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Kultur

„Wichtiges Zeitdokument für Regensburger“

Ein Jahr nach dem Tod des Almanach-Herausgebers Konrad Maria Färber wird „seine Stadtchronik“ fortgeschrieben. Es ist ein Zurück zu den Wurzeln.
Von Flora Jädicke, MZ

Der neue Herausgeber Prof. Peter Morsbach, der neue Verleger Heiner Gietl und OB Joachim Wolbergs
Der neue Herausgeber Prof. Peter Morsbach, der neue Verleger Heiner Gietl und OB Joachim WolbergsFoto: Jädicke

Regensburg.Der Regensburger Almanach hat einen neuen Verleger und Herausgeber. Nicht ganz freiwillig, aber am Ende doch mit ganzer Überzeugung übernahm Prof. Peter Morbach das Werk von Konrad Maria Färber und präsentierte zum Todestag des ehemaligen Almanach-Herausgebers den „Regensburger Almanach 2014“.

Noch immer erscheint er im MZ Buchverlag. Aber unter der Regie eines neuen Verlegers. Als Heiner Gietl die Rechte für den Almanach im Verlag anfragte, habe er die Antwort bekommen. „Den Almanach verkaufen wir nicht. Den Verlag können Sie haben“, berichtet Prof. Morsbach bei der Präsentation im großen Saal des Künstlerhauses Andreasstadl vor Hunderten Gästen und dem Defilee der Autoren. Heiner Gietl überlegte nicht lange und kaufte den Verlag.

Auch sehr junge Autoren dabei

Niemand habe gewusst, was Färber noch vorbereiten konnte und so mussten das neue Verleger-Herausgeber-Team samt Autoren „bei Null anfangen“. Sieben Monate standen zur Verfügung. „Der letzte Beitrag kam drei Tage vor Drucklegung“, erzählt Morsbach. In der aktuellen Ausgabe, mit ihren gut 230 Seiten und 33 Autoren besinnen sich die Herausgeber auf die Anfänge des Almanachs im Jahr 1967. Hatte der Historiker Konrad M. Färber eher die Geschichte im klassischen Sinn in den Vordergrund gestellt, so ist die aktuelle Ausgabe wieder zur klassischen Version eines Almanachs zurückgekehrt, als einem auf einen Themenschwerpunkt spezialisiertes Jahrbuch zur Stadt Regensburg, mit ihren Menschen und Ereignissen.

So kommen Bürger auch als Autoren zu Wort, von Gerd Burger, über Harald Raab, Benno Hurt, Gerd Otto bis Oberbürgermeister Joachim Wolbergs. „Wir wollten auch jungen Autoren eine Gelegenheit geben“, sagt Morsbach. Die Schülerin Marisol Mena Kuri schaffte es nicht nur mit ihrer Geschichte „Stadt der Wunder“ zwischen die Buchdeckel des Almanachs, sondern gab dem Werk auch gleich den Namen. 2012 gewann sie den Schreibwettbewerb des Donau-Einkaufszentrums Regensburg.

Bild einer vielseitigen Stadt

Die Texte charakterisieren Regensburg als eine vielseitige Stadt. Gerd Burger erinnert an den Freund Konrad M. Färber. Der Journalist Rolf Thym lässt den Amtswechsel im Rathaus Revue passieren und Oberbürgermeister Joachim Wolbergs sagt über seinen Vorgänger „Er hat Großes hinterlassen“. Zahlreiche Persönlichkeiten werden geehrt, Inge Burgau, zum Beispiel, Josef Zink, der Maler Günther Zacharias, der Schriftsteller Georg Britting oder Horst Eberl und Herbert Mirbeth. Auch zahlreich Jubiläen fanden ihren Niederschlag 30 Jahre Statt-Theater, 50 Jahre Ende der Regensburger Straßenbahn 99. Katholikentag, 70 Jahre Mittelbayerische Zeitung, ein Jahr Ostbayerische Technische Hochschule (OTH) oder die letzte Saison im Jahnstadion.

Harald Raab erinnert an den „Ersten Weltkrieg in Regensburg“ und Gerd Otto zeichnet in „Von der Kampfpresse der 20er zum Wachhund der demokratischen Presse“ 70 Jahre Mittelbayerische Zeitung nach. Andrea Madesta berichtet über den Generationenwechsel in der Galerie Bäumler und Hubert H. Wartner würdigt den „Großen Bauer“ und seinen geistigen Vater Karl Bauer. „Stadt der Wunder“ ist ausführlich mit Bildern und historischen Dokumenten illustriert. Die erste Ausgabe nahm OB Wolbergs mit den Worten entgegen: „Das ist ein wichtiges Zeitdokument, in dem man immer wieder nachlesen kann. Es bestand die Gefahr, das es ihn nicht mehr geben würde“, sagte Wolbergs.

Umso mehr freue er sich, dass die Geschichte des Regensburger Almanachs fortgeschrieben werde.

„Stadt der Wunder“ ist erschienen im MZ Buchverlag in der H. Gietl & Publikationsservice GmbH Regenstauf. Der Regensburger Almanach ist im Buchhandel für 29,90 erhältlich.

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