MyMz
Anzeige

Feuer

Treibt ein Brandstifter sein Unwesen?

Erneut brannte es in einem Regensburger Vereinsheim. Erst vor zwei Wochen entstand genau in diesem Gebäude hoher Sachschaden.
Von Jan-Lennart Loeffler

  • Die Feuerwehr war am 6. August bereits in der Gaststätte Land in Sonne im Einsatz. Nun musste erneut ein Feuer in dem Vereinsheim bekämpft werden Foto: Parnitzke
  • Wirt Markus Parnitzke muss erneut eine schreckliche Nachricht verdauen. Foto: Lösch

Regensburg.Schon wieder loderten die Flammen aus der Gaststätte Land in Sonne in der Augsburger Straße in Regensburg. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag eilten die Feuerwehren zu dem Vereinsheim in der Kleingartenanlage. Zeugen hatten die Einsatzkräfte wegen eines Brands hinter einer Tankstelle alarmiert. In diesem Vereinslokal hatte es vor zwei Wochen schon einmal gebrannt.

Wie die Polizei mitteilte, bemerkten aufmerksame Passanten gegen 23.50 Uhr ein gerade entstehendes Feuer an der Außenfassade der Gaststätte. Unverzüglich informierten sie die Rettungskräfte. Die Feuerwehr war mit insgesamt rund 30 Einsatzkräften vor Ort und konnte den Brand nach eigenen Angaben in kurzer Zeit ohne Probleme schnell unter Kontrolle bringen. Die Feuerwehr sicherte standardmäßig die Umgebung mit der benachbarten Tankstelle und die Polizei sperrte die Augsburger Straße in diesem Bereich ab.

An der Außenfassade der Gaststätte ist nach ersten Erkenntnisse das Feuer ausgebrochen. Foto: Loeffler
An der Außenfassade der Gaststätte ist nach ersten Erkenntnisse das Feuer ausgebrochen. Foto: Loeffler

Die Kriminalpolizei Regensburg hat erneut Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen und bereits Personen in der Nachbarschaft der Gaststätte befragt. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagt Polizeisprecher Florian Beck. Er hielt sich gestern im Gespräch mit der Mittelbayerischen noch bedeckt, was die Ursache angeht. Aber Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen. Das Feuer brach an einer der Straße abgewandten und nicht einsehbaren Ecke auf der Steinterrasse der Gaststätte aus -– in unmittelbarer Nähe des Brandherds des ersten Feuers.

Am Tag nach dem Feuer finden sich dort noch Rest von verbranntem Laub und Müll. Damals wurde neben der Eingangstüre das Feuer gelegt, welches sich dann rasch über die Außenwand auf den Dachstuhl ausbreitete. Nun kam das Feuer nicht so weit. „Zum Glück wurde der Brand diesmal schnell entdeckt. Der Schaden ist daher nicht so groß. Wir müssen die Feuerwehr loben“, sagt Josef Schreck, der Erste Vorsitzende des Kleingartenvereins Land in Sonne. Es entstand bei diesem zweiten Brand ersten Schätzungen zufolge ein Schaden von etwa 10 000 Euro.

Wirt schaut nach vorne

Nach den neuesten Erkenntnissen beläuft sich der Schaden des ersten Brandes an dem Gebäude und der Einrichtung bereits auf über 200 000 Euro. Der Kleingärtnerverein will trotz des unerwarteten Rückschlags schnell an die Sanierungsarbeiten gehen. „Nächste Woche beginnt die Entkernung. Nur die Außenhülle wird wahrscheinlich stehenbleiben“, sagt Schreck. „Der Dachstuhl muss wohl komplett runter.“ Erst am Mittwoch waren die Verantwortlichen nach der Begutachtung des ersten Brandes durch einen Sachverständigen zusammengesessen und hatten das weitere Vorgehen besprochen.

„Für mich geht es jetzt darum, wann ich die Gaststätte wieder aufsperren kann.“

Markus Parnitzke, Wirt der Gaststätte Land in Sonne

Der Vorsitzende der Kleingärtner lässt sich von den Schicksalsschlägen nicht entmutigen. Die Entkernung soll schnell über die Bühne gehen und für die übernächste Woche hat er bereits einen Termin mit einem Architekten, um den Wiederaufbau zu planen. Auch der Wirt des Vereinsheims, Markus Parnitzke, schaut jetzt in die Zukunft. „Für mich geht es jetzt darum, wann ich die Gaststätte wieder aufsperren und wieder anfangen kann“, sagt Parnitzke. Er möchte auf jeden Fall nach der Sanierung wieder im Vereinsheim weitermachen. Das freut auch Josef Schreck. Um die Zeit bis zur Wiedereröffnung zu überbrücken, sucht Parnitzke nun wieder eine Anstellung als Koch. „Ich habe schon was in Aussicht“, sagt der Wirt optimistisch. Seine Frau, ebenfalls gelernte Köchin, mit der er das Vereinsheim zusammen bewirtschaftet hatte, sucht sich jetzt eine Stelle. Beide haben erst wenige Tage nach dem ersten Brand geheiratet. Er wollte wegen der Hochzeit das Lokal für eine Woche schließen. Daraus ist nun eine mehrmonatige Zwangspause geworden.

Kriminalpolizei sucht Zeugen

Die Kriminalpolizei bittet um Kontaktaufnahme durch einen wichtigen Zeugen. Dieser hielt sich zur genannten Zeit mit einem Fahrrad vor der Gaststätte auf und unterhielt sich mit weiteren Zeugen. Der Mann wird von der Polizei wie folgt beschrieben: Er ist circa 180 – 190 cm groß, ungefähr 40 Jahre alt, kurze helle Haare, kein Bart und hat eine sehr schlanke Erscheinung und sprach deutsch. Er trug ein hellblaues T-Shirt mit Aufdruck, keine Brille, führte einen Rucksack mit sich und war mit einem silbernen Fahrrad unterwegs.

Die Ermittler bitten Anwohner und Nachtschwärmer, die Angaben zum Brandgeschehen machen können, insbesondere die beschriebene Person, sich unter der Telefonnummer (0941) 5 06-28 88 mit der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg in Verbindung zu setzen.

Mehr Nachrichten aus Regensburg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht