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Krimi

„Tatort“: Das Lagerfeuer kommt ins Kino

Der Regensburger Altstadtkino-Betreiber und „Tatort“-Fan Achim Hofbauer holt die TV-Ermittler zum Start der neuen ARD-Krimisaison in sein Garbo-Kino.
Von Claudia Bockholt, MZ

  • Preisgekröntes Ermittlerduo: Harald Krassnitzer als Moritz Eisner und Adele Neuhauser als Bibi Fellner sind am 31. August in der österreichischen „Tatort“-Folge „Paradies“ im Garbo-Kino zu sehen.Foto: ARD/dpa
  • Achim Hofbauer ist Kinobetreiber und „Tatort“-Fan. Foto: MZ-Archiv
  • Janina Schauer spielte unter anderem in Dea Lohers „Das letzte Feuer“ im Theater am Haidplatz. Foto: Jochen Quast

Regensburg.Fast 800 000 Fans auf Facebook, 60 000 Follower auf Twitter und natürlich sensationelle TV-Einschaltquoten um die 12 Millionen – sofern Axel Prahl und Jan Josef Liefers oder Til Schweiger mit Dialogwitz beziehungsweise kodderig-brutaler Action ermitteln: Der „Tatort“ ist nach dem Ende von „Wetten, dass…?“ das letzte verbliebene Familienlagerfeuer des deutschen Fernsehens. 47 Prozent aller Deutschen zwischen 14 und 49 Jahren sitzen regelmäßig oder sogar jeden Sonntagabend vor dem über die Jahrzehnte größer und flacher gewordenen Bildschirm, wenn Klaus Doldingers 44 Jahre alte, immer noch fulminante Titelmelodie erklingt. Til Schweiger kritisierte sie aus wohl spätpubertärem Dagegensein-Wollen heraus als „outdated“ – eine kapitale Dummheit.

Wegen des stetig gewachsenen Erfolgs der Fernsehkrimireihe bleiben die deutschen Kinosäle leer. Manche Kollegen, erzählt der Regensburger Altstadtkino-Betreiber Achim Hofbauer, denken bereits darüber nach, am Sonntagabend komplett zu schließen. Hofbauer, selbst „Tatort“-Fan, geht einen anderen Weg und holt den Quotenhit in sein Garbo-Kino. Am Sonntag geht es los und es passt ganz wunderbar, dass via HD-Übertragung Adele Neuhauser, ehemals Schauspielerin am Stadttheater Regensburg und laut Hofbauer „eine gute Freundin des Hauses“ in sein Kino kommt. „Paradies“ heißt diese Wiener „Tatort“-Folge mit Harald Krassnitzer als Moritz Eisner und Neuhauser als Bibi Fellner, in der sich das grimmepreisgekrönte Ermittlerduo unter anderem mit dem sehr aktuellen Thema Altersarmut konfrontiert sieht.

Prahl wird nicht der neue „Schimi“

Eigentlich hätte Hofbauer viel lieber den ersten großen Kino-„Tatort“ seit 30 Jahren gezeigt. In den 80ern jagte Götz George zweimal als Ruhrpott-Kommissar Schimanski im großen Format Gangster über die Zechen. Diese Ehre sollte nun eigentlich auch den Münsteraner Ermittlern Thiel und Boerne zuteil werden. „Das wäre der erfolgreichste Film des Kinojahres geworden“, ist sich Hofbauer – ein großer Fan von Schauspieler Axel Prahl – ganz sicher. „Etwas Besseres kann man sich als Kinobetreiber nicht wünschen“. Doch leider wurde nichts draus.

Also muss Hofbauer den „Tatort“ in Eigenregie ins Kino holen. Zunächst sind drei Übertragungen geplant, darunter auch neue Folgen aus München und Münster. „Ein super Testballon“, findet er. Das Interesse dürfte groß sein. Nicht nur beim Fußball, auch beim „Tatort“ liegt gemeinsam Gucken im Trend. Deutschlandweit rund 300 Kneipen, in denen die Mörderjagd regelmäßig in geselliger Runde verfolgt wird, listet die „Tatort“-Homepage der ARD unter der Rubrik „Public Viewing“ auf. Auch das Bistro Cartoon in der Alten Mälzerei in Regensburg ist dabei. Dort wird dem, der den Mörder als Erster errät, die Zeche des Abends erlassen.

Zusammen gucken macht mehr Spaß

Man möchte hoffen, dass Hofbauer am Sonntag volles Haus hat. „Wenn‘s gut läuft, schauen wir weiter“, sagt der Garbo-Chef. „Zusammen macht’s einfach mehr Spaß“. Vielleicht trifft man dann bald im Kino auf die Regensburger „Julia“ Janina Schauer. Die junge Schauspielerin reüssierte hier am Theater nicht nur mit Shakespeare sondern unter anderem auch als Polizistin Anna in Dea Lohers „Das letzte Feuer“. In „Das Haus am Ende der Straße“, dem letzten Frankfurt-Tatort mit Joachim Król, spielt Janina Schauer das Junkie-Mädchen Lisa, das sich nach einem dramatisch gescheiterten Einbruch gemeinsam mit dem Kommissar in einem Keller eingesperrt wiederfindet. Der „Tatort“ soll im Herbst oder spätestens Anfang 2015 gesendet werden.

Die Blondine mit dem ebenso zarten wie markanten Gesicht ist allerdings nicht ins Filmbusiness gewechselt: Mit Beginn der neuen Spielzeit hat Janina Schauer ein neues Engagement am Staatstheater Wiesbaden.

Die „Tatort“-Termine im Kino: 31. August (Wien), 14. September (München), 21. September (Münster). Beginn ist jeweils um 20 Uhr im Garbo am Weißgerbergraben. Der Eintritt ist frei. Reservierungen unter Tel. (09 41) 5 75 86

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