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Lesekompetenz

Übungstext: Alle sollen schwimmen lernen

Mit Artikeln unserer Zeitung können Schüler Lesekompetenz üben. Dieses Mal handelt der Bericht von Schwimmkursen.

Das ehemalige Saunagebäude am Westbad hat der Bagger schon weggerissen. Hier entsteht ein Anbau mit Lehrschwimmbecken.
Das ehemalige Saunagebäude am Westbad hat der Bagger schon weggerissen. Hier entsteht ein Anbau mit Lehrschwimmbecken. Foto: Lex

Regensburg.Unsere Zeitung bietet regelmäßig Übungstexte, mit denen Schüler ihre Lesekompetenz trainieren können. Lehrkräfte stellen fest, dass junge Leute zunehmend Probleme mit dem Lesen und Verstehen von Texten haben. Doch über das Lesen werden in Texten gespeicherte Informationen in Wissen umgewandelt. Lesekompetenz ist somit eine wichtige Voraussetzung für das Lernen, den Erfolg im Beruf und die persönliche, gesellschaftliche Teilhabe. Lesekompetenz stellt sich aber nicht von selbst ein, sie muss Schritt für Schritt angebahnt, geübt und gesichert werden. Wer lesekompetent sein will, muss nicht nur fähig sein, Texten selbstständig Informationen zu entnehmen und diese miteinander zu verknüpfen. Er muss zudem über ein Grundlagenwissen zu Texten, deren Inhalten, Strukturen und sozialhistorischer Dimension verfügen und basierend darauf über Texte reflektieren und begründete Schlussfolgerungen ziehen können. Um diese Ziele erreichen zu können, bedarf es gezielter Lesestrategien und Arbeitstechniken, die an Texten schrittweise geübt und dauerhaft gesichert werden sollen. Deshalb bietet unsere Zeitung Woche für Woche verschiedene Texte an, an denen die Schüler all das üben können.

Diese Woche beschäftigt sich unser aktueller Übungstext mit der Situation der Schwimmkurse in Regensburg. Der aktuelle Übungstext kann hier heruntergeladen werden.Das sind die Übungsaufgaben.Hier gibt es die Lösungen zum Herunterladen.

Bad baut an: Damit alle schwimmen lernen

Schwimmkurse finden bisher vor allem im Hallenbad statt. Nun machen die Badebetriebe auch im Westbad Platz dafür.
Schwimmkurse finden bisher vor allem im Hallenbad statt. Nun machen die Badebetriebe auch im Westbad Platz dafür. Foto: Archiv/RBB

Schüler sollen sicher im Wasser werden – das soll tödlichen Unfällen vorbeugen. In Regensburg entsteht nun ein neues Becken.

Von Julia Ried, MZ

Regensburger Eltern, die ihr Kind zum Schwimmenlernen schicken wollen, bekommen von den Regensburger Badebetrieben (RBB) bisweilen einen Korb. „Es gibt Kurse, vor allem in den Ferienzeiten, die schon bis zu einem Dreivierteljahr im Voraus ausgebucht sind“, sagt Stadtwerke-Sprecher Martin Gottschalk. Die Bahnen, die sich Anbieter von Schwimmstunden mit Schulen und Vereinen teilen müssen, sind knapp in der Stadt. Das passt schlecht zu der Zielsetzung, die auch die Regierung der Oberpfalz seit Jahren formuliert: Jedes Kind soll schwimmen können, wenn es die Grundschule verlässt. Die RBB haben deshalb nun den Bagger bestellt, der den ehemaligen Saunatrakt des Westbads abreißt. So kann auf dem Gelände, wie 2015 angekündigt, bis Mai 2017 ein Lehrschwimmbecken für 2,5 Millionen Euro entstehen.

Zahl der Unfälle soll sinken

Das Becken wird Stadtwerke-Sprecher Gottschalk zufolge etwas größer als das im Hallenbad, das 12,5 auf acht Meter groß ist, und zwischen 0,8 und 1,35 Meter tief.

Experten sind sich einig, wie dringend notwendig mehr Schwimmkurse sind, um langfristig damit die Zahl der Unglücksfälle im Wasser zu senken. „Wir wollen tödliche Unfälle vermeiden, die immer wieder passieren“, so beschreibt etwa Walter Erhardt, Fachberater Sport der Bezirksregierung, das Ziel des Schulschwimmprojekts „Schwimmen lernen – intensiv“. In Kooperation mit den Regensburger Badebetrieben bot die für Grund- und Mittelschulen zuständige Behörde heuer zum neunten Mal einen einwöchigen Kurs für die Drittklässler aus Stadt und Landkreis an.

