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Aktion

Teddy-Docs kümmern sich um Plüschfreunde

Kinder können ihre Kuscheltiere in der St. Hedwig Klinik behandeln lassen. Durch den Kontakt sollen sie die Angst verlieren.
Von Daniel Geradtz, MZ

Teddyärztin Natascha Bangerl (m.) behandelte Tinas Bär Lina. Foto: Geradtz
Teddyärztin Natascha Bangerl (m.) behandelte Tinas Bär Lina. Foto: Geradtz

Regensburg.Weil das Kuscheltier Lina Bauchschmerzen hat, begleitet Tina sie am Donnerstag in die Teddyklinik. Das Mädchen sagt, sie wisse nicht, warum es dem Tier schlecht gehe. Teddyärztin Natascha Bangerl fragt, ob es vielleicht daran liege, dass Lina zu viele Gummibärchen gegessen hätte. Das sei häufig die Ursache für Schmerzen. Tina glaubt allerdings nicht, dass der kleine Bär zu viel genascht hat. Ein anderer Grund muss gefunden werden.

Teddyärztin Bangerl ist Medizinstudentin im vierten Semester. Gemeinsam mit rund 190 Kommilitonen der Studiengänge Medizin und Zahnmedizin macht sie bei der Teddyklinik mit. Zwischen Donnerstag und Samstag versorgen die Studenten im Garten der St. Hedwig Klinik die plüschigen Freunde der Besucher. Die Aktion, die den Kindern die Angst vor dem Arzt nehmen soll, findet derzeit zum zwölften Mal statt.

Bär muss operiert werden

In den Zelten wird auch operiert. Foto: Geradtz
In den Zelten wird auch operiert. Foto: Geradtz

Woher Linas Bauchschmerzen kommen, ist nicht klar. Deswegen muss eine Ultraschalluntersuchung gemacht werden. Tina darf selber die Sonde über den Bauch führen. Nach kurzer Zeit fällt der Ärztin auf: Irgendwie ist ein Fremdkörper hineingelangt.

Die Tage in der Teddyklinik werden für die Studenten abwechslungsreich, aber auch arbeitsintensiv. Am Donnerstag und am Freitag sind die Ärzte bis 16 Uhr im Einsatz, am Samstag bis 15 Uhr. Jakob Breyer, einer der Organisatoren, erklärt: „Für Donnerstag und Freitag haben sich 27 Kindergärten angemeldet. Wir gehen von 450 bis 500 Kindern aus.“ Beim Familientag am Samstag kann jeder ohne Voranmeldung mit seinem Plüschtier in die Klinik kommen.

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Die Teddyklinik Regensburg heilt Kuscheltiere

Um Lina von ihrem Leid zu befreien, muss Teddyärztin Bangerl operieren. Zunächst setzt sie das Kuscheltier unter Narkose. Als Lina schläft, wirft sie einen Blick auf den Bauch. Dort findet sie ein Holzstück. Sie mutmaßt: „Vielleicht hat Lina das Holz draußen beim Spielen verschluckt.“ Auch Tina hält die Erklärung für plausibel.

Aktion erfüllt ihr Ziel

Doch so glimpflich läuft die Behandlung nicht immer ab. Prof. Dr. Hugo Segerer, Klinikleiter Neonatologie/Diabetologie, erklärt: „Es kommen immer wieder Kinder mit Krankheitsfällen, die sie aus der Familie kennen. Aber das Wichtigste ist: Der Teddy wird immer gesund, selbst bei schweren Krankheiten.“ Für die Medizinstudenten ist es ein Abwägen zwischen einer realistischen Einschätzung und einer positiven Grundstimmung. Doch Organisator Breyer findet: „Realismus ist nicht angebracht.“

Der Termin

  • Familientag Am Samstag, den 6. Mai ist von 9:00 – 15:00 unser Familientag. Hier dürfen alle Kinder, Eltern und Teddys ohne Anmeldung kommen. Außerdem gibt es am Samstag Kinderschminken, einen Besuch der Klinikclowns und natürlich Kaffee, Kuchen und sonstige Getränke.

  • Anmeldung Kindergartengruppen finden das Anmeldeformular für einen Besuch im Internet unter www.teddyklinik-regensburg.de.

Als Linas Operation abgeschlossen ist, bekommt sie einen Verband und wird entlassen. Bevor es nach Hause geht, holt Besitzerin Tina noch Medikamente aus der Apotheke ab. Außerdem gibt es ein kleines Geschenk. Danach steht ein nächster Patient im Behandlungszelt.

Für Medizinstudentin Bangerl gibt es einen wichtigen Grund, weshalb sie bei der Teddyklinik mitmacht. „Ich mag Kinder unheimlich gerne. Im letzten Jahr konnte ich nicht dabei sein, weil es sich mit einer Klausur überschnitten hat.“ Sie glaubt, dass die Aktion ihr Ziel erreicht und Kindern die Angst vor dem Arzt nimmt. Auch Schirmherr Segerer ist von dem positiven Effekt überzeugt. Die Rückmeldungen, die er von den Eltern erhält, würden dafür sprechen, dass sich mit der Aktion etwas bewegen lasse.

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