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Thurn und Taxis in den Panama Papers

In den Enthüllungen um Briefkastenfirmen im Ausland werden zahlreiche Adelshäuser genannt – darunter die alte Post-Dynastie.
Von Martin Anton, MZ

Das Schloss St. Emmeram in Regensburg ist seit Anfang des 19. Jahrhunderts in Besitz der Familie von Thurn und Taxis. Foto: dpa
Das Schloss St. Emmeram in Regensburg ist seit Anfang des 19. Jahrhunderts in Besitz der Familie von Thurn und Taxis. Foto: dpa

Regensburg.Die Enthüllungen im Zusammenhang mit den sogenannten Panama Papers fördern immer mehr Details zutage. Mit Islands Premier Signundur David Gunnlaugsson ist bereits ein Regierungschef zurückgetreten, in Großbritannien ist David Cameron wegen der Beteiligung an der Briefkastenfirma seines verstorbenen Vaters unter Druck geraten und neben namhaften Politikern tauchen in den Berichten die Namen anderer Prominenter auf. Auch der deutsche Adel unterhielt laut einer Veröffentlichung der SZ-Redakteure Bastian Obermayer und Frederik Obermaier Beziehungen zur Kanzlei Mossack Fonseca, die im Zentrum der Enthüllungen steht.

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„Allein schon im panamaischen Firmenregister tauchen derart viele deutsche Adelige auf, dass man meinen möchte, jemand habe das deutsche Adelsregister dorthin entleert.“

Aus: Panama Papers: Die Geschichte einer weltweiten Enthüllung

In dem parallel zur Veröffentlichung der Recherchen erschienenen Buch „Panama Papers: Die Geschichte einer weltweiten Enthüllung“ schreiben die Autoren von „etlichen Mitgliedern der reichsten deutschen Familien“ die über Mossack Fonseca in anderen Ländern investiert hätten oder Teile ihres Vermögens offshore hielten und noch halten. „Allein schon im panamaischen Firmenregister tauchen derart viele deutsche Adelige auf, dass man meinen möchte, jemand habe das deutsche Adelsregister dorthin entleert“, heißt es dort. In einer Auflistung der Adelshäuser, deren Familienmitglieder demnach Verbindungen zu Mossack Fonseca haben oder hatten, steht auch der Name Thurn und Taxis.

Klicken Sie hier für das MZ-Spezial zu den Panama Papers.

Das Haus Thurn und Taxis in Regensburg wollte sich am Montag auf Anfrage nicht zu der Textpassage und möglichen Verbindungen zu Mossack Fonseca äußern. „Kein Kommentar“ hieß es aus dem Sekretariat. Auf die Frage, ob Mitglieder der Familie Thurn und Taxis Vermögen im Ausland halten würden, war die Antwort: „Dazu geben wir keine Auskunft.“

Familienoberhaupt Albert von Thurn und Taxis gilt als einer der reichsten Junggesellen Deutschlands. Schätzungen zu seinem Vermögen variieren zwischen einer und zwei Milliarden Euro. Laut Homepage der Thurn und Taxis ist Albert derzeit insgesamt an 21 Geschäftsbereichen, Personen- und Kapitalgesellschaften als Inhaber oder Gesellschafter beteiligt. Die Thurn und Taxis gehören zu den größten Landbesitzern Deutschlands, besitzen mehrere Schlösser, Gloria von Thurn und Taxis unterhält Wohnungen in Rom und New York.

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