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Mobilität

Verkehrspakt weckt Hoffnung

Stadt, Landkreis, Bund und Freistaat planen ein Konzept für die staugeplagte Region Regensburg. Erwartungen daran sind hoch.
Von Heike Haala

Und täglich grüßt das Murmeltier: Für viele Pendler gehört ein Stau beim Pfaffensteiner Tunnel fest zum Arbeitsweg dazu. Foto: Lex
Und täglich grüßt das Murmeltier: Für viele Pendler gehört ein Stau beim Pfaffensteiner Tunnel fest zum Arbeitsweg dazu. Foto: Lex

Regensburg.Ob im Lappersdorfer Kreisel, auf der Autobahnbaustelle bei Burgweinting oder auf der Nibelungenbrücke – oft steht der Verkehr in der Region Regensburg mehr, als er fließt. Ob Sallerner Regenbrücke, die Erweiterung des Pfaffensteiner Tunnels oder ein Bahn-Haltepunkt an der Walhallastraße – wichtige Verkehrsprojekte, die Abhilfe schaffen könnten, hängen seit Langem in der Warteschleife fest. Keine Frage, Lösungen für Straße, Schiene, ÖPNV oder Fahrrad sind gefragt. Die Hoffnungen liegen ab Mittwoch auf dem „Mobilitätspakt für die Region Regensburg“.

Lesen Sie hier, wie es um große Regensburger Verkehrsprojekte bestellt ist.

Diesen Pakt werden die Regensburger Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD), Landrätin Tanja Schweiger (FW), der Bundestagsabgeordnete Peter Aumer (CSU) und Staatssekretär am bayerischen Verkehrsministerium Josef Zellmeier Mittwochmittag im Gewerbepark unterschreiben. Maltz-Schwarzfischer, Schweiger und Aumer sind die Initiatoren, die das Projekt aus der Taufe hoben. Das bemerkenswerte daran: Somit setzen also nicht nur eine SPD-Politikerin und ein CSU-Mann ihre Unterschrift unter das Papier, sondern mit Aumer und Schweiger auch zwei frühere Rivalen um den Sitz des Landrats. Zu diesem Akt sind auch alle Landkreisbürgermeister, der Stadt- und der Kreisrat sowie Vertreter der Bahn, aus der Wirtschaft und von Verbänden eingeladen.

Alle Infos zum Ausbau der A3, einen Verkehrsticker sowie Bilder und Videos finden Sie hier.

Alle Verkehrsarten im Fokus

Tanja Schweiger, Peter Aumer und Gertrud Maltz-Schwarzfischer (l.) werden am Mittwoch den Mobilitätspakt unterzeichnen. Foto: Berli Berlinski
Tanja Schweiger, Peter Aumer und Gertrud Maltz-Schwarzfischer (l.) werden am Mittwoch den Mobilitätspakt unterzeichnen. Foto: Berli Berlinski

Ziel der Unterzeichner: Sie wollen die Verkehrsinfrastruktur zukunftsfähig machen. Dazu einigten sie sich auf fünf Punkte in dem Vertrag: Die Modernisierung der Infrastruktur ist für sie von Bedeutung für ganz Ostbayern. Vernetzung und Digitalisierung müssen dabei eine Rolle spielen. Die Bürger sollen in die Planungen mit einbezogen werden. Der Verkehr im Großraum Regensburg soll mit einem weiteren Gutachten – das aktuelle stammt aus dem Jahr 2004– analysiert werden, um damit ein Verkehrskonzept für die gesamte Region erstellen zu können, in dem auch der Verkehr auf der Schiene, auf dem Rad oder im ÖPNV berücksichtigt werden. Weiterhin soll in regelmäßigen Abständen über den Fortgang des Projekts informiert werden. Durch diesen letzten Punkt bekommt der Pakt in Aumers Augen Schlagkraft. „Ich glaube, das baut den entsprechenden Druck auf“, sagt er.

Auch Maltz-Schwarzfischer verbindet große Hoffnungen mit der Unterschrift: „Der Mobilitätspakt ist eine Chance, konzentriert an die Verbesserung der derzeitigen Situation heranzugehen und die Mobilität unserer Gesellschaft von morgen schon heute gemeinsam zu gestalten.“ Die Landrätin sagt: „Mit der Unterzeichnung des Mobilitätspakts können wir auf einer breiten regionalen, politischen Basis verdeutlichen, was wir auf Verwaltungsebene bereits auf den Weg gebracht haben und weiter erreichen wollen.“

Einen ersten konkreten Schritt sieht Aumer in der Schaffung einer Stelle für einen Ansprechpartner im Bereich der Stadt oder des Landkreises, der die Aktivitäten in Sachen Verkehr koordiniert und vorantreibt. Die gibt es aber noch nicht, auch ist ihre Finanzierung nicht gesichert. So eine Stelle hält auch die Regensburger Baureferentin Christine Schimpfermann für sinnvoll. Jedoch sollten sie ihrer Ansicht nach größer angelegt sein: „Freistaat, Bund und Bahn müssen sich daran beteiligen“, sagt sie.

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Neuer Vertrag, alte Probleme

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Viele Interessen kochen hoch

Dass dieser Pakt nun zustande kommt, findet viel Beifall unter den Geladenen. Ihre Erwartungen an die politischen Akteure aber sind hoch, die Interessen beim Thema Verkehr vielfältig: So bezeichnet etwa Wolfgang Bogie, Vorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland, den Mobilitätspakt für die Region als überfällig– „insbesondere für die Verkehrsarten des Umweltverbundes, des öffentlichen Nahverkehrs, des Schienenverkehrs für Personen und Güter und schließlich auch für den Radverkehr“. Die „umweltfreundlicheren Verkehrsarten“ sollen seiner Auffassung nach in den Vordergrund der Verkehrsplanungen gerückt werden. Der Hemauer Bürgermeister Hans Pollinger dagegen sagt: „Ganz konkret ist aus der Sicht der Stadt Hemau eine weitere Donau-Überquerung im Westen der Stadt Regensburg in der Agenda ganz vorne einzureihen.“ Der Regenstaufer Bürgermeister Siegfried Böhringer allerdings hat vor allem die Erweiterung des Lappersdorfer Kreisels und die Sallerner Regenbrücke sowie die Erweiterung des Pfaffensteiner Tunnels im Blick und die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Hof und Regensburg im Blick. „Seit Jahren wird geredet. Irgendwann müssen jetzt Entscheidungen getroffen werden“, sagt er.

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