signal für den Neuanfang aber ginge vom Rücktritt der Stadtverbandsspitze aus. Auch wenn Walter den Vorsitzenden die Möglichkeit zur Wiederwahl zugesteht, ist das ein drastischer Schritt – der angeschlagenen Regensburger SPD aber würde er viel Respekt einbringen.

Nicht zuletzt machen Walters Forderungen auch deutlich: Jetzt geht es für die Regensburger SPD nicht alleine um die Neuwahl des Fraktionschefs am Montag. Es geht um die Zukunft der Regensburger SPD an sich.

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