MyMz
Anzeige

Feste

Viel Bier – und keine Durstigen

Das erste Regensburger Bierfestival war ein Flop. Die Veranstalter ahnen, warum das Festival nichts wurde.
Von Sarah Höger

Gähnende Leere auf dem Pürkelgut am Wochenende, wo das 1. Regensburger Bierfestival eigentlich tausende Besucher anlocken sollte. Foto: Sarah Höger
Gähnende Leere auf dem Pürkelgut am Wochenende, wo das 1. Regensburger Bierfestival eigentlich tausende Besucher anlocken sollte. Foto: Sarah Höger

Regensburg.Zusammengeklappte Biertischgarnituren, nur noch sehr vereinzelt besetzte Tische, Buden mit geschlossener Theke und erstaunte Gesichter bei den Gästen: Dieser Anblick bot sich Besuchern des 1. Regensburger Bierfestival am frühen Sonntagabend. Da sollte das Fest eigentlich noch voll im Gange sein.

Eigentlich sollte die Veranstaltung ein Fest der kulinarischen Sinne werden, das Schloss Pürkelgut sollte sich am Wochenende in ein Mekka für Bierliebhaber verwandeln.

An allen drei Veranstaltungstagen herrschte stattdessen gähnende Leere. Das Fest war eher ein Gartenfest als ein Festival, nicht einmal fünfzig Besucher saßen etwa am Sonntagnachmittag im Innenhof des Schlosses.

„Das Wochenende war ein Flop, das kann man nicht anders sagen.“

Veranstaltungsleiter Andreas Berner

„Das Wochenende war ein Flop, das kann man nicht anders sagen“, gestand Andreas Berner, stellvertretender Veranstaltungsleiter, im Gespräch mit der Mittelbayerischen. Er und seine Kollegen waren der Meinung, dass das Festival eigentlich schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt war: „Der Zeitpunkt war einfach schlecht. In Straubing das Gäubodenfest, die Studierenden haben Semesterferien, es sind Schulferien und das Wetter hat auch nicht mitgespielt“.

Die gewählte Location fernab der Altstadt machte der Veranstalter Walhalla Events & Concerts nicht als Grund für die wegbleibenden Besucher aus.

Keine hiesige Brauerei vor Ort

Das Festival sollte eigentlich mehrere tausend Regensburger anlocken, zahlreiche Brauereien schenkten ihr Bier in verschiedensten Variationen aus. Viele Standler bauten jedoch bereits am Samstag wieder ab.

Michel Weiler von der Naabecker Brauerei aus Schwandorf hat mit seinem Team zwar bis zum bitteren Ende ausgehalten, zieht jedoch zum Schluss ein schlechtes Fazit: „Das war einfach nix. Vielleicht hätte der Veranstalter mehr Werbung machen müssen“, so der Vertriebsleiter.

Einer der wenigen Besucher war der Student Christoph Fortner, der sich am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein eigentlich auf ein kühles Bier und einen Imbiss gefreut hatte, auf dem Pürkelgut-Gelände stattdessen bereits am frühen Abend abbauende Veranstalter vorfand: „Hier herrscht eher Aufbruchstimmung, es sind kaum noch Brauereien da und die Essensstände sind bis auf eine Bude schon komplett weg“, klagte der Student. Verwundert sei er außerdem darüber gewesen, dass keine einzige Regensburger Bauerei mit einem Stand anwesend war: „Auf den anderen Bierfesten in Regensburg sind die eigentlich schon immer vertreten“, meinte er.

Bier in allen Arten

  • Das Angebot:

    An vielen Ständen gab es den beliebten Gerstensaft in allen erdenklichen Farben und Sorten: Dunkles, Helles, Weißbiere, Craft-Biere, Pils, Kölsch, Light-Biere und Rauchbiere.

  • Was fehlte:

    „Alles ist ProBierBar“, versprachen die Veranstalter. Neben überregionalen Bieren mit exotischen Sorten sollte auch Braukunst vor Ort erlebbar sein. Die fehlte aber offenbar.

Wo blieben 9000 Interessierte?

Am Sonntag sollte die Veranstaltung eigentlich erst gegen 21 Uhr ausklingen, die Veranstalter fingen jedoch bereits am Nachmittag mit dem Abbau an. Auf der Facebook-Seite der Veranstaltung hatten im Vorfeld an die 9000 Bierliebhaber Interesse bekundet. Doch diejenigen Nutzer, die tatsächlich kamen, äußerten Kritik auf Facebook.

„Da packeln mittags schon die ersten Trucks zusammen, das kann doch nicht sein oder? Und dann kostet das ganze noch vier Euro Eintritt pro Person. Zwar mit Getränkegutschein, aber den nimmt auch nicht jeder Stand“, bekundete eine gefrustete Besucherin unter einem Beitrag der Veranstalter.

Eigentlich wollte sich das Regensburger Bierfestival in die Erfolgsgeschichte der Regensburger Bierfeste (Craftbeer Festival und Tag des Bieres) einreihen. Dieser Versuch scheiterte jedoch – zumindest fürs Erste.

Weitere Nachrichten und Berichte aus Regensburg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht