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Gesundheit

Tröpfchen Blut für kleines Kämpferleben

Die Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) setzt sich für zwei Regensburger Kleinkinder ein, sie heißen Karl und Jannik.

  • Es ist auch für ihn: „Kämpfer Karl“ heißt die Typisierungsaktion. Foto: AKB
  • Typisierung: Aus wenig Blut werden die Gewebemerkmale eines möglichen Spenders untersucht. Foto: dpa

Regensburg.Als gesundes Baby kam Karl im Sommer 2016 auf die Welt. Bei der U4 im letzten Herbst fiel dann die Wölbung der Schädeldecke auf. Die Diagnose: Hydrocephalus, auch als Wasserkopf bekannt. Nach einer ersten OP erhielten Karls Eltern eine weitere Diagnose: Morbus Crouzon. Die Schädelplatten verknöcherten zu schnell. Das führte dazu, dass Karls Gehirn nicht mehr wachsen konnte. Und plötzlich sind die Sehnerven betroffen. Es stellte sich heraus, dass diese durch die Vorerkrankungen auch schon irreversibel beschädigt sind.

Erst eine humangenetische Untersuchung brachte die endgültige Diagnose: Infantile Osteopetrose. Das ist ein Gendefekt, der höchst selten vorkommt. Nur einer von 200000 Menschen ist davon betroffen. Karls Leben hängt nun von einer Knochenmarkspende ab.

Jannik war fünf Jahre alt, als die Krankheit diagnostiziert wurde: Lymphdrüsenkrebs. Was zunächst nach einer erfolgreichen Therapie aussah, wurde im März 2017 zunichtegemacht. Jannik erlitt einen Rückfall – der Krebs kam zurück. Er musste wieder in die Uniklinik und noch eine Chemotherapie überstehen. Jetzt kann ihm nur noch eine Knochenmarktransplantation das Leben retten.

Der Vorstandsvorsitzende der Sparda-Bank Ostbayern, Georg Thurner, zeigt sich betroffen: „Kaum hat Baby Karl das Licht der Welt erblickt, schon muss er um sein Leben kämpfen. Da tritt die Frage auf ‚Wie können wir helfen?‘ Die Antwort ist einfach: Eine Stammzellentransplantation kann heilen und Leben retten. Je mehr Menschen sich typisieren lassen, desto wahrscheinlicher finden sich für Baby Karl und den kleinen Jannik potenzielle Spender, deren Stammzellen die passenden genetischen Merkmale aufweisen. Helfen wir zusammen und hoffen darauf, dass ein genetischer Zwilling gefunden wird. Gemeinsam können wir die Chance dafür beträchtlich erhöhen!“

Doch was steckt hinter einer Registrierung in der Stammzellspenderdatei? Die Antwort ist ganz einfach: Eine Stammzellspende eröffnet Leukämiepatienten die Chance auf ein gesundes neues Leben. Es ein unschätzbares Geschenk, das die Spenderinnen und Spender den Patienten zuteilwerden lassen: Das wertvollste Geschenk der Welt – Stammzellen spenden. Typisieren lassen können sich Menschen zwischen 17 und 45 Jahren, die gesund und in körperlich guter Verfassung sind. Wer als Spender nicht infrage kommt, kann jedoch auch mit einer Geldspende ganz wesentlich helfen, denn eine einzige Typisierung kostet die Stiftung AKB 50 Euro. Das Spendenkonto für die Aktionen in Regensburg lautet: Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern, IBAN: DE69 7025 0150 0022 3945 55, Verwendungszweck: Kämpfer Karl. Für eine Spende ab 50 Euro erhalten die Spender auf Wunsch eine Spendenquittung.

Es fehlen immer noch Spender

Jedes Jahr erkranken in Deutschland nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts Berlin rund 11000 Menschen neu an schwerwiegenden Erkrankungen des blutbildenden Systems. Zwar haben sich bereits mehr als 29 Millionen Menschen in ein weltweit vernetztes Spenderregister aufnehmen lassen, jedoch gibt es für jeden siebten Patienten noch immer keinen passenden Spender.

Für Gesunde sind nur wenige Tropfen Blut und ein paar Minuten Zeit notwendig, um sich typisieren zu lassen. Für Leukämiepatienten bringt jeder neu Registrierte die Chance, wieder ganz gesund zu werden. Typisieren lassen kann sich jeder zwischen 17 und 45 Jahren, der gesund und in körperlich guter Verfassung ist. Details zur Aufnahme als Stammzellspender finden Interessenten unter www.akb.de.

Blutkrebs ist heilbar, wenn rechtzeitig der passende Spender gefunden wird. Bei der Typisierung werden aus einer geringen Menge Blut die Gewebemerkmale eines möglichen Spenders untersucht. Die Ergebnisse werden in anonymer Form von der Datenbank weltweit für Suchzentren zur Verfügung gestellt. Die Gewebeuntersuchung ist eine aufwendige molekulargenetische Untersuchung und kostet pro Spender 50 Euro.

Insgesamt betreut die Stiftung AKB heute knapp 300000 Spender aus Bayern, bislang wurden schon über 3700 Stammzellspenden vermittelt, täglich kommen neue dazu. Informationen unter www.akb.de und www.bayern-gegen-leukaemie.de.

Die Typisierungsaktionen

  • Erster Termin:

    Am 27. April von 10 bis 13 Uhr am Universitätsklinikum Regensburg in der Franz-Josef-Strauß-Allee 11, 93053 Regensburg.

  • Zweiter Termin:

    Am 29. April von 11 bis 16 Uhr im BiC BildungsCenter Candis, Kastenmaierstraße 2.

  • Filme:

    Parallel zur Typisierungsaktion im BiC BildungsCenter im Candis werden in der Stadtteilbücherei stündlich Kurzfilme aus der Zeichentrickreihe „Es war einmal…das Leben“ gezeigt.

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