MyMz
Anzeige

Vandalismus

Teures Ende einer Uni-Feier

Die Bio-Fete an der Universität Regensburg geriet außer Kontrolle. Die Folgen: Partys in Fakultätsgebäuden soll es an der Uni nicht mehr geben.
Von Louisa Knobloch, MZ

Im sogenannten Medirondell an der Uni fand die Bio-Fete statt. Foto: kn

Regensburg. Eigentlich sollte es ein schöner Abend werden: Am vergangenen Donnerstag hatte die Fachschaft Biologie wie schon in den Semestern zuvor die Studierenden zur Bio-Fete ins Medirondell in der Universität Regensburg eingeladen. Doch gegen halb Drei in der Früh endete die Party mit einem Feueralarm. Ein oder mehrere Besucher hatten sich offenbar Zutritt zu einem eigentlich abgesperrten Teil des Fakultätsgebäudes verschafft und dort randaliert. Im Blog der Universität schreibt eine Verwaltungsangestellte: „Abgesehen von Verschmutzungen – wie ausgeschütteten Getränken und Müll auch in den angrenzenden Fluren und Glasscherben-Haufen bei den Gebäudeausgängen – wurde auch eine Glastüre zerschlagen und Seifenspender und Handtuchhalter in den Toiletten heruntergerissen.“

Zudem seien Feuermelder ohne ersichtlichen Grund eingedrückt worden. „Der größte Schaden ist aber dadurch entstanden, dass Unbekannte mit insgesamt fünf Feuerlöschern durch die Gänge im zweiten Obergeschoss gelaufen sind, wo sie den Inhalt der Pulverlöscher versprühten.“ Der feine Löschstaub habe sich in den angrenzenden Büros und Laboren verteilt – auch auf empfindlichen Geräten wie Mikroskopen. Laut Blogeintrag belaufen sich die Kosten für die Reinigungsarbeiten auf rund 3500 Euro.

Verändertes Feierverhalten der Jugend

Am Mittwoch war die aus dem Ruder gelaufene Party Thema bei der Fakultätssitzung. Wie Prodekan Prof. Dr. Ernst Tamm auf MZ-Nachfrage sagte, seien die Feiern in der Vergangenheit immer recht ordentlich verlaufen. In den letzten Jahren habe sich das Feierverhalten der Jugend aber verändert: „Alkohol spielt eine immer größere Rolle – dadurch werden solche Veranstaltungen schwerer zu steuern.“ Was passiert sei, tue den Vertretern der Fachschaft sehr leid, sagte Tamm. Als Veranstalter haben die Studierenden eine Versicherung abgeschlossen – ob die für alle Schäden aufkommt, muss geklärt werden. „Auf absehbare Zeit wird es keine solchen Feiern mehr in den Fakultätsräumen geben“, so Tamm.

Dies bestätigte auch die Pressestelle der Universität: „Fakultätsfeiern werden nicht mehr in den Gebäuden der Fakultäten stattfinden“, sagte Sprecher Alexander Schlaak. In manchen Fakultäten ist das ohnehin bereits Usus: Die Medi- und die Zahni-Fete fanden in der Disco Suite 15 statt, die Wiwi-Fete in der Uni-Mensa. „Es war schon vorher bekannt, dass es die letzte Bio-Fete sein wird, die an der Fakultät stattfindet“, berichtet ein Biologie-Student, der am vergangenen Donnerstag dabei war.

Von der Randale hätten die Feiernden im Medirondell nichts mitbekommen, erzählt er weiter. Erst als gegen halb Drei der Feueralarm losging und die Feuerwehr anrückte, sei die Party abgebrochen worden. „Es ging plötzlich drunter und drüber, alle mussten raus.“ Die Fachschaft und die anwesende Security hätten das aber gut organisiert. Im Blog kommentiert Nutzerin Johanna den Bericht über den Vorfall: „Die Bio-Feten haben zu den besten Partys überhaupt gezählt. (...) Ich hoffe, dass die Täter geschnappt und zur Rechenschaft gezogen werden.“

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht