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Freizeit

Tausende feiern im Stadtpark

Beim Weinfest ließen es sich die Besucher mit feinen Tropfen und Musik gut gehen. Ernst Stösser schenkte den „Salutaris“ fast im Akkord aus.
Von Flora Jädicke, MZ

  • Beim Weinmusikfest im Stadtpark servierte Klemens Rumpel ein Seminar für Freizeit-Sommeliers und die Grundlagen des Ökoweinbaus. Fotos: altrofoto.de
  • Das Wetter war Besuchern und Musikern (hier: Macera) meist hold. Auch als der Himmel seine Schleusen mal öffnete, war das kein Hindernis zu genießen.

Regensburg. Die Regensburger feiern gern. Jeder Anlass ist dazu herzlich willkommen. Da macht es auch nichts, dass das Wetter etwas launisch daherkommt und der Grund fürs Feiern größtenteils importiert ist, wie die meisten Weine, aus dem benachbarten Franken. Für tausende Besucher war das Wein- und Musikfest im Stadtpark dennoch „unser Weinfest“. Ganz und gar nicht importiert waren nämlich die musikalischen Genüsse. Hier setzte das Gartenamt, das zusammen mit dem Kulturamt den Event alle zwei Jahre organisiert, vollständig auf heimische Bands, freundlich empfohlen vom städtischen Musikbeauftragten Säm Wagner und von W1-Chef Uwe Hering. „Zarate“ und „Lawaschkiri“ brachten am Freitag die Leute mühelos in Stimmung; insgesamt gastierten im Stadtpark am Wochenende elf Bands.

Über dem Areal westlich der Ostdeutschen Galerie hing ein Duft von Gegrilltem und die Abendsonne ließ Riesling, Rotling, Silvaner oder den Secco transparent im Glas schimmern. Ein leichtes, flirrendes Gefühl hinterließ der Rebensaft und der Sommerwind flüsterte sacht durch die Parkanlage. „Der Stadtpark ist einfach ideal für so etwas“, sagt ein älterer Herr. Auch fernab von Bühne und Tischen und Bänken hatten die Menschen sich ein gemütliches Plätzchen gesucht. Die nackten Füße im Brunnenwasser und das Glas Müller-Thurgau in der Hand. Oder sie schlenderten gemächlich mit einem Glas Wein über den Schotter.

Mit der Dämmerung legte sich auch eine dichte Menschenmenge über den Park. Ganz egal ob am Freitag zu den Klängen von „Lawaschkiri“ oder am Samstag mit den drallen Sounds von „Blink and Remove“ im Hintergrund, ganz Regensburg schien den Stadtpark jedem anderen Ort vorzuziehen. Manch einem Weinfestbesucher der ersten Stunde war das schon ein wenig zu viel. „Ich finde das Weinfest hier im Stadtpark großartig“, sagt Ingrid Asche. Die Heimeligkeit aus den Anfängen des Festes vermisse sie aber schon. „Das war schon sehr gemütlich damals im Herzogspark“, erinnert sie sich.

Dass sich aus der kleinen „Weinhocketse“ im fürstlichen Park einmal dieses respektable Wein- und Musikevent entwickeln würde, hätte wohl auch sein Initiator, Noch-Gartenamtschef Ernst Stösser, sich nicht träumen lassen. Seinen rar gehaltenen Salutaris schenkte der „Stadtwinzer“ fast im Akkord aus. Da blieb für ein paar Worte zwischendrin kaum Zeit. Nicht anders erging es den befreundeten Winzern aus Franken, von der Mainschleife, aus Bingen am Rhein oder aus Wörth.

Wer Regensburger Landwein vom Weingut Dr. Riess und einen Happen „Slow Food“ kosten wollte, brauchte Geduld. Vor dem Slow-Food-Stand bildeten sich ähnlich lange Schlangen wie vor den Angeboten der Alten Mälzerei, die ihre Gäste mit ungewöhnlichen internationalen Spezialitäten begeisterte. Und natürlich gab es auch Angebote für alle, die lieber Gersten- statt Rebensaft trinken oder keines von beidem. „Das ist doch wirklich schön hier“, sagt eine Frau am Nebentisch als die Sonne langsam untergeht. Sie ist um die Sechzig und mit einigen Freundinnen gekommen. Dass das Weinfest ein Fest für alle Generation war, zeigte sich am Samstagabend. Mit den rockigen Sounds von „Blink and Remove“ fühlten sich auch die Jungen wohl auf dem Wein- und Musikfest. Bei dem musikalisch und kulinarisch gelungenen Parkfest hatte schließlich auch Petrus ein Einsehen mit Bacchus.

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