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Abschied

Wehmut begleitete die Walker

Die letzte Nordic-Walking-Tour der SG Post/Süd bescherte 250 Teilnehmern ein perfektes Event. Es gibt keine neue Leitung.
Von Gabi Hueber-Lutz

Perfektes Wetter, perfekte Strecke: unter der Steinernen Brücke durch Richtung Dultplatz. Die Nordic-Walking-Tour zeigte die Stadt von ihrer besten Seite. Foto: Gabi Hueber-Lutz
Perfektes Wetter, perfekte Strecke: unter der Steinernen Brücke durch Richtung Dultplatz. Die Nordic-Walking-Tour zeigte die Stadt von ihrer besten Seite. Foto: Gabi Hueber-Lutz

Regensburg.Wenn`s nicht so schön wär`, wär`s ganz schön traurig. Mit diesem Satz lässt sich die Stimmung bei der 14. Nordic-Walking-Tour der SG Post/Süd zusammenfassen. Heuer ging sie nämlich zum letzten Mal über die Bühne. Auch für Präsident Peter Gritsch war es ein schwerer Abschied. Zwar hat der Verein über 1700 Mitglieder und das ohne Fußballabteilung. Es findet sich aber trotzdem niemand mehr, der eine solche Veranstaltung weiter macht.

2006 hat Gritsch sie gemeinsam mit seiner Frau Karin und seinem Sohn Stephan aus der Taufe gehoben. Zwischen 250 und 350 Nordic-Walker waren immer mit von der Partie. In dieser Zeit habe der Sport durchaus Verbreitung gefunden, sagt er. „Aber es ist halt auch eine Sportart, die nicht unbedingt im Verein betrieben wird.“ Auch wenn es die Veranstaltung nicht mehr gibt, im Verein wird weiterhin vier Mal in der Woche gewalkt.

Tolles Wetter, viele Nachmelder

Der Platz bei der Warendult füllt sich allmählich, in einer Stunde fällt der Startschuss. Weil das Wetter prächtig ist, sind viele Nachmelder gekommen und die Damen an den Laptops haben alle Hände voll zu tun. Die Veranstaltung ist nicht nur bei den Regensburgern und im Umland beliebt. Die Teilnehmer kommen auch von weiter her.

18 Frauen und Männer sind aus dem rund 50 Kilometer entfernten Daßwang angereist. „Wir sind immer da“, versichern sie. Sie walken gerne und die Strecke durch die Stadt und die Parks, die ist halt einfach so schön. Bisher waren sie beim Meistbeteiligungspreis immer gut dabei. Dass es heuer für den ersten Preis reichen wird, glauben sie aber nicht.

Eine Runde über den Platz hin zu der Gruppe mit den roten T-Shirts zeigt, dass sie damit recht haben. Vor dem Zelt, in dem man seinen Blutdruck messen lassen kann, steht eine große Gruppe aus Weiden. Gisela (79) und Christa (75) wollen ihren Blutdruck vor und nach dem Walken checken lassen. Wenn es schon ein solches Angebot gibt, dann nehmen sie es gerne an. Mit im Schlepptau haben sie „Nesthäkchen“ Julia, mit 21 Jahren die Jüngste der Gruppe. Insgesamt sind sie heuer mit 23 Leuten da, berichten die Damen.

Für Körper, Seele und Geist

Am Start ging es gemächlich zu. Kaum einer hatte es wirklich eilig. Die Zeit war bei dieser Veranstaltung Nebensache. Foto: Gabi Hueber-Lutz
Am Start ging es gemächlich zu. Kaum einer hatte es wirklich eilig. Die Zeit war bei dieser Veranstaltung Nebensache. Foto: Gabi Hueber-Lutz

An einem der Biertische haben es sich Bernd, Maud, Sigrid und Jürgen aus Nürnberg bequem gemacht. „Never walk alone“ heißt ihre Gruppe. Bernd trägt stolz die Startnummer eins. Nein, winkt er ab, Ambitionen, besonders schnell zu sein, habe er keine. Er war halt der Erste, der sich angemeldet hat. Eine Veranstaltung für die Seele und den Geist sei das, sagt seine Kollegin Maud, der es ebenfalls nicht pressiert.

