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Uniklinik rüstet sich für Corona-Kranke

Zwei Stationen stehen nun für Infizierte bereit. Alle Kliniken schränken Besuche ein, das Josefskrankenhaus sogar drastisch.
Von Isolde Stöcker-Gietl und Dr. Christian Eckl

Am Uniklinikum Regensburg stehen ab sofort eine komplette Intensivstation sowie eine Normalstation nur für Covid-19-Erkrankte bereit. Foto: Bernd Wüstneck/dpa
Am Uniklinikum Regensburg stehen ab sofort eine komplette Intensivstation sowie eine Normalstation nur für Covid-19-Erkrankte bereit. Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Regensburg.Am Universitätsklinikum Regensburg ist die Lage derzeit noch ruhig. Aktuell wird ein Patient, der sich mit dem Corona-Virus infiziert hat, stationär behandelt. Verwaltung, Ärzte und Pflegepersonal bereiten sich aber bereits auf weitere Erkrankte und damit deutlich steigende Anforderungen vor, wie Pressesprecherin Dr. Isolde Schäfer am Montag mitteilte. Eine komplette Intensivstation sowie eine Normalstation würden für weitere Aufnahmen freigehalten. Covid-19-Erkrankte werden isoliert von den anderen Patienten versorgt. Fast stündlich fänden Lagebesprechungen statt, um sich auf die bevorstehende Situation vorzubereiten, so die Pressesprecherin weiter.

Beratungsstelle erweitert

Die Beratungsstelle für konkrete Verdachtsfälle mit COVID-19-Erkrankungen im Außenbereich der Notaufnahme wird ebenfalls personell erweitert. Hier werden Patienten, bei denen der begründete Verdacht besteht, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, beraten und untersucht. Getestet werden aber weiterhin ausschließlich Personen mit typischen Krankheitssymptomen wie Husten, Schnupfen und Fieber, die entweder direkten Kontakt mit einem bestätigten Covid-19-Fall hatten und/oder sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben.

Nicht getestet werden Personen, die zwar Krankheitssymptome aufweisen, aber weder in einem Risikogebiet waren, noch mit einer infizierten Person Kontakt hatten.

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Wie von der bayerischen Staatsregierung angeordnet, werden auch die Besuchsrechte am Uniklinikum deutlich eingeschränkt. Pro Patient ist nur noch ein Besucher pro Tag gestattet. Personen, die in den vergangenen 14 Tagen in einem Risikogebiet waren oder Kontakt zu einem bestätigten Corona-Infizierten hatten, dürfen das Klinikum nicht betreten.

Zudem verschiebt die einzige Klinik der Maximalversorgung in der Region nicht zwingend notwendige ambulante und stationäre Behandlungen auf spätere Termine, um ausreichend Kapazitäten für die Versorgung der Covid-19-Erkrankten zu gewährleisten. Die betroffenen Patienten werden vom Klinikum kontaktiert. Die Zahnmedizinischen Kliniken – Kieferorthopäde, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Zahnärztliche Prothetik sowie Zahnerhaltung und Parodontologie – werden ihre Patientenversorgung stark einschränken. Für die Versorgung von zahnmedizinischen Notfällen wurde ein Notdienst eingerichtet. Ebenso wird in allen anderen medizinischen Bereich die Notfallversorgung am Uniklinikum in vollem Umfang aufrecht erhalten.

Das Caritas Krankenhaus St. Josef in Regensburg kürzt noch drastischer die Besuchsregelungen und untersagt alle persönlichen Kontakte zu Patienten. Nur noch in begründeten Ausnahmefällen sei ein Besuch möglich. Die Eingänge sind für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich.

Sorge um ältere Patienten

An der Kreisklinik Wörth äußert sich Chefarzt Dr. Wolfgang Sieber, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin, besorgt über die massiven Einschränkungen im Besuchsverkehr. „Ich persönlich halte Besuche gerade für ältere Menschen, die viel Angst haben vor dem was kommt aus menschlichen Gründen und auch zur Förderung der medizinischen Genesung für sehr wichtig.“ Man werde aber die Vorgaben der bayerischen Staatsregierung umsetzen.

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Das Deutschordenshaus Regensburg mit den Pflegeheimen St. Ägid und Albertinum hat Besuche ebenfalls bis auf Weiteres untersagt. Angehörige können dort aber von den Bewohnern benötigte Artikel an der Tür abgeben. Auch die Hygienemaßnahmen seien zum Schutz der betagten Bewohner hochgefahren worden, so Geschäftsführer Stefan Englsperger.

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