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Abschied

Tonis Würstl-Bude ist Geschichte

In der Silvesternacht feierten Hunderte das „letzte Abendmahl“ am Regensburger Kult-Imbiss. Nun trauern die Fans erneut.

Servus, „Würstl-Toni“: Am Mittwoch fehlten auch schon Teile des Gebäudes. Foto: Mathias Wagner
Servus, „Würstl-Toni“: Am Mittwoch fehlten auch schon Teile des Gebäudes. Foto: Mathias Wagner

Regensburg. Es war ein trauriges Bild am Regensburger Kornmarkt: Am Mittwochnachmittag rissen Arbeiter die erste Außenwand des Kult-Imbisses „Würstl-Toni“ ein. Es wird nicht mehr lange dauern, bis nichts mehr zeugt von dessen 105-jähriger Geschichte. In der Silvesternacht hatten Anton Erl – der „Würstl-Toni“, sein Sohn Markus und Imbissbetreiberin Erika Schmidl Abschied von ihren Gästen genommen, weil das Geschäft zuletzt immer schwieriger geworden war.

47 Jahre stand Schmidl am Grill, schon als Kind half sie ihren Eltern im Geschäft. Doch ihre Söhne wollten das Geschäft nicht weiterführen. „Knacker-Semmeln sind ein Fünferl-Gschäft. Was bleibt einem da pro Semmel? Vielleicht 40 Cent?“, sagte die Wirtin einem unserer Reporter, kurz bevor sie zum letzten Mal aufgesperrt hat: An Silvester kamen noch einmal Hunderte auf eine Knacker-Semmel. Seitdem ist der Imbiss geschlossen.

Anton Erl, sein Sohn Markus und Imbissbetreiberin Erika Schmidl nahmen an Silvester und Neujahr von ihren Gästen Abschied.
Anton Erl, sein Sohn Markus und Imbissbetreiberin Erika Schmidl nahmen an Silvester und Neujahr von ihren Gästen Abschied. Fotos: Steffen

Als die Arbeiter am Mittwoch an der hölzernen Bude werkelten, blieben immer wieder Passanten stehen, manch einer machte ein letztes Foto. Auch auf unserer Facebook-Seite trauern die Fans um „ihren“ Imbiss: „Wo ist der Denkmalschutz, wenn man ihn mal braucht?“, scherzt einer. Ein anderer klagt: „Oh nein! Wie viele Nächte sind hier ausgeklungen?“ Ein dritter erklärt, der Imbiss sei für ihn ein Wahrzeichen Regensburgs gewesen, „fast wie der Dom“.

Am Kornmarkt soll demnächst allerdings ein neuer Imbiss entstehen. Dafür sucht die Stadt einen Gastronomen, der das bisherige Konzept – bayerische Gerichte bzw. Würstel – beibehalten und auf eigene Kosten einen Imbiss in der Größe des Vorgängers errichten möchte. Die Ausschreibung, die die Stadt am 24. Juli in ihrem Amtsblatt veröffentlicht hat, läuft noch bis 31. August. Baubeginn könnte dann etwa ab dem 1. November sein. Zuvor müssen aber noch einige städtische Fachstellen eingebunden werden, sagt Stadt-Sprecherin Juliane von Roenne-Styra, „auch, weil sich der Imbiss mitten im Welterbe befindet.“ Das sei ein sensibler Standort.

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