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Leidenschaft

Über 1000 Starter beim Triathlon

Der 30. Regensburger Triathlon war erneut für viele Athleten ein Jahreshighlight. Rund 300 Helfer brachten alles in Schwung.
Von Gabi Hueber-Lutz

Ein imposanter Anblick: Wenn die Schwimmer beim Regensburg Marathon an den Start gehen, kocht das Wasser unter der Oberpfalzbrücke.  Foto: altrofoto.de
Ein imposanter Anblick: Wenn die Schwimmer beim Regensburg Marathon an den Start gehen, kocht das Wasser unter der Oberpfalzbrücke. Foto: altrofoto.de

Regensburg.Noch liegen die Fluten im Kanal unter der Oberpfalzbrücke ganz still da. Kanus werden ins Wasser gelassen, kräuseln die Fläche ein wenig. Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Eine halbe Stunde später sieht die Sache völlig anders aus. Die Kanuten haben sich über den Kanal verteilt, 250 Schwimmerinnen und Schwimmer legen los, das Wasser beginnt auf voller Breite zu brodeln. Der 30. Regensburger Triathlon beginnt.

Als Erste starten diejenigen, die die weitesten Strecken vor sich haben. Anders als der Name nahelegt, sind das die Mitteldistanzler. 1,9 Kilometer werden sie schwimmen, 78 Kilometer radeln und 20 Kilometer laufen. Allein oder als Staffel. Nun geht es Schlag auf Schlag, die Sprinter gehen ins Wasser.

Feste Regeln gewohnt

Die 300 Helfer des Veranstalters Tristar haben alle Hände voll zu tun. An allen Stationen sorgen sie für den reibungslosen Ablauf. Eine halbe Stunde vor dem ersten Startschuss ist die Schlange derer, die ihr Rad deponieren wollen, ziemlich lang. „Einmal durchgehen bitte, Helm aufsetzen, zumachen“, gibt Miriam lautstark Anweisung. Die Regeln sind klar und die Triathleten sind das auch gewohnt. Diskutiert wird nicht, denn jede Einzelheit hat einen Grund.

Wechselzone

  • Durcheinander:

    „Da wurlt’s, da geht’s zu wie im Taubenschlag“, beschrieb Sprecher Guido Lengfellner das Leben in der Wechselzone. Trotzdem wusste jeder genau, wo es langgeht.

  • Ordentlich:

    Nicht nur in der Wechselzone waren die Wege klar, auch innerhalb des Geländes am Dultplatz war mit einem ausgeklügelten System an Gittern und Durchlässen dafür gesorgt, dass die Sportler nicht behindert wurden. (lhl)

Miriam und all die anderen Helfer schauen genau hin, ob der Helm gut sitzt. Er darf nicht zu locker sein. So locker etwa, dass man ihn einfach über den Kopf streifen könnte und damit wertvolle Sekunden beim Wechsel aufs Rad sparen könnte. Aus genau diesem Grund müssen die Helme dann auch mit offener Schließe an das Rad gehängt werden. Vorsichtsmaßnahmen, damit der Ehrgeiz nicht mit den Sportlern durchgeht.

Auch in der Wechselzone ist Tempo angesagt. Foto: altrofoto.de
Auch in der Wechselzone ist Tempo angesagt. Foto: altrofoto.de

Für den Löwenanteil der Triathlonfreunde spielt das wohl keine so große Rolle. „Dabeisein ist alles“, versichert Thomas Pongratz aus Regensburg. Er macht schon zum fünften Mal beim Triathlon mit. Der Spaß an der Freud’ und die körperliche Fitness sind ihm wichtig. Ganz entspannt schaut er dem Treiben in der Wechselzone zu. Räder werden aufgehängt, Schuhe hergerichtet, Handtücher bereitgelegt. Er selber ist mit den Vorbereitungen schon fertig. Die Schuhe stehen mit weit geöffnetem Einstieg da. Weil man sich ja nicht die Zeit nimmt, die Füße nach dem Schwimmen abzutrocknen, ist das Anziehen manchmal etwas holprig.