Anfang Mai hat Bernd von der Veranstaltung gehört. Und nun sind alle entsetzt, dass sie jetzt nur noch beim Finale dabei sind. Sie wüssten schon, was an so einer Veranstaltung an Arbeit hängt, versichert Sigrid. Hat ihr Verein doch erst kürzlich die Bayerischen Meisterschaften veranstaltet. Später, im Stadtpark, als die ersten Kilometer schon gegangen sind, ist ihre Wehmut noch größer: „Eine so schöne Gegend, schade, dass es das letzte Mal ist.“

Doch zurück zum Dultplatz. Der Start naht. Manche Teilnehmer gönnen sich vorab eine Knackersemmel, ein Stück Kuchen oder auch mal ein Salbeibonbon als „Doping“. Karl Rupert schlendert von Gruppe zu Gruppe, begrüßt viele Leute. Man kennt sich, war er doch früher im Sportamt der Stadt Regensburg und ist immer noch für den BLSV tätig.

Trainerin Christine und schwungvolle Musik sorgten dafür, dass alle Nordic Walker sich ordentlich warm machten. Foto: Gabi Hueber-Lutz
Trainerin Christine und schwungvolle Musik sorgten dafür, dass alle Nordic Walker sich ordentlich warm machten. Foto: Gabi Hueber-Lutz

Sein Kollege aus dem Sportamt, der stellvertretende Amtsleiter Jürgen Brandl, hat für Begrüßungen jetzt keine Zeit mehr. Denn Moderator Matthias Walk ruft allmählich zum Sammeln und legt den Walkern ans Herz, das Aufwärmen mit Christine nicht zu versäumen. Auch Brandl folgen diesem Ruf und nach zehn Minuten Gymnastik sind alle bestens vorbereitet für den Start. 10, 9, 8... schallt es über den Platz. Gritsch feuert den Startschuss ab. Früher machte das immer jemand anderer, aber zum Abschluss ist das die Aufgabe des Präsidenten selbst.

Zapfenstreich für die schöne Nordic-Walking-Tour

Wasser, Traubenzucker, Müsliriegel – im Stadtpark wartete eine Erfrischungsstation auf die Walker. Foto: Gabi Hueber-Lutz
Wasser, Traubenzucker, Müsliriegel – im Stadtpark wartete eine Erfrischungsstation auf die Walker. Foto: Gabi Hueber-Lutz

Die Stöcke klappern auf dem Asphalt des Dultplatzes; die Walker marschieren los. Zunächst alle gemeinsam Richtung Grieser Spitz. Wer die Runde mit sechs Kilometern geht, darf am Spitz abkürzen, bevor er wieder mit den Teilnehmern der Zwölf-Kilometer-Distanz Richtung Pfaffensteiner Wehr marschiert. Dort trennen sich die Wege endgültig. Wer zwölf Kilometer walkt, überquert nun die Donau und nimmt Kurs auf den Alleengürtel: Herzogspark, Prebrunnallee, Stadtpark, Dörnbergpark, Fürst-Anselm-Allee, Ostenallee, Villapark – einmal ums Welterbe. Besonders freut es die Walker, dass der Dörnbergpark wieder geöffnet ist. Dort werde ein wenig im Zickzack gegangen, damit sie die schönen Bäume bewundern können, sagt Gritsch. Einige Zeit später trudeln die Ersten wieder am Dultplatz ein. Wer mag, kann gleich die angebotene Regenerationsmassage in Anspruch nehmen. Etwas später beginnt das Rahmenprogramm. Auch das bestreiten die Abteilungen genauso selber wie das gesamte Drumherum – von der Verpflegung bis zu den Streckenmarkierungen.

Die Fitnessabteilung präsentiert Cardio-Drums, die Rock ’n’ Roll-Abteilung tanzt, die Seniorensportgruppe ebenfalls. Einer der Teilnehmer darf sich noch ganz besonders freuen, denn bei der Veranstaltung wird ein Wohlfühl-Wochenende im Bayerischen Wald verlost. Und dann heißt es Abschied nehmen. Zapfenstreich für die schöne Nordic-Walking-Tour der SG Post/Süd.

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