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Auftritt

Trapezkünstler dürfen keine Angst haben

„ High Tension“ zeigt im Regensburger Weihnachtscircus waghalsige Nummern. Früher flog Regisseur Funke selbst durch die Luft.
Von Angelika Lukesch

High Tension in AktionFoto: Chris Gobet
High Tension in AktionFoto: Chris Gobet

Regensburg.Wer hoch oben unter der Zirkuskuppel fliegen will, braucht gehörigen Wagemut. Das Duo High Tension mit Chris Gobet (43) und Julian Kaiser (26) besitzt diesen Mut. Die Artisten werden beim 5. Regensburger Weihnachtscircus (19. Dezember bis 5. Januar 2020) ihre gefährlichen Künste am Trapez präsentieren.

Wer sich mit „High Tension“ befasst, erfährt, dass es eine Geschichte dahinter gibt. Für Chris Gobet ist dies die 2. Auflage einer Nummer, die er seinerzeit mit Rodrigue Funke, dem jetzigen Regisseur des Regensburger Weihnachtscircus, entwickelt hatte und 1999 bis 2015 präsentierte. Gobet und Funke nannten sich „Duo Sorellas“, waren weltweit unterwegs und erhielten beim Internationalen Zirkusfestival in Monte Carlo aus der Hand von Prinzessin Stephanie den Clown, die höchste Auszeichnung in der Zirkuswelt.

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Rodrigue Funke ist Artist, Hundeflüsterer und Regisseur. Mit seinem Hund gastiert er beim Regensburger Weihnachtscircus.

Extrem gefährliche Nummer

Funke musste jedoch 2008 aus gesundheitlichen Problemen die Trapezkarriere an den Nagel hängen. Er wandte sich neuen Herausforderungen zu, wurde Hundetrainer und führt Regie. Funke trauert dem Trapez-Dasein nicht nach: „Ich freue mich sehr, dass es für Chris weitergeht. Anders als ich brennt er noch für das Trapez und ich schaue ihm gerne zu. Ich hoffe nur, dass sein neuer Partner in genauso sicher fängt, wie ich früher, die Nummer ist ja wirklich sehr gefährlich.“

Funke gibt zu, dass er mit dem Trapez „total abgeschlossen“ habe. „Das Adrenalin wäre mir heute wirklich zu viel und auch auf den Zwang, immer in körperlicher Topverfassung zu sein, kann ich sehr gut verzichten. Es ist eine extrem anspruchsvolle, kraftraubende, spannende und gefährliche Nummer, die davon lebt, dass sie mit Leichtigkeit vorgetragen wird. Ich freue mich sehr, dass ich Christoph überzeugen konnte, unsere damalige Musik zu benutzen, die eigens für uns komponiert wurde. Ich bin mir sicher, dass High Tension vom Regensburger Publikum genauso frenetisch gefeiert werden wird, wie die Sorellas in ihrer jahrelangen Karriere.“

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Christoph Gobet ist seit 24 Jahren als Artist unterwegs. Dabei stammt er aus einer Familie, die mit Zirkus so gar nichts am Hut hatte. Schlüsselerlebnis war für ihn ein Besuch im Schweizer Nationalzirkus Knie. „Da war ich drei Jahre alt und das Zirkusfieber hatte mich gepackt“, sagt Gobet. Er absolvierte die Staatliche Schule für Artistik in Berlin und wurde Trapezkünstler, zuerst mit Rodrigue Funke, nun mit Julian Kaiser.

Genaues Timing ist wichtig

„Das Schwierigste an der Nummer ist, das Trapez während unserer Tricks möglichst ruhig zu halten, also im Lot. Auch das Timing zwischen uns muss absolut stimmen. Der risikoreichste Trick ist, wenn ich mit nur einem Fuß an Julians Fuß hänge. Da besteht immer die Gefahr abzurutschen“, erklärt Gobet. Furcht kennt der Trapezkünstler übrigens nicht: „Angst hat immer etwas lähmendes und das ist gefährlich. Ich nenne es lieber Respekt. Man muss wissen, was man tut, und sich der Gefahr bewusst sein, Respekt haben eben. Und ich muss meinem Partner absolut vertrauen.“ Und auf noch etwas vertraut der Trapezkünstler: „Ich habe einen kleinen Stofflöwen, den ich zu meinem ersten Auftritt in Berlin von meiner Trainerin geschenkt bekommen habe. Der begleitet mich durch meine ganze Karriere.“

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