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Die richtigen Profis machen es aber noch mal anders, sagt er. Bei denen sind die Schuhe bereits an den Pedalen befestigt. Der eine oder andere schiebt noch schnell eine Banane rein oder saugt Gel aus dem Tütchen, bevor es losgeht. Die meisten Teilnehmer schwimmen ohne Neoprenanzug, aber es sind auch viele mit dem Anzug dabei. 21,7 Grad hat das Wasser heute, weiß ein 68-jähriger Teilnehmer aus Starnberg. Gerade noch unter der Marke von 22 Grad, ab der Neopren nicht mehr erlaubt ist.

Hier gibt es eine Bildergalerie vom Regensburger Triathlon:

Regensburg: 30. Triathlon - lokale Reportage

Beim Schwimmen sei man natürlich mit Neopren schneller, „aber beim Umziehen dann langsamer“, lacht der Mann aus Starnberg. Er werde in seiner Altersklasse ja wohl eh wieder am Stockerl stehen, flachst ein Bekannter. Gut möglich. So sehr viele Männer nehmen in dieser Altersklasse auch nicht teil. Neulinge sind dagegen Steffi (32), Katrin (41) und Verena (29). Sie haben Tipps von erfahrenen Triathleten bekommen, versichern die Damen. Welche Zeit sie sich vorgenommen haben? 1:30 wäre ein Traum, sagt Katrin. Steffi erschrickt fast ein wenig. „Äh ... ich hab` zwei Stunden gedacht.“ Allesamt lachen sie und machen sich auf den Weg zum Kanal, wo der Andrang jetzt groß ist.

Einweisung von den Helfern, die überall postiert sind. Foto: altrofoto.de
Einweisung von den Helfern, die überall postiert sind. Foto: altrofoto.de

Geordnet nach der Farbe ihrer Bademützen müssen die Starter ins Wasser. Die zeitliche Taktung ist gerade am Anfang eng. Deshalb muss es flott gehen. Der Zeiger rückt allmählich auf 9.30 Uhr vor. Die Musik verändert sich. „Voll dramatisch“, sagt eine Frau zu ihrer Nachbarin. Ein Schuss fällt und das Wasser kocht. Rechts und links am Kanal wird gejubelt, auf der Oberpfalzbrücke wird gejubelt, doch davon hören die Schwimmer wohl nichts. Manch einer ist durchaus mit Ambitionen unterwegs. Tom aus Bad Abbach ist mit 18 Jahren einer der jüngsten Starter. Aber Tom hat ein Ziel. „Er will nach Hawaii“, verrät sein Vater.

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Bei den Versorgungsstationen haben die Helfer inzwischen schon mit dem Herrichten diverser Erfrischungen begonnen. Und auch die Plakate sind aufgestellt, die auf Müllzonen hinweisen. Auf der Oberpfalz Brücke stehen Magdalena und ihr Team, haben Schilder angeheftet, auf denen „Wasser“ oder „Iso“ steht. Die Radler können sich später hier versorgen. Im Zielbereich richten Lorena und all die anderen Helfer Melonen, Bananen, Äpfel, Trauben und viel, viel Kuchen für die Finisher her.

So schön ist das Siegen

Nach genau einer Stunde und 50 Sekunden ist es so weit: Sprinter Sven Pollert läuft als erster Finisher mit einem lauten Jubelschrei durchs Ziel. Applaus, strahlende Gesichter. Es lohnt sich, auch wenn man sich manchmal schinden muss. Reihenweise kommen nun die Sprinter ins Ziel. Im Wasser kehrt wieder Ruhe ein. Das Augenmerk liegt nun auf der Rad- und der Laufstrecke.

Eine junge Nürnbergerin wartet in der Nähe des Schelmengrabens auf ihren Mann und ihren Bruder. Einmal sind sie schon durch und müssten jetzt gleich wieder kommen. Ihre rot-weiße Klapper hält sie schon bereit. Die wird bei jeder derartigen Veranstaltung rausgeholt, versichert sie lachend.

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Die Veranstalter freuen sich über Profis, vor allem aber über Teilnehmer, die sich einfach mal ausprobieren wollen.

Auch Valentina und Marlene sitzen mit ihrer Großtante bei dem respekteinflößenden Anstieg für die Radfahrer. Die beiden Mädchen haben Ratschen dabei, warten darauf, dass der Papa vorbei kommt. „Aber alle anderen werden auch angefeuert“, versichern sie mit strahlenden Augen. Auch die Kinder fühlen sich bereits als Teil einer großen Sportlerfamilie.

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