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Urnengang

Vor der Wahl: Es ist alles angerichtet

Am Sonntag rechnen die Statistiker schon relativ früh mit ersten Trendmeldungen. Stadt und Landkreis bilden einen Wahlbezirk.
Von Norbert Lösch, MZ

Hat sich die Materialschlacht für die Kandidaten und Parteien gelohnt? Am Sonntagabend wissen sie es. Foto: Lex
Hat sich die Materialschlacht für die Kandidaten und Parteien gelohnt? Am Sonntagabend wissen sie es. Foto: Lex

Regensburg.Am Sonntag ist Tag der Entscheidung – auch im Wahlkreis 233 Regensburg, der Stadt und Landkreis umfasst. Insgesamt sind mehr als 252 000 Wahlberechtigte zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Stadt hat den Urnengang rund ein Jahr lang akribisch vorbereitet – und sieht sich gut gerüstet. „Wahrscheinlich kommen schon gegen 18.30 Uhr erste Ergebnisse aus den Stimmbezirken“, sagt Anton Sedlmeier, als Leiter des Amts für Stadtentwicklung auch Regensburgs oberster Statistiker.

Für eine erste Trendmeldung müssen etwa zehn Prozent der Stimmbezirke ausgezählt sein. Bei nur einem Stimmzettel, der auch noch übersichtlich ist, ist das kein Hexenwerk. Die ersten Hochrechnungen werden laut Sedlmeier dann präsentiert. „wenn Ergebnisse aus etwa 15 der rund 170 Stimmbezirke vorliegen und sich ein einigermaßen stabiler Trend abzeichnet“. Verfolgen können Bürger das auf unserer Website www.mittelbayerische.de/regensburg oder bei der Wahlveranstaltung im Leeren Beutel, wo die Fäden zusammenlaufen.

Erstwähler in Kleinstadt-Dimension

Zum Stichtag der Erstellung der Wählerverzeichnisse am 13. August waren in der Stadt Regensburg 105757 und im Landkreis Regensburg 146874 Personen wahlberechtigt. Davon sind insgesamt 11246 Erstwähler. „Diese Zahlen wurden zwar noch laufend aktualisiert, haben sich aber nur noch marginal verändert“, so Sedlmeier.

Das Stadtgebiet Regensburg ist zur Bundestagswahl in 114 Wahlbezirke aufgeteilt. Das entspricht der Anzahl der Wahllokale. Daneben wird die Briefwahl am Sonntag in 55 Briefwahlbezirken ausgewertet. Im Landkreis Regensburg teilten die zugehörigen 41 Gemeinden, Märkte und Städte ebenfalls ihr jeweiliges Gebiet in Wahlbezirke ein. Insgesamt gibt es im Landkreis 209 Wahlbezirke und 88 Briefwahlbezirke.

Immer mehr Briefwähler

  • Trend zum „Wahllokal daheim“

    Vor genau 60 Jahren ist das Bundeswahlgesetz um die Möglichkeit der Briefwahl ergänzt worden. Damals machten aber bundesweit keine fünf Prozent der Wahlberechtigten davon Gebrauch. Bei der Bundestagswahl 2013 waren es bereits 24,3 Prozent – und die Tendenz ist nach wie vor steigend.

  • Rekord bei Briefwahlbezirken

    Dem trägt auch die Stadt Regensburg bei der Vorbereitung der Bundestagswahl am Sonntag Rechnung. Die Zahl der Briefwahlbezirke stieg von 40 auf nie dagewesene 55. Heuer könnten in der Stadt hochgerechnet rund 18 000 Wahlberechtigte ihre Entscheidung per Post und nicht im Wahllokal kundtun.

Weil Stadt und Landkreis einen gemeinsamen Wahlkreis bilden, fließen auch alle Ergebnisse aus dem Landkreis in die Trendmeldungen und das spätere amtliche Endergebnis ein. „Wir müssen auch auf die Landkreis-Ergebnisse warten. Wenn alles gut läuft, könnte der Wahlkreis gegen 20.30 Uhr komplett ausgezählt sein“, schätzt Statistik-Fachmann Sedlmeier. Aus Erfahrung weiß er aber auch, dass Nachzügler nie auszuschließen sind – etwa weil ein einzelnes Ergebnis mehrfach überprüft werden muss oder weil es sonstige Unstimmigkeiten gibt.

1350 Wahlhelfer im Einsatz

Stadt und Landkreis betreiben einen enormen technischen und personellen Aufwand, damit die Bundestagswahl möglichst reibungslos über die Bühne gehen kann. Allein in den Wahl- und Briefwahlbezirken der Stadt Regensburg werden mehr als 1350 Wahlhelfer im Einsatz sein. Etwa 200 Personen halten sich tagsüber als Reserve bereit, um kurzfristig mögliche Ausfälle zu ersetzen. Darüber hinaus sind rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung in den verschiedensten Funktionen im Dienst.

Die gehen unaufgeregt an den Sonntag heran, für viele ist die Abwicklung einer Wahl längst zur Routine geworden. Wenn die EDV nicht zusammenbricht, kein Wirbelsturm über Regensburg hereinbricht und keine manipulierten Stimmzettel auftauchen, wird der Großkampftag eher „Business as usual“.

So war das auch bei der bisher letzten Bundestagswahl. 2013 hatten 68458 der 103098 Stimmberechtigten von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 66,4 Prozent. Der Zuwachs bei den Wahlberechtigten um rund 2650 ist auch ein Hinweis auf die dynamische Einwohnerentwicklung Regensburgs. Vor vier Jahren übrigens war die FDP dramatisch abgestürzt – und CSU-Kandidat Philipp Graf Lerchenfeld holte wie erwartet das Regensburger Direktmandat.

Wahl-O-Mat

Zahlreiche Wähler sind noch unentschlossen, wo sie am 24. September ihr Kreuz machen wollen. Wir bieten eine Entscheidungshilfe. Unser Medienhaus ist Medienpartner des Wahl-o-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung. Wenn Sie den Wahl-O-Mat nutzen möchten, klicken Sie bitte auf diese Grafik:

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