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Polizei

Junge Altstadt-Bewohnerin getötet

Eine 33-Jährige stirbt in ihrer Wohnung in der Metgebergasse in Regensburg. Ein dringend Tatverdächtiger sitzt nun in U-Haft.
Von Micha Matthes

  • Die Polizeibeamten entdeckten am Montagabend in der Metgebergasse eine tote Frau in einer Wohnung. Foto: mt
  • Die Metgebergasse liegt zwischen Keplerstraße und Am Weinmarkt in der Regensburger Altstadt. Foto: Micha Matthes
  • Mitarbeiter des Tierschutzes holen am Dienstag mehrere Singvögel aus der Wohnung der toten Frau ab. Foto: mt
  • Am Dienstagvormittag ist es in der Metgebergasse wieder ruhig. Zwei Beamte der Kriminalpolizei sind vor Ort. Ihr silberner BMW mit Blaulicht hinter der Frontscheibe parkt in einer Nebengasse – direkt gegenüber der Kult-Kneipe Banane. Foto: mt
  • 15 Parteien stehen an dem großen Klingelschild neben der Eingangspforte, die von der Metgebergasse zunächst auf einen größeren Innenhof führt, an den drei Wohnhäuser angrenzen. Foto: mt
  • Die schmale Metgebergasse (links) führt direkt zum Weinmarkt. Foto: mt

Regensburg.Eine 33-jährige Regensburgerin ist wohl einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. Jetzt sitzt ein Tatverdächtiger in U-Haft. Am Montagabend wurde die Polizei zu einer Wohnung in der Metgebergasse in der Innenstadt gerufen. Dort fanden die Beamten eine bewusstlose und verletzte Frau vor. Der Notarzt war schnell vor Ort. Doch auch dieser konnte die Frau nicht mehr retten. Sie verstarb kurze Zeit später. Ein in der Wohnung anwesender Mann wurde festgenommen. Die Polizei rechnet ihn dem persönlichen Umfeld der Frau zu. Der 31-Jährige wurde noch am Dienstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser erließ wegen des dringenden Tatverdachts auf Totschlag Haftbefehl gegen den Mann, der nun in der Justizvollzugsanstalt sitzt.


Ein MZ-Video zum aktuellen Stand der Ermittlungen am Dienstagabend finden Sie hier:

Junge Altstadt-Bewohnerin getötet: Das sagen die E

Verletzungen am Oberkörper

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir nur sagen, dass die Frau im Bereich des Oberkörpers Verletzungen aufwies, die auf eine Gewalteinwirkung hindeuten“, sagt Polizeisprecher Markus Damm am Dienstag. Weitere Erkenntnisse erhofft sich die Polizei nun durch eine Obduktion der 33-Jährigen.

In diesem Haus (links) entdeckte die Polizei am Montag eine verletzte Frau, die wenig später starb. Foto: mt
In diesem Haus (links) entdeckte die Polizei am Montag eine verletzte Frau, die wenig später starb. Foto: mt

Ein Notruf war bei der Polizeiinspektion Regensburg Süd am Montag gegen 21.15 Uhr eingegangen. Die Umstände dieses Notrufs, der aus dem familiären Umfeld des Verdächtigen kam, stünden in direktem Zusammenhang zu den Ermittlungen. Daher werde die Polizei keine näheren Angaben dazu machen, sagt Damm. Bis weit in die Nacht hinein hatten am Montag dann die Blaulichter der Einsatzfahrzeuge in der schmalen, gepflasterten Gasse im Herzen der Altstadt geleuchtet.

Am Dienstagvormittag ist dort alles wieder ruhig. Zwei Beamte der Kriminalpolizei sind vor Ort. Ihr silberner BMW mit Blaulicht hinter der Frontscheibe parkt in einer Nebengasse – direkt gegenüber der Kult-Kneipe Banane. Dann fährt ein Auto des Tierschutzvereins vor. Zwei Mitarbeiterinnen laden Käfige aus und lassen sich von einem der Kripo-Beamten die Türen zur Wohnung der toten Frau aufsperren.

15 Parteien stehen an dem großen Klingelschild neben der Eingangspforte, die von der Metgebergasse zunächst auf einen größeren Innenhof führt, an den drei Wohnhäuser angrenzen. Mehrere Bauarbeiter pflastern den Hof gerade neu. Die Wohnung der Getöteten befindet sich im zweiten Stock eines der Häuser. Es handelt sich um eine kleine, öffentlich geförderte Wohnung der Stadtbau. Die Mieterin sei unauffällig gewesen und habe noch nicht lange dort gewohnt, heißt es vonseiten der Stadtbau. „Es handelt sich um eine ganz normale Wohnung mit einer ganz normalen Wohnungsnehmerin, die da ganz normal drin gewohnt hat“, sagt Damm.

Am Dienstagvormittag ist es in der Metgebergasse wieder ruhig. Zwei Beamte der Kriminalpolizei sind vor Ort. Ihr silberner BMW mit Blaulicht hinter der Frontscheibe parkt in einer anschließenden Nebengasse – direkt gegenüber der Kult-Kneipe Banane. Foto: mt
Am Dienstagvormittag ist es in der Metgebergasse wieder ruhig. Zwei Beamte der Kriminalpolizei sind vor Ort. Ihr silberner BMW mit Blaulicht hinter der Frontscheibe parkt in einer anschließenden Nebengasse – direkt gegenüber der Kult-Kneipe Banane. Foto: mt

Die Nachricht von dem Todesfall hat sich am Dienstagvormittag noch nicht herumgesprochen. Eine Familie mit Kinderwagen kommt aus dem Anwesen. Sie hätten nichts von dem Einsatz in der Nacht mitbekommen, sagen die jungen Eltern. Eine Anwohnerin aus einem anderen der drei auf den Innenhof gehenden Gebäude ist schockiert. „Bislang war hier immer alles ruhig“, sagt sie. „Ich bin gestern erst spät nach Hause gekommen und habe die Polizisten gesehen. Ich wusste ja nicht, was los war.“ Zu den Nachbarn habe sie relativ wenig Kontakt. „Unsere Wege kreuzen sich nur selten.“

Tierschutz nimmt Haustiere auf

Dann kommen die Mitarbeiter des Tierschutzvereins wieder aus der Wohnung der 33-Jährigen. In den mitgebrachten Käfigen sitzen jetzt mehrere Singvögel. Die Tierschützer müssen sie in Obhut nehmen. Auch eine komplette Voliere tragen sie zum Auto.

Unsere Reporter waren live vor Ort in der Metgebergasse und berichteten über die Entwicklungen:

Die genauen Umstände des Todes der 33-Jährigen liegen derweil noch im Dunkeln. Die Polizei will sich aus ermittlungstaktischen Gründen nicht näher zu dem Fall äußern. Angefangen bei der Spurensicherung sei die Kriminalpolizei derzeit mit „umfangreichsten Ermittlungen“ beschäftigt, sagt Polizeisprecher Markus Damm. Dazu gehöre eine Vielzahl von Maßnahmen – unter anderem auch die Vernehmung von möglichen Zeugen vor Ort. Diese würde natürlich auch am Tag nach Bekanntwerden des Falls fortgesetzt. „Nähere Angaben zu den Verletzungen der Frau würden nur Spekulationen und Gedankenspiele implizieren“, sagt Damm. Auch zu den Umständen der Festnahme will er nichts sagen. „Der Mann ist deutscher Staatsangehöriger und wohnt in Wiesbaden. In welcher Beziehung er zu der 33-Jährigen stand, ist eminent wichtig für die Ermittlungen: „Die Beziehung ist gerade das, was uns interessiert.“

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