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Regensburg

Uniklinik ist klar auf Spahns Seite

Das einzige Transplantationszentrum Ostbayerns spricht sich in Organspende-Kontroverse für die Widerspruchslösung aus.
Von Andreas Maciejewski

Mit statistisch 10,4 Organspendern pro einer Million Einwohner liegt Bayern unter dem Bundesdurchschnitt. Foto: Waltraud Grubitzsch/zb/dpa
Mit statistisch 10,4 Organspendern pro einer Million Einwohner liegt Bayern unter dem Bundesdurchschnitt. Foto: Waltraud Grubitzsch/zb/dpa

Regensburg.Leichter Anstieg bei den Organspenden in Bayern: Nach vorläufigen Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation vom Montag wurden im vergangenen Jahr 136 Menschen im Freistaat Organe wie Nieren, Lunge und Herz entnommen. Im Jahr 2018 gab es bayernweit 128 Organspender. Mit statistisch 10,4 Organspendern pro einer Million Einwohner lag der Freistaat im gerade abgelaufenen Jahr aber trotz steigender Tendenz unter dem Bundesschnitt von 11,2. Die Zahl der gespendeten Organe stieg von 444 im Jahr 2018 auf nunmehr 459.

„Es ist ein positives Signal, dass es im vergangenen Jahr in Bayern mehr postmortale Organspender gab als 2018“, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) dazu der Deutschen Presse-Agentur in München. „Allerdings reicht der leichte Anstieg nicht aus.“

Aktuell würden etwa 1350 Menschen im Freistaat auf ein lebenswichtiges Spenderorgan warten.

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Spahn will radikale Idee umsetzen

Am Donnerstag soll der Bundestag über neue Regeln für Organspenden entscheiden. Dabei geht es um die sogenannte Widerspruchslösung. Ein fraktionsübergreifender Gesetzesentwurf von einer Gruppe um Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) strebt die „doppelte Widerspruchslösung“ an. Ab dem 1. Oktober 2022 sollen demnach alle Bürger grundsätzlich als Spender gelten. Man soll dazu aber später Nein sagen können. Ansonsten wäre noch bei Angehörigen nachzufragen, ob ihnen ein Widerspruch bekannt ist.

Kritik daran kommt von der Opposition. Eine andere Abgeordnetengruppe um Grünen-Chefin Annalena Baerbock schlägt vor, dass alle Bürger mindestens alle zehn Jahre beim Ausweisabholen auf das Thema Organspende angesprochen werden. Daneben hat die AfD einen Antrag eingebracht, der eine doppelte Widerspruchslösung ablehnt. Gemeinsames Ziel ist, zu mehr Organspenden in Deutschland zu kommen.

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Uniklinik Regensburg pro Widerspruchslösung

In Ostbayern ist das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) das einzige Transplantationszentrum. Die Klinik hat zu dieser Debatte eine klare Meinung. „Das Universitätsklinikum Regensburg unterstützt die Einführung der Widerspruchslösung vorbehaltlos“, heißt es in einer Stellungnahme: „Damit soll ein nachhaltiger gesellschaftlicher Strukturwandel einhergehen, bei dem sich jeder in gesunden Zeiten mindestens einmal mit dem Thema auseinandersetzen und für sich eine aktive Entscheidung treffen sollte.“

Die Klinik hofft, dass damit die Zahl der Organspender erhöht und gleichzeitig die Wartezeit auf ein Organ gesenkt wird. Aktuell würde diese im Schnitt bei über sieben Jahren - viel zu lange, findet die UKR.

Einziges Transplantationszentrum in Ostbayern

Das Transplantationszentrum an der Uniklinik existiert seit rund 25 Jahren und ist auf sieben Programme spezialisiert: Herz, Leber, Bauchspeicheldrüse, Niere und Stammzellen bei Erwachsenen sowie Leber und Stammzellen bei Kindern.

Wie viele der 136 im vergangenen Jahr in Bayern entnommenen Organe auf das UKR fielen, darüber konnte die Klinik auf Nachfrage der Mittelbayerischen keine Angaben machen. „Leider liegen uns die Entnahmezahlen 2019 noch nicht vollständig vor“, sagt Pressesprecherin Katja Rußwurm.

Die Zahlen, welche Organe 2019 in Regensburg transplantiert wurden, konnte die UKR aber liefern. Demnach waren es 41 Nieren, 34 Lebern, fünf Herzen und drei Bauchspeicheldrüsen von postmortalen Spendern, also von verstorbenen Patienten. Hinzu kommen Rußwurm zufolge zehn Nieren- und acht Lebertransplantationen von Lebendspendern. Im Vergleich zum Vorjahr sind es insgesamt 17 Nieren und eine Bauchspeicheldrüse mehr, jedoch fünf Herzen und Lebern weniger, die im vergangenen Jahr transplantiert wurden.

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Mit Material der dpa

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