„Anfang der 90er hatten wir noch eine Schwimmfähigkeit von 90 Prozent.“

DLRG-Sprecher Achim Wiese

Die bisher letzte große Studie zum Thema im Auftrag der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) ergab 2010, dass „jedes zweite zehnjährige Kind, das die Grundschule verlässt, nicht schwimmen kann“, wie DLRG-Sprecher Achim Wiese sagt. Die DLRG ermittelte ebenfalls, dass sich insgesamt nur etwa 70 Prozent der Bevölkerung sicher im Wasser bewegen. „Anfang der 90er hatten wir noch eine Schwimmfähigkeit von 90 Prozent“, sagt Wiese. Die Tendenz ist nach seiner Einschätzung weiter sinkend. „Wir befürchten, dass die Zahlen noch schlechter werden“, sagt er. Als einen Grund dafür nennt er, dass die Zahl der Bäder in den Kommunen abnimmt.

Das Schulschwimmprojekt

  • Konzept:

    Bei dem Kooperationsprojekt „Schwimmen lernen –intensiv“ der RBB und der Stadt- und Landkreisschulen erhalten die Schüler der dritten Klassen eine Woche lang täglich eine Dreiviertelstunde Schwimmunterricht.

  • Besonderheit:

    Die Schüler, die noch nicht schwimmen können, werden von Schwimmlehrern der Regensburger Badebetriebe gesondert unterrichtet. Ein Sportlehrer mit Schwimmqualifikation kümmert sich um die anderen.

Regensburg selbst hat kein großes Bädersterben hinter sich, auch wenn es früher das eine oder andere Becken mehr gab – etwa in der Grundschule am Napoleonstein, die bis zur derzeit stattfindenden Sanierung über ein eigenes Schwimmbad verfügte. Doch dass die Schwimmfähigkeit von Kindern abnimmt, beobachten auch Schwimmlehrer und Verantwortliche in der Region, etwa der Vorsitzende des Schwimmclubs Regensburg, Hermann Prantl, und Walter Erhardt von der Regierung. Erhardt hat den Eindruck, dass mehr Eltern als früher ihren Kindern das Schwimmen nicht selbst beibringen – „dadurch sind die Kurse der Badebetriebe so voll“.

Zwar gibt es andere Anbieter wie den Schwimmverein SCR und private Schwimmschulen, so dass am Ende „wirklich fast alle Schwimmkursinteressenten zu den gewünschten Zeiten einen Platz bekommen“, wie Stadtwerke-Sprecher Gottschalk schreibt.

Doch auch der SCR muss immer wieder Interessenten abweisen, so dass die Suche nach einem freien Platz für manchen zur Odyssee werden dürfte. „Es ist natürlich so, das wir im Nachwuchsbereich an Grenzen stoßen“, sagt SCR-Vorsitzender Hermann Prantl. Der Verein setze deshalb „große Hoffnung“ auf das neue Lehrschwimmbecken. Mit einem Projekt, das sich gezielt an Kindergartenkinder richtet, will der Verein mit Vormittagskursen im Hallenbad „frühzeitig ansetzen“ – „was aktuell nicht möglich ist, weil vormittags die Schulen drin sind“, erklärt sportlicher Leiter Claus Ludwig.

Das Hallenbad nutzt auch die Wasserwacht für das Training, wie Ortsgruppenchef Horst Happach erzählt – für Angebote darüber hinaus fehlen den Lebensrettern die Bahnen. „Viele Eltern fragen bei uns nach, ob die Kinder bei uns in weiterführenden Kursen schwimmen können.“ Mangelnde Schwimmfähigkeit beobachten seine Leute insbesondere bei vielen Menschen mit Migrationshintergrund.

Erfolgsquote soll steigen

Die RBB zeigen sich deshalb erfreut, dass an den Intensiv-Schulkursen auch Kinder aus Migrantenfamilien rege teilnehmen. Bei 82 Prozent lag die Erfolgsquote aller Schüler aus den Stadtschulen 2015 – so viele konnten nach dem Kurs selbstständig das Hallenbadbecken durchqueren. Mit weiterführenden Einheiten im neuen Becken, hofft Erhardt, könnte sie sich in Richtung 90 Prozent bewegen.

Mit dem Bau des Lehrschwimmbeckens sollen die Bemühungen der RBB für mehr Platz für Schwimmstunden nicht enden, lässt Stadtwerke-Geschäftsführer Manfred Koller über seinen Sprecher Gottschalk mitteilen. Die Verantwortlichen arbeiteten derzeit an einer „Gesamtstrategie für unsere Bäder“.

Hier ein Überblick über die Badestellen und Schwimmbäder der Region.

Weitere Teile zum Training der Lesekompetenz finden Sie hier!

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