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Soziales

Überraschungsgast bringt 40 Päckchen mit

Im Tageszentrums-Café Insel feierten Regensburger zusammen Heiligabend. Dann kam ein Supermarkt-Chef kam vorbei.
Von Michael Scheiner

Im Café Insel der Diakonie feierten Besucher gemeinsam Weihnachten. Kaufland-Chef Franz Oisch brachte überraschend Geschenkpäckchen vorbei.  Foto: Julian Goldwich
Im Café Insel der Diakonie feierten Besucher gemeinsam Weihnachten. Kaufland-Chef Franz Oisch brachte überraschend Geschenkpäckchen vorbei. Foto: Julian Goldwich

Regensburg.Während des Jahres herrscht ein geschäftiges Kommen und Gehen im Café Insel, das zum Tageszentrum für psychisch kranke Menschen gehört. Schach- und Kunstgruppe treffen sich im Haus, Besucher konkurrieren bei Brett- oder Kartenspielen, es wird geratscht und getrascht – wie in jedem anderen Cafe. Seit vielen Jahren feiern Besucher und Mitarbeitende der diakonischen Einrichtung gemeinsam Weihnachten.

Die Einsamkeit vergessen

Viele der Besucher leben alleine und erleben das meist in der Familie begangene Fest als emotional beschwerliche Zeit. Schon lange freuen sie sich auf das Feiern mit den anderen, denn sie kennen sich untereinander meist schon länger. Auch heuer war die Feier von Anfang an gut besucht. Doch schon bevor sie, wie gewohnt, mit einer kräftigen Suppe um die Mittagszeit startete, erwartete die Besucher eine dicke Überraschung. Ohne vorherige Ankündigung stand plötzlich der Filialleiter des Kaufland-Supermarkts vom Alex-Center im Stadtnorden, Franz Oisch, vor der Tür in der Luitpoldstraße. Er meinte zum verblüfften Sozialpädagogen Julian Goldwich, er habe Geschenke für die Besucher der Weihnachtsfeier dabei. Zusammen luden die beiden Männer, unterstützt von Besuchern, 40 Pakete aus und stapelten sie zunächst im Foyer des Jugendstilhauses. Oisch reichte jedem Gast eines der mit Lebensmitteln und Feinkost gefüllten Päckchen.

Die Spendenaktion

  • Geschenke:

    Die Aktion ist durch einen Hinweis der kirchlich und gesellschaftlich aktiven Birgit Beck von St. Lukas zustande gekommen.

  • Café Insel:

    Das ist eine tagesstrukturierende Einrichtung der Diakonie für psychisch kranke Menschen. Sie ist auf Spenden angewiesen, um Angebote wie Sport, Bewegungsgruppen oder Ausflüge für Besucher durchführen zu können. Zu den regelmäßigen Spendern gehört auch Continental.

Goldwich bedankte sich bei dem unerwarteten Überraschungsgast und sagte zu, die restlichen Pakete an später eintreffende Besucher zu verteilen. Mit lächelnden Gesichtern machten die Feiernden dann in ihrem gewohnten Programm weiter. Das stellen Besucher des Tageszentrums, die seit längerem hier verkehren und aktiv in verschiedenen Gruppen mitwirken und -arbeiten, immer selbst zusammen. Wurden in zurückliegenden Jahren schon mal prominente Gäste, wie Bürgermeister oder der Dekan eingeladen, standen heuer Weihnachtsgeschichten, Musik auf zwei Flöten und gemeinsames Singen auf dem Programm.

Samuel sang spontan für Gäste

Eine weitere Überraschung hielt der zehnjährige Sohn Samuel einer alleinerziehenden Besucherin bereit. Unerschrocken stellte er sich mitten zwischen die Anwesenden und sang ganz allein das Lied „Wir tanzen um den Weihnachtsbaum und alle tanzen mit“. Bei der dritten Strophe klatschten schon viele Feiernde, fielen in den Refrain ein und sangen mit. Erst bei der vierten und letzten Strophe verhaspelte sich der mutige Sänger ein wenig – und wurde mit viel Beifall für seinen großen Auftritt belohnt.

Noch ein weiteres Mal wurden Gäste und Hauptamtliche überrascht. Während sie alkoholfreien Glühwein und von der Backgruppe gebackene Plätzchen genossen, rief der Kaufland-Manager erneut an und bot an, dass jemand mit dem Wagen kommen und eine ganze Ladung frischer und verpackter Lebensmittel abholen könne.

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