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Tradition

„Verschworene“ verspeisten Truthahn

Peter Kittel versammelte im Auerbräu wieder eine illustre Gesellschaft um sich. Fürs Dabeisein wurde schon mal gute Miene zum bösen Spiel gemacht.

  • Ein festlicher Moment: Der Truthahn wird aufgetragen. Die Gäste applaudieren in freudiger Erwartung auf den den Gaumenschmaus.Foto: Tino Lex
  • Peter Kittel und Elfi Esser nach der Ziehung der Namen, die an diesem Abend begrüßt wurden. Foto: Lex
  • Svetlana Panfilow mit ihrem Partner, Reinhard Söll, und dem Geschäftsführer der Thurn und Taxis Vertriebsgesellschaft, Gerhard Semmler Foto: Lex
  • Baronin Katalin von Hoenning O’Caroll liebte es, ihr Schmalzbrot zu tauschen. Foto: Lex
  • Prälat Hubert Schöner war in Rom zu Gast bei beiden Päpsten. Foto: Lex
  • Herbert Zelzer, hier mit MZ-Chefredakteur Sauerer, hatte als Novize sichtlich Spaß. Foto: Lex
  • Margit und Walter Stierstorfer waren das neunte Mal beim Truthahnfest dabei. Foto: Lex

Regensburg.Eine verschworene Gemeinde ist das schon, die sich immer in der Weihnachtszeit, der „staaden“ Zeit, in dem „geheimen Verlies“ – dem Auerbräu trifft. Peter Kittel, Regisseur, Verleger, Chef des Veranstaltungsservice, Papstbesuch-Organisator, und Wirt der „Emma“, scharte wieder seine guten Freunde um sich. Sogar aus dem benachbarten Ausland, in diesem Fall Österreich, kommen sie, um mit dem Peter, unter anderem erfolgreicher Wahlkampfmanager des Landtagsabgeordneten Dr. Franz Rieger, zu feiern. Kittel ergreift das Wort und alle hören gebannt zu. Wer schwätzt, bekommt eine Rüge. Die Gäste kommen natürlich auch, um Kontakte zu Freunden zu pflegen. Wichtig laut Peter Kittel: „Bei der Auswahl seine Freunde sollte man gute Ärzte in Betracht ziehen, und zwar dann, wenn man selbst bei bester Gesundheit ist – nur dann sind es echte Freunde!“ Der erfolgreiche Unternehmer weiß sein Publikum zu begeistern, gebannt hängen die Gäste an seinen Lippen. Er hat sie alle im Griff. Nicht einmal Dr. Rieger kann ihm böse sein, als er eine Episode aus gemeinsamen Tagen erzählt: „Der Dr. Rieger öffnet die Lippen und spricht. Ich spreche auch, und alle hören mir zu.“ An Selbstbewusstsein mangelt es Kittel eben nicht. Ist ja auch sonnenklar: Seine Freunde kommen zu ihm und „unterwerfen“ sich damit den „Kittelschen Gesetzen“ und die meisten dieser Riten sind mitunter derart unterhaltsam, dass man etwas versäumt hat, wenn man nicht dabei war.

Elfi Esser feierte ihren Geburtstag nach

Das 24. Truthahnessen in der „Burg“ Auerbräu, im Kreise seiner Freunde, seiner engen Freunde, ließ Kittel unter notarieller Aufsicht eines österreichischen Anwalts (gilt das überhaupt?) zehn Namen der „Truthahnianer“ aus einer Nikolausmütze ziehen, um sie unter großem Applaus zu begrüßen. Kittel zur Seite stand Verleger-Gattin Elfi Esser, die im eleganten Dirndl perfekt gekleidet, an diesem Abend ihren Geburtstag nachfeiern konnte. Als die Kittel-Gemeinde noch ein Ständchen anstimmte, konnte der Abend so richtig beginnen. Lustig ging’s zu, die Stimmung war locker und leger.

Erstmals traf es Margit Stierstorfer

03Margit Stierstorfer traute ihren Ohren nicht, als ihr Name aufgerufen wurde. Sie war eine der zehn Gäste (von rund 160), die namentlich begrüßt wurden. „Der Peter und ich haben zusammen die Jägerprüfung bestritten und als einzige geschafft. Die anderen unseres Lehrgangs sind durchgefallen. Bei der Feier in der Hammermühle war es ziemlich fad. Nur zwei Gäste – nämlich wir“, erinnert sich Jägerkollege Walter Stierstorfer, Metzgermeister mit „Fleisch-Boutique“ – sehenswert. Dafür zeichnet Ehefrau Margit verantwortlich.

