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Tradition

Tausende feiern Palmator-Fest

Das Wetter hielt – und die Starkbier-Pilger kamen zuhauf. Für den Festwirt bedeutete der Ansturm eine Herausforderung.
Von Kathrin Robinson

Zahlreiche Besucher ließen sich am Sonntag das süffige Starkbier schmecken. Viele waren vorher zu Fuß auf den Adlersberg gewandert. Foto: Lex
Zahlreiche Besucher ließen sich am Sonntag das süffige Starkbier schmecken. Viele waren vorher zu Fuß auf den Adlersberg gewandert. Foto: Lex

Pettendorf.Der Wettergott muss das Starkbierfest auf dem Adlersberg lieben. Seit Tagen hatte Bräu Heinrich Prößl die Vorhersagen verfolgt. Grauer Himmel, Regen und Temperaturen im gerade mal einstelligen Bereich waren angekündigt – und so hatte er auch mit einem im Vergleich zu den Vorjahren geringeren Ansturm gerechnet. Tatsächlich pfiff dann am Sonntag zwar zeitweise ein eisiger Wind über den Berg – doch von Regen keine Spur. Zwischendurch ließ sich sogar die Sonne blicken. Und während am Vormittag noch viele Plätze auf den Bierbänken frei blieben, wurde es ab dem Mittag dann doch wieder richtig voll.

Das Gelände aus der Vogelperspektive: Zeitweise kam die Sonne durch. Foto: Lex
Das Gelände aus der Vogelperspektive: Zeitweise kam die Sonne durch. Foto: Lex

8000 bis 9000 Besucher waren gegen 13 Uhr nach Schätzungen des Festwirts auf dem Gelände. „Damit hätte ich nie gerechnet“, gab er zu. Der Ansturm freute Heinrich Prößl zwar, brachte ihn aber gleichzeitig auch ganz schön ins Schwitzen. Denn weil er mit Regenwetter geplant hatte, waren eine Bühne und Teile der Biertischgarnituren im Zehentstadel aufgebaut. Die schleppten dann die Gäste, die mit dicken Pullis, Schals und Winterjacken über Dirndl und Lederhose gut ausgestattet waren und lieber draußen sitzen wollten, kurzerhand selbst in Freie. Daraufhin zogen auch die Musiker um.

Zwei Feste in einem

Bei Anton Graf gab es Ochsenfleisch – eine gute Grundlage für das Bier. Foto: Lex
Bei Anton Graf gab es Ochsenfleisch – eine gute Grundlage für das Bier. Foto: Lex

„Jetzt haben wir ein großes Durcheinander. Die Theke ist an der falschen Stelle, um einen guten Zugriff auf die Gäste zu haben, und die Maßkrüge sind auch alle an der verkehrten Stelle. Wir haben jetzt zwei Feste in einem: ein Kirchhoffest und eines draußen auf der Wiese.“ Für den Bräu und sein Team bedeutete das: „Mehr Chaos! Mehr Arbeit!“

Von dem Räderwerk, das im Hintergrund rotierte, um für einen runden Ablauf zu sorgen, bekamen die Palmator-Pilger nichts mit. Sie suchten sich ab den Mittagsstunden zunehmend auch gemütliche Plätzchen auf der Wiese und breiteten dort Picknickdecken aus. Vom Wind ließen sie sich nichts anhaben.

Bei Blasmusik und Volksfestatmosphäre war es richtig gemütlich. Foto: Lex
Bei Blasmusik und Volksfestatmosphäre war es richtig gemütlich. Foto: Lex

Eine Theatergruppe aus Weihmichl bei Landshut, die mit dem Bus angereist war, hatte sogar Musikinstrumente mitgebracht. Da wurde dann zu Klängen von Gitarre und Cajón, einer Kistentrommel, „Country Roads“ oder „Schifoan“ gesungen. „Die Security-Mitarbeiter wollten uns mit den Instrumenten erst nicht reinlassen“, erzählten Andreas Krieger und Simon Roider. Doch dann hätten die beiden kurzerhand einfach am Eingang aufgespielt und nach einer Unterredung der Security mit deren Vorgesetzten hieß es: „Das dauert ja noch 100 Strophen, nehmt die Instrumente mit.“ „Voll cool“, fand das die Gruppe aus Niederbayern, die auch sonst dem Palmator-Fest viel abgewinnen konnte. „Das ist wirklich eine gemütliche Location. Die Leute sitzen einfach auf der Wiese und sind gut drauf. Das ist super.“

Unsere Bildergalerie zeigt Impressionen vom Palmator 2019:

Impressionen vom Palmator 2019

Typisch Bayern, typisch Heimat

Bier, Musik, Geselligkeit – das macht das Starkbierfest auf dem Adlersberg für viele aus. Foto: Lex
Bier, Musik, Geselligkeit – das macht das Starkbierfest auf dem Adlersberg für viele aus. Foto: Lex

Die Gemütlichkeit ist es auch, die viele andere Besucher am Starkbierfest schätzen. Michael, Judith, Clara und Luisa aus Burglengenfeld hatten es sich an einem Biertisch bequem gemacht und spielten Karten. „Bier, Freunde treffen, karteln – das macht den Palmator aus“, erklärte Michael. Und Clara fügte hinzu: „Das ist typisch bayrisch, das ist Heimat.“

Relativ „gemütlich“ verlief das Fest anfangs auch für Rettungsdienst und Polizei. Mit vorrückender Stunde waren die Einsatzkräfte mehr gefordert. Alles in allem zeigte sich Andreas Niebler, der Einsatzleiter der Polizei, am frühen Sonntagabend aber zufrieden. Bis zu diesem Zeitpunkt hätte es keine größeren Schlägereien gegeben. 8000 bis 10 000 Besucher seien auf dem Adlersberg gewesen, schätzte er.

Dieser herrenlose Dackel fand Zuflucht bei der Polizei. Foto: Robinson
Dieser herrenlose Dackel fand Zuflucht bei der Polizei. Foto: Robinson

„Die Zahl der Straftaten liegt im durchschnittlichen Bereich. Einige Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, Funde, Verluste, Beleidigungen – das übliche Geplenkel, wenn entsprechender Alkoholkonsum im Spiel ist.“ Ein herrenloser Hund, der den Beamten auf dem Festgelände zugelaufen war, und kurzzeitig ins Tierheim gebracht wurde, konnte letztlich ebenfalls wieder mit seinem Besitzer zusammengebracht werden.

Der Rettungsdienst verbuchte ähnlich viele Einsätze wie in den vergangenen Jahren. Meistens handelte es sich um Betrunkene oder Schnittverletzungen, die versorgt werden mussten. Extreme Fälle gab es laut Einsatzleiter Johannes Zemsch in diesem Jahr aber nicht.

Sehen Sie hier ein Video vom Palmator 2019:

Tausende Besucher beim Palmator am Adlersberg

Festwirt Heinrich Prößl wird durch den unverhofft großen Zulauf heuer derweil länger brauchen, bis auf dem Adlersberg wieder alles an Ort und Stelle ist. Eine Lehre hat er bereits gezogen: „Wenn der Wetterbericht nicht zu 100 Prozent Schnee, Graupel, Starkregen oder Minustemperaturen sagt, dann bau ich künftig immer für draußen auf.“

Wir berichteten live vom Palmator 2019. Der Newsblog zum Nachlesen:

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Starkbierfest

Der Liveticker vom Palmator 2019

Tausende Menschen aus Regensburg und Umgebung pilgern heute wieder auf den Adlersberg. Unsere Reporter berichten im NewsBlog.

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