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Verkehr

Vorfahrt für Busse nervt die Opposition

Auf der Galgenbergbrücke und in der Greflingerstraße soll der ÖPNV schneller werden. Die CSU tritt als Autofahrer-Partei auf.
Von Norbert Lösch

Auf der Galgenbergbrücke sollen die Busspuren deutlich ausgedehnt beziehungsweise komplett durchgezogen werden. Foto: Lösch
Auf der Galgenbergbrücke sollen die Busspuren deutlich ausgedehnt beziehungsweise komplett durchgezogen werden. Foto: Lösch

Regensburg.Busse sollen an weiteren, stark frequentierten Straßen in der Innenstadt Vorfahrt bekommen: In der Friedenstraße, auf der Galgenbergbrücke und in der Greflingerstraße werden neue Beschleunigungsspuren markiert. Auf beiden Verkehrsachsen bleibt dann für Autofahrer in Teilabschnitten nur mehr eine Spur – was für eine heftige politische Diskussion über den Sinn solcher Maßnahmen sorgt.

„Das ist eine massive Beeinträchtigung, ja Schikane für Autofahrer.“

Hermann Vanino,CSU-Stadtrat

Die Rathauskoalition sieht darin verkehrspolitisch einen Gewinn, die Opposition dagegen keinerlei Verbesserung. Die CSU kritisiert die Neuerungen massiv und stimmte im Verkehrsausschuss in beiden Fällen dagegen. „Das sind zwar lediglich Markierungen, aber mit enormen Auswirkungen für den Autoverkehr“, begründete Hermann Vanino die Ablehnung seiner Fraktion in Sachen Galgenbergbrücke. Solange keine schlüssige Gesamtplanung für diese Hauptverkehrsachse durch die Stadt vorliege, sei das Vorhaben „Stückwerk“, auf das gut verzichtet werden könne. Mehr noch: Was die Stadt hier mache, sei eine „massive Beeinträchtigung, ja Schikane für Autofahrer“, polterte Vanino. Im Fall Greflingerstraße argumentierte seine Fraktionskollegin Dagmar Schmidl ähnlich. An einer der befahrensten Kreuzungen in der Stadt sei die Reduzierung auf eine Fahrspur für Autos nicht akzeptabel.

Die Stadtbahn schon im Blick

Während die CSU als Partei der Autofahrer auftrate, sahen die Koalitionäre sehr wohl Vorteile für den Verkehr insgesamt. „Natürlich ist das eine Verbesserung im Hinblick auf die Bevorrechtigung des ÖPNV“, befand Margit Kunc von den Grünen, während Günther Riepl (Freie Wähler) dem Konzept schon deswegen etwas abgewinnen konnte, weil es „eine psychologische Hinführung zum ÖPNV ist“. Auch für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Klaus Rappert sind die Maßnahmen eine Initiative pro ÖPNV. „Sie zeigen auch, dass wir jetzt handeln, wenn auch in kleinen Schritten.“ Mittelfristiges Ziel sollte sein, „auf der gesamten künftigen Stadtbahntrasse solche Beschleunigungsspuren zu schaffen“, sagte Rappert.

Gravierend sind die Veränderungen allemal, speziell in der Friedenstraße und auf der Galgenbergbrücke. Verlängert werden die links abbiegende Busspur von der Galgenbergbrücke kommend in Richtung Bustreff Albertstraße sowie der Beschleunigungsstreifen von der D.-Martin-Luther-Straße kommend in Richtung Arcaden. Vorteil für Busse und ihre Passagiere: Sie bekommen Vorfahrt, die Fahrzeuge müssen an Haltestellen nicht mehr ein- oder ausfädeln oder haben zumindest mehr Platz dafür. Als neue Busspur ausgewiesen wird die derzeitige zweite Linksabbiegespur in der Friedenstraße und über die Kreuzung hinweg auf der vorderen Galgenbergbrücke. Damit wird der Busverkehr künftig ebenfalls bevorrechtigt. Ein Nebeneffekt: Die bisherige Wendemöglichkeit für Autos in der Friedenstraße – vor dem Kino – wird unterbunden.

Eine Spur für 300 Busse täglich

In der Greflingerstraße steht die neue Busspur im Zusammenhang mit der kompletten Neuordnung des Verkehrs rund um den Stobäusplatz. Von der Nibelungenbrücke kommend, sollen Busse schon in der Weißenburgstraße und weiter in der Greflingerstraße auf der linken Rechtsabbiegespur künftig auf einer ihnen vorbehaltenen Spur Vorrang bekommen. Nach einer Erhebung der Verwaltung sind dort werktäglich etwa 300 Busse auf dem Weg zum Bahnhof/Albertstraße unterwegs. Zudem soll die Bushaltestelle Greflingerstraße auf der Verkehrsinsel modernisiert und umgebaut werden.

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