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Denkmal

Taucher suchen Bruckmandl-Arm

Ein Regensburger Wahrzeichen ist unvollständig: Dem Bruckmandl fehlt der rechte Arm. Lebensretter forschen in der Donau nach dem verschwundenen Stein.
Von Marianne Sperb, MZ

Das Bruckmandl auf der Steinernen Brücke: Seit Jahresende fehlt dem Wahrzeichen der rechte Arm. Am Samstag wollen Taucher der DLRG nach dem verschwundenen Stein auf dem Grund der Donau suchen. Foto: MZ-Archiv

Regensburg.Das Bruckmandl, sympathisches Wahrzeichen der Welterbestadt, haben viele Regensburger ins Herz geschlossen. Die Amputation der Figur – in der Nacht zum 27. Dezember verlor sie ihren rechten Arm – hat heftige Wellen geschlagen. Jetzt wollen Taucher der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) versuchen, das Fragment im Fluss zu finden.

Die Taucher steigen am Samstag vom Beschlächt aus in die knapp sechs Grad kalte Donau. Mit einem Lot grenzen sie zuvor die ungefähre Stelle ein, an der der Arm ins Wasser geplatscht sein müsste, und arbeiten dann einen Umkreis von drei oder vier Metern ab, skizziert Michael Trifellner, stellvertretender DLRG-Vorsitzender, das Vorgehen. „Der Arm dürfte relativ tief in den Schlick eingesunken sein.“

Im Tauchanzug ins Altwasser

Bleibt der erste Versuch erfolglos, formieren sich die Retter zu einer Kette, die im Unterwasser-Matsch wühlt. Trifellner: „Das könnte eine richtige Schlammschlacht werden.“ Ein Lichtblick: Das Hochwasser der jüngsten Zeit könnte den Flussarm von Schlick einigermaßen frei gespült haben.

Das Bruckmandl steht an strategisch günstiger Stelle, über dem Donau-Altwasser-Arm, außerhalb der Bundeswasserstraße. Das dürfte die Genehmigung für die „Mission Bruckmandl“ bedeutend erleichtert haben.

Die Taucher werden sich mit Trockentauchanzügen schützen – einer wattierten, pyjamaähnlichen Unterschicht mit wasserdichtem Überanzug. Die DLRG übernimmt den Sonderauftrag ehrenamtlich. Normalerweise kann der Verein für Suchdienste 300 Euro pro Stunde berechnen. „Wir identifizieren uns mit Regensburg und machen das gern“, sagt Trifellner. „Aber wenn jemand spenden will, wird er natürlich nicht gehindert.“

Stadt erstattet Anzeige

Nach wie vor ist unklar, ob radikale Bilderstürmer das Bruckmandl böswillig beschädigten oder ob der Zahn der Zeit den Sandstein brüchig werden und abbröckeln ließ. Die Stadt hat jedenfalls vorsorglich Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Wie sie mit dem „armputierten“ Bruckmandl umgehen will, ist noch nicht entschieden.

„Ganz Regensburg fragt sich, was passiert ist, wie es passiert und wer unser Bruckmandl geschändet hat“, sagt Thomas Neiswirth, Marketing-Mann bei Bischofshof. Die Brauerei hat die „Operation Bruckmandl“ initiiert. Laut Direktor Hermann Goß fühle man sich verpflichtet, aktiv zu werden; schließlich schmückt das Bruckmandl das Etikett des gleichnamigen Biers, von dem die Brauerei rund eine Million Flaschen im Jahr absetzt, und steht auch Pate für das Lokal in Stadtamhof.

Das Bruckmandl bewegt. „Wie emotional das Thema die Regensburger ergreift, zeigen die Facebook-Kommentare von entrüsteten und aufgebrachten Bürgern“, sagt Neiswirth. Die Brauerei hat dem Wahrzeichen eine eigene Seite eingerichtet.

8000 Besucher auf Facebook

Innerhalb einer Woche fand die Seite 8534 Besucher, rund 100 Menschen schrieben Kommentare. Im Dialog mit den Regensburgern sei auch die Idee zu dem Tauchgang entstanden. Mittlerweile beschäftigt sich auch der Bayerische Rundfunk mit dem Thema. Am Donnerstagabend wird in der Sendung „quer“ über das Bruckmandl berichtet.

Neiswirth rechnet am Samstag mit zahlreichen Bruckmandl-Fans am Beschlächt bzw. am Donau-Ufer. „Wenn der Arm da ist, finden wir ihn auch“, ist sich Michael Trifellner sicher. „Wenn wir Glück haben, innerhalb von zehn Minuten.“

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