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Einmalig

Viel Lob für das neue Patientenhaus

Kommen, sehen und Bescheid wissen: Das Patientenhaus der Leukämiehilfe Ostbayern in Regensburg ist in dieser form einmalig.
Von Gabi Hueber-Lutz

Bestechende Architektur für schwierige Zeiten: Architektin Gabi Weber (rechts) führte die Besucher durch das Patientenhaus. Fotos: Hueber-Lutz
Bestechende Architektur für schwierige Zeiten: Architektin Gabi Weber (rechts) führte die Besucher durch das Patientenhaus. Fotos: Hueber-Lutz

Regensburg.„Genau so ist es“, nickt Elfriede Werner. Die Frau aus Denkendorf im Landkreis Eichstätt weiß, wovon Architektin Gabi Weber spricht, die diese ganz spezielle Situation schildert: die Diagnose, der schnelle Weg ins Krankenhaus und Angehörige, die sich von jetzt auf sofort im Ausnahmezustand befinden. Auch Elfriede Werners Leben und das ihrer Familie wurde vor einiger Zeit innerhalb weniger Stunden auf den Kopf gestellt. Im neue Patientenhaus der Leukämiehilfe Ostbayern können Angehörige nun Heimat in schwierigen Zeiten finden. Zum Tag der offenen Tür am Samstag kamen auch viele Betroffene.

Klarheit des Raums

Wenn das Leben aus den Fugen gerät, soll das Gebäude einen klaren Rahmen bieten, erklärt Gabi Weber. „Reinkommen - sehen - wissen, wo man ist“, so schwebte es den Blasch Architekten Regensburg vor. Sie haben sich sehr viel gedacht bei ihren Planungen, haben die psychische Situation von Patienten und Angehörigen intensiv im Blick behalten. Und so erntet das Patientenhaus von den Besuchern außerordentlich viel Lob. Das Haus ist in dieser Form in Deutschland bisher einmalig. Es bietet Angehörigen von Krebspatienten, die stationär im Universitätsklinikum behandelt werden, Übernachtungsmöglichkeiten.

Schauen Sie sich in den Zimmern doch mal selbst um:

So sieht es in den Zimmern des neuen Patientenhauses in Regensburg aus. - Spherical Image - RICOH THETA

Sie sind dann nur einen Steinwurf von ihrem erkrankten Familienmitglied entfernt und können das geben, was Professor Dr. Andreesen für außerordentlich wichtig hält: „die Medizin Zuneigung und Nähe“. „Ohne meine Familie hätte ich das nicht verkraftet“, sagt Elfriede Werner wie zur Bestätigung.

Die Menschen kommen aus dem ganzen ostbayerischen Raum, da werden die Wege in einer ohnehin extrem belastenden Situation sehr lang. Das Patientenhaus entlastet sie künftig. Patienten, die zur Nachbehandlung von weit her kommen, können ebenfalls hier übernachten. Auch hier haben die Planer sehr viel Fingerspitzengefühl walten lassen. Jedes der 14 Appartements ist in einer anderen Farbe gehalten.

Kommt ein Patient, ein Angehöriger, das zweite Mal, achtet man darauf, ihn in einem farblich anders ausgerichteten Zimmer unterzubringen, erläutert Gabi Weber den Besuchern auf ihrem Rundgang durch das Haus. Farbe transportiert Emotionen und manche Emotionen möchte man eben nicht mitnehmen von einer Etappe zur anderen im Kampf gegen die Krankheit. Eleonore Persitzky aus Saal (Landkreis Kelheim) setzt sich auf die breite Fensterbank in einem der Appartements, lässt den spektakulären Blick aus dem Fenster auf sich wirken. Die dominierende Fensterfront öffnet den Raum in die umgebende Natur und ist erst einmal überwältigend. Brigitte Schmeidl aus Roding (Landkreis Cham) setzt sich zu ihr. Die beiden Frauen haben feuchte Augen. 2003 ist Brigitte Schmeidl an Leukämie erkrankt. Eleonore Persitzky hatte sich bereits 1996 als Stammzellenspenderin registrieren lassen als ihre Mutter an Leukämie starb. 2002 spendete sie das erste Mal Knochenmark. 2003 das zweite Mal.


Hier sehen Sie das Patientenhaus im Detail.

Tag der offenen Tür im Patientenhaus

Ein Jahr später lernte sie Brigitte Schmeidl, die Empfängerin der zweiten Spende, kennen. „Mein Schwesterlein“. Die beiden Frauen haben eine Fülle an Gemeinsamkeiten in ihrer beider Leben festgestellt. Gemeinsam haben sie auch das neue Patientenhaus besucht und sind begeistert. Eine Gruppe Frauen überreicht einen Scheck an Professor Andreesen. Die Damen kommen aus Rottenburg an der Laaber (Landkreis Landshut) und sind vom Frauenbund. Eine der Vorstandsfrauen war in der Familie ebenfalls schon persönlich betroffen und selbstverständlich spendet man dann gerne hierher, versichert Vorsitzende Mathilde Haindl.

„Wie schön, Sie zu sehen!“

Eine andere Gruppe von Frauenbund-Frauen steht im Zelt vor dem Patientenhaus. Die Damen aus Teublitz (Landkreis Schwandorf) backen Kirchl. „Chefin“ Maria Dickert kennt Professor Andreesen seit 20 Jahren. Er hat damals ihren Sohn behandelt. Der Erlös des Tages geht an die Leukämiehilfe. So viele persönliche Geschichten, so viele freudige Begrüßungen an diesem Tag: „Ja, hallo, wie schön Sie zu sehen“. Auch vier Familienzimmer gibt es in dem Haus. Wie die anderen Räume auch, sind sie im Inneren aus Holz konstruiert. Holz vermittelt Wärme und Geborgenheit.

Im Untergeschoss liegen die Gemeinschaftsräume mit Küche. Dort können sich die Bewohner der Räume etwas kochen. Manchmal kommen sie erst mitten in der Nacht aus der Klinik, zeigt die Erfahrung. Die Herde sind eher klein, die Kühlschränke groß, die Mikrowelle spielt eine wichtige Rolle. Morgens wartet ein Frühstücksbüffet auf sie. Auch hier ist der Blick aus der Fensterfront wieder bestechend. „Ich denke, in zehn Jahren gibt es an allen großen Zentren in Deutschland solche Häuser“, schaut Professor Dr. Andreesen nach vorne.

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