Ein Novize in doppelter Hinsicht: Herbert Zelzer

Da war doch was? Ja richtig! Eigentlich waren die beiden Alphatierchen Peter Kittel und Herbert Zelzer, seines Zeichens Herausgeber des Wochenblatt-Verlags mit einer Geschäftsstelle in Regensburg, nicht gerade dicke Freunde, um es gelinde auszudrücken. Da war ab und an in den beiden Gazetten (Wochenblatt und Regensburger Stadtzeitung) einiges zu lesen, nicht immer Freundliches über den anderen. Aber diese Zeiten scheinen nun vorbei zu sein. Immer häufiger sieht man Zelzer auf den Festen von Kittel und umgekehrt. Jetzt feierte Zelzer einmal mehr Premiere. So durfte er erstmals bei der Landshuter Hochzeit als Akteur mit wehendem Haar mitwirken. Und nun die höchste Ehre: Er war Novize bei Kittels Truthahnfest. „Bis jetzt gefällt es mir sehr gut. Ich hoffe, dass der Abend so amüsant weiter geht. Auf den Truthahn bin ich gespannt, soll lecker sein“, so der Wochenblattherausgeber. Wo dieser Sinneswandel herrührt? „Wir haben die Schwerter gegen Bierdeckel getauscht“, erklärt Kittel.

Svetlana Panfilow liebt die Weihnachtszeit

Svetlana Panfilow wurde ebenfalls offiziell begrüßt. Die russische Ex-Spitzensportlerin und Partnerin von Konzertimpresario Reinhard Söll liebt die Weihnachtszeit. „Ich habe eine deutsche Oma und eine russische. Somit wurde bei uns zuhause zweimal Weihnachten gefeiert, am 24. Dezember und 6. Januar“, berichtete die hübsche Svetlana aus Westsibirien. Sie liebt die Künste, ihren Reinhard und nicht zuletzt die Mode und das von Kindesbeinen an. „Ich habe immer etwas Besonderes zum Anziehen gehabt. Jeden Winter gab es einen neuen Mantel.“ Kittel sprach in der Begrüßung ihren besonderen Hut an, für den sie bei den Schlossfestspielen bewundert wurde. Dieses Kostüm und der dazugehörige Hut waren aus Berlin von der afrikanischen Künstlerin Area Kono. Das Material: getrocknetes Gras.“ Svetlana gibt zu: Oft kann sie dieses Kostüm nicht tragen. Grund: das Verfallsdatum.

Im Vatikan auf den Phaeton umgestiegen

Prälat Hubert Schöner, einer der Lehrer von Peter Kittel, fehlt bei keinem der Feste seines ehemaligen Schülers. Am ersten Adventwochenende besuchte der Prälat unseren „Immer-noch“-Papst Benedikt XVI. im Vatikan. Auch Papst Franziskus durfte er treffen. „Ein sehr bescheidener Mann“, erinnert sich der Geistliche. Bescheiden? Das propagiert jetzt der gesamte Vatikan. „Als ich abgeholt wurde, geschah dies nicht wie üblich in einem Mercedes. Davon gibt es jetzt dort keine mehr. Wir wurden im Phaeton abgeholt“, berichtete Schöner. Gut, dass diese Kunde nicht bis zu Mercedes-Benz-Niederlassungsleiter Martin C. Klein vorgedrungen ist. Da gebe es bestimmt Klärungsbedarf. Dass man da jetzt von Benz auf VW umgestiegen ist? Sehr bedenklich, denn Phaeton war der Sohn des Sonnengottes Helios, der dessen Wagen gegen den Rat des Vaters lenkte. Dabei geriet Phaeton der Wagen außer Kontrolle und verbrannte die Erde. Phaeton selbst kam bei dieser Fahrt um und fiel in den Strom Eridanos. Welch Omen!

Baronin Katalin liebt die ungarische Salami

Bevor die Ehrengäste im Auerbräu eintreffen (damit sind die Truthähne für die Gäste gemeint) wird zum Stillen des ersten Hungers ein leckeres Schmalzbauernbrot gereicht. Mit Salz und Schnittlauch – ein Genuss. Davon kann auch Baronin Katalin von Hoenning O’Caroll ein Lied singen. „In der Schule habe ich immer ein Schmalzbrot, aber mit Zucker drauf mitbekommen. Als ich in München zu den Englischen Fräulein gegangen bin, konnte ich das nicht mehr sehen, geschweige essen. Da habe ich immer mit einer Schulfreundin getauscht. Sie gab mir ein Brot mit ungarischer Salami und sie bekam mein Schmalzbrot. Ein super Tausch“, so die sympathische Baronin.

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