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Geschichte

Über 1500 Skelette werden ausgewertet

Die Ergebnisse der Ausgrabungen im Regensburger Dörnberg-Areal versprechen viele neue Erkenntnisse. Die Stadt kooperiert.
Von Daniel Steffen

Die Ausgrabungen auf dem Dörnberg-Areal geben detailliert Auskunft über die frühere Bevölkerung. Foto: Fa. Archäologie kant GmbH, Buxheimt
Die Ausgrabungen auf dem Dörnberg-Areal geben detailliert Auskunft über die frühere Bevölkerung. Foto: Fa. Archäologie kant GmbH, Buxheimt

Regensburg.Mehrere Jahre, vielleicht auch Jahrzehnte wird es dauern, ehe alle Daten vollständig ausgewertet sind. Immerhin müssen über 1600 Körpergräber aus der Römerzeit und dem Frühmittelalter analysiert werden. In den Jahren 2015 bis 2017 hatten auf dem Dörnberg-Areal großflächige Ausgrabungen stattgefunden, deren Ergebnisse nach Ansicht aller Beteiligten wesentlich aufschlussreicher sein werden als zunächst gedacht. Konkret geht es um das „Große Gräberfeld“, das seine Wurzeln in der Römerzeit hat, auf dem aber noch viele Jahrhunderte später Gräber angelegt wurden.

Um genau zu ermitteln, welche und wie die Menschen in der damaligen Zeit gelebt haben, werden die Skelette nun genauestens unter die Lupe genommen. Da die Stadt die Untersuchungen in solch einem riesigen Ausmaß nicht alleine stemmen kann, wurde zwecks Datenauswertung eine Kooperation in die Wege geleitet. Beteiligt daran sind neben der Stadt das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, die Ludwig-Maximilians-Universität München sowie die Staatssammlung für Anthropologie und Paläoanatomie.

Daten sollen auch Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden

Die Partner erhoffen sich, wichtige Erkenntnisse über der Zeitspanne zwischen der Spätantike und dem Frühmittelalter zu gewinnen. Diese Daten sollen freilich nicht nur der Wissenschaft, sondern auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, wie Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer betonte.

Einen Vorgeschmack darauf gibt es bereits ab dem 21. September, wenn im Historischen Museum am Dachauplatz die Sonderausstellung „25 Jahre archäologische Großgrabung Burgweinting“ gezeigt wird. Wie der Titel bereits besagt, macht die Ausstellung die Ergebnisse von 25 Jahren Forschungsarbeit sichtbar, thematisiert wird der Zeitraum von vier Jahrtausenden vom Neolithikum bis ins Frühmittelalter.

Auch frühere Ausgrabungsstücke werden untersucht

Ein langfristiges Ziel ist es, die Ergebnisse vom Großen Gräberfeld ebenfalls in einer Sonderausstellung zu präsentieren. Da bis dahin noch viel Zeit vergeht, soll ebenfalls über Zwischenergebnisse aus den Untersuchungen berichtet werden. Die Aufarbeitung der Daten betrifft aber nicht nur die Ausgrabungen von 2015 bis 2017, sondern auch vorhergegangene archäologische Untersuchungen auf dem Areal des großen Gräberfelds. „Damit kommt eine Zahl von insgesamt rund 1600 Körpergräbern und 210 Brandgräbern zusammen“, sagt Dr. Silvia Codreanu-Windauer vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.

Die Auswertung

  • Aufbewahrung:

    Der von Dr. Andreas Boos geleiteten archäologischen Abteilung des historischen Museums obliegt die Verwahrung, Dokumentation und Verwaltung des Fundmaterials.

  • Skelette:

    Die Skelette verwahrt die Staatssammlung für Anthropologie und Paläoanatomie München. Beteiligt ist auch das Institut für vor- und frühgeschichtliche Archäologie und provinzialrömische Archäologie der LMU München.

Insgesamt konnten fast 7000 Beisetzungen auf dem Großen Gräberfeld – nach Aussage der Experten der „weitaus größte antiken Bestattungsplatz Süddeutschlands“ – nachgewiesen werden. Er sei gewissermaßen ein Spiegel der Regensburger Bevölkerung über 500 Jahre hinweg – von den Soldaten der 3. Italischen Römer-Legion (Lager Castra Regina) bis hin zu den Einwohnern der Hauptstadt des bajuwarischen Herzogs.

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