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Festakt

„Technische Hochschule“ als Highlight

Bei ihrer Akademischen Jahresfeier blickte die OTH Regensburg auf ein erfolgreiches Jahr 2013 – und in die Zukunft des deutschen Hochschulsystems.
Von Louisa Knobloch, MZ

  • Neun Stiftungen, Vereine und Unternehmen verliehen Preise an insgesamt 27 Studierende. Foto: OTH Regensburg /www.florianhammerich.com
  • Prof. Dr. Peter Frankenberg hielt die Festansprache Foto: Knobloch
  • Der Präsident der OTH Regensburg, Prof. Dr. Wolfgang Baier, blickte auf die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2013 zurück. Foto: Knobloch

Regensburg.Mit einer Lichterkette verglich der Präsident der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg, Prof. Dr. Wolfgang Baier, am Freitag bei der Akademischen Jahresfeier das Jahr 2013. Das „alles überstrahlende Highlight“ sei die Verleihung des Titels Technische Hochschule im März gewesen, so Baier. Regensburg hatte sich im Verbund mit Amberg-Weiden erfolgreich beworben, seit Oktober führen die beiden Hochschulen nun offiziell den Titel OTH.

Verlässliche Finanzierung gefordert

Gemeinsam wolle man Verantwortung für den gesamten ostbayerischen Raum übernehmen und akademisch ausgebildete Fachkräfte in der Region halten. „Sichern wir unseren eigenen Wissenschaftsstandort, dann stärken wir auch die regionalen Wirtschaftsstrukturen“, betonte Baier. In Lehre und Forschung wollen sich die beiden Hochschulen künftig auf fünf Leitthemen fokussieren – darunter Energie und Mobilität sowie Gebäude und Infrastruktur. Damit wolle man Antworten auf die Megatrends der Zukunft wie Ressourcenknappheit, Urbanisierung und demografischen Wandel geben, sagte Baier. Um die geplanten Vorhaben umzusetzen, müsse der Freistaat die mit dem Titel verbundenen Mittel in Höhe von einer Million Euro jedoch bald aufstocken. Zudem steige die Zahl der Studierenden: Mit über 3300 Studienanfängern im Jahr 2013 und insgesamt 9700 Studierenden habe man ein Allzeit-Hoch erreicht, so Baier. In den kommenden Jahren rechnet er mit weiter steigenden Zahlen und mahnte daher eine ausreichende Finanzierung durch den Freistaat an, um die Studierenden auf gleichem Niveau ausbilden zu können. „Was wir für die Zukunft brauchen ist eine nachhaltige und verlässliche Hochschulfinanzierung“, betonte Baier.

Als „Lichtblicke“ im Jahr 2013 bezeichnete der Präsident die Neubauvorhaben auf dem Campus. Im Juni fanden der Spatenstich für den Neubau des Fakultätsgebäudes Informatik und Mathematik sowie die Grundsteinlegung für das Haus der Technik statt. Beide Bauten sollen 2016 fertiggestellt sein. 2014 soll als weiterer Neubau das Haus für Studierende entstehen. Man schaffe Platz für die familienfreundliche Hochschule und die religiösen Hochschulgemeinschaften, sagte Baier.

Über die Zukunft des deutschen Hochschulsystems sprach der ehemalige Baden-Württembergische Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg. Er warnte vor einer „Über-Akademisierung“ in Deutschland: „Wir dürfen das duale System nicht ausbluten“. Um die zunehmend heterogene Gruppe der Studienanfänger besser auf ein Studium vorzubereiten, schlug er eine „College-Phase“ nach amerikanischem Vorbild vor.

Die Hochschulen in Deutschland würden sich immer mehr differenzieren – und nur wenige könnten international konkurrenzfähig sein. Um als Hochschule für angewandte Wissenschaft Forschungsstärke zu entwickeln, müssten mehrere Hürden überwunden werden, führte Frankenberg aus. So lasse das hohe Lehrdeputat kaum Zeit für Forschung, die Besoldung der Professoren sei nicht mit der Bezahlung in der freien Wirtschaft konkurrenzfähig und es fehlten Stellen im Mittelbau. Zudem haben die Hochschulen für angewandte Wissenschaft kein Promotionsrecht – dies sei aber nötig, um wissenschaftlichen Nachwuchs auszubilden. Statt dieses Recht an eine bestimmte Hochschulart zu binden, schlug Frankenberg vor, dass besonders forschungsstarke Professoren oder Fakultäten ein Promotionsrecht beantragen können sollten.

Preise für Studierende und Profs

Studierendenvertreter Michael Thurner lobte in seinem Grußwort die gute Zusammenarbeit mit der Hochschulleitung. „Wir können uns aktiv einbringen und die Hochschule mitgestalten“, sagte er und forderte die rund 300 Gäste auf, Vertrauen in die Fähigkeiten junger Menschen zu haben.

Zum Abschluss der Akademischen Jahresfeier verliehen neun Stiftungen, Vereine und Unternehmen Preise an 27 Studierende der OTH Regensburg. Insgesamt waren die Auszeichnungen mit 20 500 Euro dotiert. Für besondere Leistungen bei der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zeichnete die Stiftung zur Förderung der Hochschule Regensburg die Professoren Prof. Dr. Rudolf Bierl, Fakultät Allgemeinwissenschaften und Mikrosystemtechnik, und Prof. Wolfgang Stockbauer, Fakultät Bauingenieurwesen, aus.

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