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Maidult

Veganer Burger konkurriert mit Hendl

Die Festwirte freuen sich über einen üppigen Absatz ihrer Speisen auf der Maidult. Neue Trends sind auf dem Weg.
von Daniel Steffen, MZ

  • Der Dult-Klassiker Brathendl (im Bild) behauptet weiter die Spitzenposition der beliebtesten Speisen. Aber: Mit dem Vegan-Burger gewinnt ein neuer Konkurrent rasch an Boden. Fotos: Steffen
  • Ob zum Hendl oder nur zum Bier: eine Breze geht immer.Fotos: Steffen

Regensburg.Der Hunger hat es reingetrieben auf der Regensburger Maidult. Begünstigt von weitgehend gutem Wetter und vielen Bands, die sich als Publikumsmagnet erwiesen haben, jubeln die Festzeltbetreiber über rege Absätze. Schmankerl Nummer eins bleibt das Dult-Hendl, der Klassiker schlechthin, der gleichermaßen jüngere wie ältere Gäste erfreut. An einem guten Tag, so verrät Glöcklzelt-Küchenchef Nico Walter, wandern rund 400 halbe Hendln in die Mägen der Gäste. Etwa dann, wenn es Bands wie der „Froschhaxn Express“ oder „SaXndi“ im Zelt krachen lassen.

Der Raum für Trends ist da

Im Schnitt, so Walter, werden an einem Dult-Tag an die 300 halbe Hendln verkauft. So typisch bayerisch und fleischlastig ein Volksfest wie die Dult auch ist, Raum für Trends gibt es immer. So hat es Hahnzelt-Küchenchef Philipp Keller erstmals mit einem fleischfreien „Veggieburger-Menü“ probiert: Nach 18 Tagen Dult erwies sich das Angebot als Überraschungserfolg. „Der Veganburger kam sehr gut an, teils war die Nachfrage so groß, dass uns sonntags der Bestand ausging“, resümiert Keller. Allerdings hatte das Hahnzelt nur mit geringfügigen Absatz gerechnet, rund 20 fleischfreie Burger-Menüs sollten es täglich werden. „Das ist etwa jedes zehnte Burger-Menu.“

Für den Chefkoch ist somit klar, dass es den Veganburger auf der Herbstdult wieder gibt. Schließlich sei vegan ein „Trend, der weiter zunimmt.“ Das führe er auch darauf zurück, dass das Bewusstsein für eine gesunde Ernährungsweise generell mehr vorhanden sei als früher. Das Veganburger-Menü unterschied sich von der Fleischvariante nur minimal: Seitan, ein Produkt aus Weizeneinweiß, ersetzte das Rindfleisch – und statt Mayonnaise verfeinerte ein Avocado-Oliven-Dipp den Geschmack.

An den Hendln kommt der Trendsetter nach wie vor nicht ran. „Auf so einen Hähnchengrill passen 80 Portionen. Drei solcher Grills haben wir – an starken Besuchstagen kommen wir allmählich an unsere Kapazitätsgrenzen“, merkt Keller an. Bis ein Hendl gut durch und knusprig ist, muss es an die zwei Stunden auf dem Spieß gedreht werden.

Nicht zu unterschätzen sind auch die Beilagen und das Gemüse, das für den Festbetrieb zubereitet wurde. „Gut 2,5 Tonnen Knödelteig haben wir für die Maidult verbraucht“, sagt Kellner – „alles aus Oberpfälzer Kartoffeln“. Die Knödel werden zumeist als Beilage für den Schweinebraten verwendet, von dem „gut 40 Stück an einem Tag verputzt“ würden. Ein Schweinebraten wiege an die fünf Kilo.

Der Radi kam auf kurzem Wege

Traditionell aus Winzer stammt der Radi, den das Hahnzelt für seine Brotzeiten und Platten benötigt. „Rund 100 Radi am Tag beziehen wir, immer morgens wird die frische Ware angeliefert.“ Die Herstellmenge an Kartoffelsalat beziffert er auf täglich „40 bis 50 Kilo“. Jeden Morgen seien die Frauen rund zwei Stunden damit beschäftigt gewesen, die Kartoffeln zu pellen.

Noch ist der Kassensturz nicht abgeschlossen. Ob es gegenüber der Maidult 2014 eine Absatz-Steigerung gab, ist bislang unklar. „Einen gefühlten Zuwachs an Gästen hatten wir. Aber ob man das immer in Zahlen ausmachen kann, ist schwer zu sagen.“

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