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Glaube

Volles Haus beim „Nightfever“

Kaplan Daniel Stark erzählte bei dem Gebetsabend in der Stiftskirche St. Johann in Regensburg von der Barmherzigkeit.
Von Angelika Lukesch

Viele Menschen, vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, kamen in die Kirche.
Viele Menschen, vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, kamen in die Kirche. Foto: Lukesch

Regensburg.Was beim Weltjugendtag 2005 in Köln mit Papst Benedikt XVI. begann, ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil des Jahreslaufes im Kirchenjahr geworden: Fünf Mal im Jahr veranstaltet die Jugend 2000 im Hohen Dom St. Peter oder in der Stiftskirche St. Johann unter dem Titel „Nightfever“ einen besonderen Gebetsabend für all jene, die der Hektik des Alltags entfliehen und sich gemeinsam mit anderen Gläubigen beim Gebet, Meditation und einer Messe wieder auf Gott besinnen wollen.

Das erste „Nightfever“ in diesem Jahr war am Samstagabend in der Stiftskirche St. Johann. Auf den Treppen zur Kirche standen Lichter, über den Eingängen hingen Transparente mit der Aufschrift „Kommt und seht!“, (frei nach dem Johannes-Evangelium Joh 1,46). Die Menschen, vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, strömten in die Kirche, obwohl aufgrund des schönen Wetters die Stadt sehr belebt war und die Menschen in Einkaufs- und Bummellaune waren.

Liebe und Erbarmen

Das „Nightfever“ begann mit einem Gottesdienst, den Kaplan Daniel Stark aus der Pfarrei Herz Marien, zelebrierte. In seiner Predigt ging Stark auf den Begriff Barmherzigkeit ein. Wenn ein Mensch einem anderen helfe, dem Gewalt angetan worden sei, so habe dies mit Liebe und Erbarmen, eben mit Barmherzigkeit zu tun. Dies gelte auch im übertragenen Sinne, denn auch die Sünde bedrohe den Menschen und wolle ihn zerstören. Es sei daher auch wichtig, anderen Menschen, die gestrauchelt seien, zu helfen und ihnen die Hand zu reichen.

Chillen mit Jesus

Gott habe den Menschen die zehn Gebote nicht gegeben, um ihnen das Leben schwer zu machen, sondern um ihnen zu helfen, ein „glückliches und befreites Leben“ zu führen, sagte der Kaplan. „Genau das ist Barmherzigkeit bei Gott. Gott will nicht, dass wir im Dreck der Sünde leben. Gott will uns aufrichten, dass wir wieder mitgehen in der Gemeinschaft der Gläubigen. Dafür hat Gott uns das Sakrament der Beichte geschenkt“, predigte Stark. Die Beichte sei wie die Tempelreinigung (Joh 2,13–16), denn der Leib sei der Tempel des Heiligen Geistes. Nach der Messe wurde das Allerheiligste ausgesetzt und gemeinsam gebetet. Auch Zeiten der Stille und der Musik wechselten sich ab. Um 10.30 Uhr am Abend wurde gemeinsam das Nachtgebet (Komplet) gebetet. Danach startete die „After-Nightfever-Party“. Für Christian (17) aus Bodenwöhr, der mit einem Freund zu jedem Nightfever nach Regensburg kommt, bedeuten diese Abende Auszeiten, die er nicht mehr missen möchte. Er sagt lapidar: „Fünfmal im Jahr chille ich mit Jesus. Und das tut mir gut!“

Nach dem Weltjugendtag 2005 initiierten zwei Teilnehmer das erste „Nightfever“ in Bonn, weil sie nicht wollten, dass die Stimmung des Aufbruchs am Weltjugendtag spurlos vergeht. In immer mehr Städten wurden nach und nach „Nightfever-Veranstaltungen“ eingeführt. In Regensburg gab es bereits seit 2002 eine ähnliche Veranstaltung, nämlich „die Nacht der offenen Kirche“. Im Jahr 2011 reihte sie sich in die europaweiten Veranstaltungen ein und nannte sich von da an „Nightfever“ Regensburg.

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