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Konflikt

TV-Empfang gestört: Sind Nagetiere schuld?

Heinz Zacke glaubt, dass sich Marder in Verteilerkästen einnisten und zubeißen – Kabel Deutschland reagiert jetzt.
Von Karl-Heinz weigel, MZ

Heinz Zacke vor einem Verteilerkasten – Wohnhöhle für bissfreudige Nager? Foto: hw

Regensburg. Rentner Heinz Zacke (70) ist sauer auf Kabel Deutschland. Im November, Dezember und Januar, so zeigt eine penibel geführte Mängelliste, gab es in seiner Eigentumswohnung im 3. Stock am Mälzereiweg 17, in der kompletten Wohnanlage und in bis zu 3000 betroffenen Haushalten im Stadtsüden Störungen und Totalausfälle beim Radio-und TV-Programm – manchmal dauerte der „Black-out“ bis zu 40 Stunden.

Zacke, Ex-Bezirkschef bei der Deutschen Postgewerkschaft, wollte sich bei Kabel Deutschland beschweren, konnte aber weder über Telefon, Hotline bzw. Email Kontakt aufnehmen. Zacke erhielt auch keine Entschuldigung. Sein Kommentar: „Skandalös.“

Zacke wandte sich nun Hilfe suchend an die MZ. Er vermutet: Nagetiere sind schuld an den Störungen und Ausfällen. Er denkt an Marder oder Ratten, die sich in den Verteilerkästen wegen der Wärme einnisten und „Verbissschäden“ anrichten. Im MZ-Interview berief sich Zacke auf ein Antwort-Email des Kabel-Deutschland-Beschwerdemanagements (Erfurt) an einen seiner Nachbarn. Da ist u.a. zu lesen: „... teilte uns der Techniker mit, dass ein Nagetier zum wiederholten Male die Kabel zerstört hat.“

Schäden durch beißfreudige Nager? In einer Pressemitteilung bestritt die Nürnberger Pressesprecherin Gisela Bauer von Kabel Deutschland zunächst jedweden „Nagerbiss“. Die in 60 Zentimeter Tiefe verlegten TV-Kabel und die Verstärkerkästen seien „sicher gegen Nagerbiss geschützt“. Bei Kabel Deutschland sei kein Fall von Nagerbiss bekannt! Über Zackes Vermutung könne man nur den Kopf schütteln.

Im MZ-Telefonat am Dienstag schloss die Sprecherin indes einen Nagerbiss nicht mehr aus, bestätigte im wesentlichen Zackes Mängelliste. Sie führte das Geflimmere auf der Mattscheibe, Störungen und Totalausfälle beim Empfang u.a. auf einen Stromausfall in einem Keller und auf „Störstrahlungen“ durch Elektrogeräte und Funkgeräte zurück. „Am Mittwoch wird ein Bauüberwacher das gesamte Kabelnetz in der Wohnanlage überprüfen“, beruhigte Gisela Bauer den empörten Rentner.

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