MyMz
Anzeige

Kultur

Welterben erkunden ihre Stadt

Tausende Gäste gehen am Sonntag auf Entdecketour. Der Erlebnistag ist Teil einer Vermittlungsstrategie, die Regensburgs Wert deutlich macht.
Von Marianne Sperb, MZ

Regensburg in Bronze: Das Welterbe-Kunstwerk beim Salzstadel ist am Welterbetag 2. Juni Treffpunkt für eine der Themenführungen. Foto: MZ-Archiv/altrofoto.de

Regensburg.Am Sonntag ist Welterbetag. Tausende Regensburger und Gäste werden losziehen, die Stadt erkunden, in Besitz nehmen und ein Stück weit mitzugestalten.

Der Welterbetag ist ein Großevent – und Teil einer komplexen Vermittlungsstrategie. Denn das Prädikat „Erbe der Menschheit“ bedeutet auch Pflichten. Die Unesco knüpft den Titel an den konkreten Auftrag, die Bedeutung des Welterbes bewusst zu machen. Das Ziel: Womit Menschen sich identifizieren, dafür übernehmen sie auch Verantwortung.

Das Regensburger Welterbe-Büro spricht verschiedene Bürgergruppen mit maßgeschneiderten Angeboten an. Für Kinder hat Helmut Hoehn das Buch „Mit dem Ratisbonerl auf Zeitreise“ geschrieben, das jungen Welterben Geschichte nahe bringt. Auf Jugendliche zugeschnitten ist der Comic „Pauls irre Reise durch die Zeit“; Autor Josef Memminger und Zeichner Peter Engel erzählen jungen Lesern witzige Szenen aus Regensburgs Geschichte.

Für jede Gruppe spezielle Angebote

Ein Angebot speziell für Senioren sei gerade „in der Pipeline“, sagt Welterbe-Koordinator Matthias Ripp. Älteren Semestern, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, machten virtuelle Power-Point-Führungen im Mehrgenerationenhaus in der Ostengasse bedeutende Regensburger Epochen wie Römer- oder Reichstagszeit bewusst. Außerdem entwickelt das Welterbe-Büro Info-Material in lesefreundlicher Großschrift.

Ein weiterer Punkt im Vermittlungskatalog: Für das Welterbe-Besucherzentrum im Salzstadel soll mit externen Partnern ein didaktisches Programm für Schulklassen und Jugendgruppen entstehen. „Wir wollen das Welterbe als komplettes Paket anbieten“, sagt Ripp, etwa Führungen mit kunsthandwerklichen Aktionen kombiniert. Welterbe-Unterricht für Lehrer, Apps und Audioguides sind weitere geplante Instrumente zur Welterbe-Vermittlung.

Die Welterbe-App als Prototyp

Das Besucherzentrum im Salzstadel mit seinen bisher rund 600.000 Gästen wurde vom Stand weg ein Magnet, nicht nur für Regensburger und Touristen, sondern auch bei Fachpublikum. Delegationen von Städten oder Institutionen wie dem Goethe-Institut holen sich im Salzstadel Anregungen für ihre eigene Vermittlungsarbeit. Umgekehrt strickt Regensburg intensiv mit am internationalen Netz der Welterbestädte und steckt gemeinsame Positionen ab, wie Welterbestädte zu erhalten sind und welchen Rahmen sie brauchen, um sich weiter zu entwickeln.

Eine Ausstellung im Salzstadel gibt ab Sonntag (10 bis 19 Uhr) unter dem Titel „Wir Welterben“ einen Überblick zu Regensburger Vermittlungsarbeit. Helmut Hoehn wird dort aus seinem Welterbe-Kinderbuch (13 und 15 Uhr) lesen und Manfred Jauck gibt einen Werkbericht zum „Regensburger Burgfrieden“ (16.30 Uhr). Um 17.30 Uhr wird der Prototyp einer neuen Welterbe-App vorgestellt, entwickelt mit der Uni. Besucher können künftig per App eine von fünf Touren wählen und bei ihrem Rundgang an einzelnen Stationen Detail-Informationen abrufen. Die App soll in ein paar Monaten vertriebsbereit sein.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht