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Bilanz

Volks- und Raiffeisenbanken wachsen

Die Oberpfälzer Genossenschaftsbanken trotzen dem Niedrigzins. Sie investieren ins Online-Banking und in die Ausbildung.
Von Hannah Mages

Regionaldirektor Franz Penker, Bezirkspräsident Wolfgang Völkl und Bankdirektor Bernhard Werner (v. l.) blicken optimistisch in die Zukunft. Foto: Mages
Regionaldirektor Franz Penker, Bezirkspräsident Wolfgang Völkl und Bankdirektor Bernhard Werner (v. l.) blicken optimistisch in die Zukunft. Foto: Mages

Regensburg.Noch immer sind die Auswirkungen des Niedrigzinses bei den Regensburger Banken deutlich zu spüren. Dennoch zeigten sich Vertreter der Volksbanken und Raiffeisenbanken in der Oberpfalz gestern positiv. „2018 war ein bärenstarkes Wachstumsjahr!“, gab Bezirkspräsident Wolfgang Völkl Auskunft. Insgesamt konnte die Bilanzsumme um 3,3 Prozent auf 20,03 Milliarden Euro gesteigert werden. Bei den Kundengeldern gab es einen Zuwachs um drei Prozent sorgte auf 15,91 Milliarden Euro.

„Wir zählen mit zu den besten Banken in ganz Europa und sind sozusagen Champions in der nationalen Bankenszene“, freute sich Völkl über das Ergebnis. Trotzdem habe man auch im Genossenschaftsverband den aktuellen Entwicklungen Rechnung tragen müssen: „Auch wir mussten im Dezember des letzten Jahres Abschöpfungen bei den Wertpapieren vornehmen.“

Denn das Zinsergebnis, das einen wichtigen Ertragsbringer für die Banken darstellt, nahm im Vorjahresvergleich um 2,4 Prozent auf 312 Mio. Euro ab. Bernhard Werner, Bankdirektor der Raiffeisenbank im Naabtal eG, sieht das ausbleibende Einschreiten der EZB kritisch. „Die EZB hätte früher reagieren müssen. Die Zinsentwicklung tut uns natürlich weh. Ich sehe aber trotzdem noch keine Rezession auf uns zukommen – auch wenn die Wirtschaft derzeit merklich abkühlt“, so Werner. Diese Situation sei auch für Langzeitsparer problematisch, denn der Effekt des Zinseszins bleibe aus.

Das Geschäftsjahr 2018

  • Kunden:

    Im vergangenen Jahr waren 235 382 Menschen in der Oberpfalz Mitglied einer der 26 Volksbanken und Raiffeisenbanken. Diese wurden von 3390 Mitarbeitern in 225 Filialen betreut – und hatten Zugriff auf 342 Geldautomaten.

  • Kredite:

    Das Kreditvolumen stieg um 6,6 Prozent auf 9,99 Milliarden Euro. Für das Wachstum waren vor allem mittelständische Firmenkunden aus der Region verantwortlich. Die außerbilanziellen Kredite erhöhten sich um 16,4 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro.

Im Bereich Kundenservice wollen die Volksbanken und Raiffeisenbanken in der Oberpfalz weiterhin die digitalen Kanäle ausbauen. „Wir werden alle unsere Vertriebskanäle optimal ausrichten. Der Kunde soll sich auch in Zukunft bequem mit Smartphone oder Tablet beim Homebanking bedienen. Unsere Filialen bleiben aber als zentraler Ankerpunkt bestehen!“, so Bernhard Werner. Aktuell gibt es 225 Filialen in der Oberpfalz, in ländlichen Regionen sollen die Filialen konzentriert werden. Damit wolle man weiterhin als Ansprechpartner vor Ort sein, auch wenn sich die Nutzerzahlen beim Onlinebanking erhöhen. Dem stimmte auch Wolfgang Völkl zu: „Die Zukunft für unsere genossenschaftlichen Banken liegt in der persönlichen Beratung unserer Kunden!“

Neben der Kundenzufriedenheit wolle man auch 2019 weiterhin auf qualifizierte Mitarbeiter setzen, die im besten Fall im eigenen Haus ausgebildet werden sollen. „Uns ist eine nachhaltige Ausbildung wichtig! Wir bieten Verlässlichkeit, sichere Arbeitsplätze und übernehmen in der Regel alle Auszubildenden. Anschließend fördern wir weiter und bieten Fortbildungen an“, erklärte Bankdirektor Werner. Ca. 300 000 Euro werden dafür pro Jahr ausgegeben. Wie auch bei anderen Kreditinstituten bemerke man bei den Volks- und Raiffeisenbanken eine erhöhte Nachfrage nach Schließfächern. „Die Nachfrage hat drastisch zugenommen!“, so Werner. Ob dies mit der aktuellen Debatte um eine Abschaffung des Bargeldes zusammenhängt, die viele Kunden beunruhige, sei aber unklar.

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